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Der kubanische Musiker Cándido Fabré hat erneut seine Stimme erhoben und eine leidenschaftliche Botschaft auf Facebook veröffentlicht, in der er die Missbräuche der Privatverkäufer und den tiefen Verfall der Kaufkraft in Kuba anprangert.
„Private Verkäufer nutzen den Schmerz und die Not des Volkes aus... die Preise steigen jede Minute, sie akzeptieren keine Überweisungen, die Magnetkarten sind nutzlos, arme Rentner und Arbeiter haben keinen einzigen Peso in bar“, schrieb der Künstler merklich empört.
In seiner Botschaft bedauerte Fabré auch den Mangel an menschlichen Werten und kritisierte die privaten Transportanbieter scharf: „Vom Transport ganz zu schweigen, die Boteros sind Kriminelle, ebenso wie die angemieteten Guaguas. Errette uns, Herr, von so viel Mist.“
Der Beitrag spiegelt eine zunehmend häufige Beschwerde in Kuba wider: den unaufhaltsamen Anstieg der Preise, die Vorherrschaft von Bargeld gegenüber elektronischen Zahlungen und das Gefühl der Ohnmacht von Millionen Kubanern angesichts der Wirtschaftskrise, die anscheinend kein Ende nimmt.
Ein vom Preisdruck erschöpftes Volk
Die Worte des Musikers entstehen nicht im Leeren. In den letzten Monaten hat die Lebenshaltungskosten in Kuba ein Niveau erreicht, das viele als unhaltbar ansehen. Laut Daten des Nacionalen Statistik- und Informationsbüros (ONEI), überstieg der Preis für ein Pfund Zwiebeln im August 2025 die 1.000 Pesos in Städten wie Camagüey und Santa Clara, während er in anderen Regionen kaum unter 300 Pesos fiel. Die Ungleichheit und der Mangel an Kontrolle haben die Inflation zu einem alltäglichen Feind gemacht.
A diese Realität fügen sich die Berichte von Kubanern hinzu, die das tägliche Drama des Überlebens erleben. Eine Habanera-Mutter, Alianis Leyva González, erzählte kürzlich, dass sie 400 Pesos für das Brot für die Snacks ihres Kindes in einer Woche ausgibt, eine Summe, die im Kontrast zum durchschnittlichen Gehalt des Landes steht, das bei etwa 2.100 Pesos pro Monat liegt. Ihre Geschichte wurde viral, weil sie das widerspiegelt, was viele empfinden: Essen, Kleidung oder Fortbewegung in Kuba ist zu einem Luxus geworden.
Der Anspruch von Fabré: zwischen Glauben und Wut
Die Botschaft von Fabré verbindet Anklage und geistlichen Ausdruck. „Essen gibt es, aber wie kommt man ohne Geld und ohne menschliche Werte dorthin?“, schrieb der Künstler und appellierte an das kollektive Bewusstsein und den Glauben als Zufluchtsort.
Sein Ton, zugleich schmerzhaft und kämpferisch, spiegelt die Erschöpfung einer Bevölkerung wider, die mit Bargeldknappheit, dem Zusammenbruch des Transports und institutioneller Indifferenz konfrontiert ist.
Während die Privatunternehmen unrealistische Preise festsetzen und viele sich weigern, Zahlungen per Überweisung zu akzeptieren, überleben Rentner und Arbeiter zwischen Warteschlangen, Stromausfällen und einer zunehmend dollarisierten Wirtschaft.
Fabré hat aus seiner Position als öffentliche Figur und Nähe zum kubanischen Regime den Worten Ausdruck verliehen, die das Gefühl von Tausenden widerspiegeln: das Empfinden, dass das Volk seinem Schicksal überlassen wurde.
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