Sancti Spíritus verzeichnet mehr als tausend Krebs-Todesfälle und nahe 2.000 neue Fälle pro Jahr, wie Jorge Álvarez Blanco, der Leiter der Provinzgruppe für Medizinische Onkologie, berichtete.
In einem Interview mit dem offiziellen Medium Escambray warnte der Arzt, dass in den letzten Jahren etwa 2.000 Neoplasien jährlich diagnostiziert wurden. Am häufigsten traten Lungenkrebs, Prostatakrebs, kolorektaler Krebs und, in geringerem Maße, Kehlkopfkrebs, Kopf- und Halskrebs sowie Brustkrebs auf.
„Von der Bevölkerung, die an Krebs leidet, heilen einige während des Krankheitsverlaufs, andere können kontrolliert werden und bei den übrigen schreitet die Krankheit fort, bis sie sterben. Über 1.000 Fälle pro Jahr sterben an dieser Erkrankung im Gebiet, aber nicht unbedingt von den in diesem Zeitraum diagnostizierten.“
Unter den Komplikationen, mit denen sie konfrontiert sind, mitten in einer Krise des Gesundheitssystems, erklärte der Experte, dass die meisten Fälle in fortgeschrittenen Stadien erkannt werden, in denen es unwahrscheinlich ist, dass die Krankheit geheilt werden kann.
"Sehen Sie, wie traurig das ist, welche beklagenswerte Realität wir haben, wir nutzen die wenigen und kostbaren Ressourcen, die uns zur Verfügung stehen für diejenigen, die in vielen Fällen nicht mehr geheilt werden können", sagte er.
Seine Worte, voller Besorgnis und Resignation, zeichnen den stillen Zusammenbruch einer kritischen Fachrichtung nach, die, wie er selbst behauptet, bis zu 90% des Krankenhausbudgets in dieser Provinz absorbierte.
Die Situation kompliziert sich durch den Mangel an Medikamenten. Derzeit verfügen sie nicht über alle Zytostatika des Basisprogramms.
Andererseits besitzt Kuba nur acht Radiotherapieeinheiten, die im Land verteilt sind. Seit etwa einem Jahr können die Patienten aus Sancti Spíritus nicht mehr zur Behandlung nach Villa Clara geschickt werden, wo die entsprechende Ausrüstung vorhanden ist, da es "Schwierigkeiten" bei der Erneuerung der Maschine und ihrer Lizenz gegeben hat, weil sie nukleare Energie für menschliche Zwecke verwenden.
Die Zeitung Escambray hat enthüllt, dass Krebspatienten in Sancti Spíritus bis zu 70.000 kubanische Pesos informell zahlen müssen, um Zugang zu einer Radiotherapie zu erhalten, einer Behandlung, die eigentlich kostenlos sein sollte.
Die Immuntherapie hat eine etwas stabilere Verfügbarkeit gezeigt, dank der lokalen Entwicklung von Medikamenten wie dem Impfstoff CIMAvax-EGF gegen Lungenkrebs, der es ermöglicht hat, das Leben von Patienten im fortgeschrittenen Stadium zu verlängern. Dennoch sind die neuen molekularen Zielstrukturen, die weltweit verwendet werden, weiterhin außerhalb der Reichweite Kubas, hauptsächlich aufgrund ihrer hohen Kosten.
Laut Angaben des Ministeriums für öffentliche Gesundheit werden in Kuba jährlich zwischen 30.000 und 36.000 neue Fälle von Krebs diagnostiziert, und 60 % dieser Patienten benötigen eine Strahlentherapie.
Dr. Elías Antonio Gracia Medina, Leiter der Nationalen Gruppe für Medizinische Onkologie, hat mitgeteilt, dass Krebs die Hauptursache für potenziell verlorene Lebensjahre in der kubanischen Bevölkerung im Alter von 1 bis 74 Jahren ist und Individuen in voller Erwerbsfähigkeit betrifft.
Häufig gestellte Fragen zur Krise des Gesundheitssystems in Sancti Spíritus und zur Krebsbehandlung in Kuba
Wie viele Todesfälle durch Krebs werden jährlich in Sancti Spíritus registriert?
Jährlich werden mehr als 1.000 Krebsfälle in Sancti Spíritus registriert. Zudem werden fast 2.000 neue Fälle pro Jahr diagnostiziert, wobei die häufigsten Arten Lungen-, Prostata- und kolorektaler Krebs sind, gefolgt von Brust-, Kehlkopf-, Kopf- und Halskrebs in geringerem Maße.
Warum haben Krebspatienten in Sancti Spíritus Schwierigkeiten, eine Behandlung zu erhalten?
Krebspatienten in Sancti Spíritus sehen sich aufgrund des Mangels an Medikamenten und medizinischen Geräten mit Schwierigkeiten konfrontiert. Darüber hinaus werden die meisten Fälle in fortgeschrittenen Stadien erkannt, was die Heilungschancen verringert und einen Großteil des Krankenhausbudgets in Anspruch nimmt. Auch der Mangel an verfügbarem Strahlentherapie und die Notwendigkeit, informell für diese Behandlung zu bezahlen, verschärfen die Situation.
Stimmt es, dass die Strahlentherapie-Behandlungen in Kuba nicht kostenlos sind?
In Sancti Spíritus können die Kosten für Strahlentherapie informell bis zu 70.000 kubanische Pesos betragen. Obwohl sie kostenlos sein sollten, ist die Realität, dass Korruption und der Zusammenbruch des Gesundheitssystems dazu geführt haben, dass viele Patienten exorbitante Summen zahlen müssen, um medizinische Versorgung zu erhalten.
Welchen Einfluss hat das Fehlen einer frühzeitigen Diagnose auf die Behandlung von Krebs in Kuba?
Das Fehlen einer frühzeitigen Diagnose in Kuba führt dazu, dass die meisten Krebserkrankungen in fortgeschrittenen Stadien erkannt werden. Dies verringert die Heilungschancen erheblich und erschwert die Behandlung, da oft die notwendigen Medikamente für einen rechtzeitigen Beginn der Behandlung nicht verfügbar sind.
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