Der nationale Direktor für Epidemiologie des Ministeriums für öffentliche Gesundheit (MINSAP), der gewohnheitsmäßig als Sprecher des Regimes in Gesundheitsfragen auftritt, räumte außerdem ein, dass die offiziellen Zahlen „nicht immer die Realität widerspiegeln“, da viele kranke Menschen die medizinischen Dienste aufgrund von Arzneimittelmangel, langen Wartezeiten oder Misstrauen gegenüber dem System nicht in Anspruch nehmen.
A dennoch, während seines Auftritts in der Fernsehsendung 'Buenos Días' sprach er von mehr als 3.000 neuen täglichen Fällen und über 47.000 hospitalisierten Personen, was das bestätigt, was Mediziner und Bürger seit Wochen anprangern: Kuba steht vor einer überwältigenden und schlecht verwalteten epidemiologischen Krise.
Chikungunya trifft die Kinder hart
Durán stellte klar, dass sich derzeit 63 Patienten auf Intensivstationen befinden, von denen 44 schwer und 19 in kritischem Zustand sind. Unter ihnen sind nur zehn Erwachsene: der Rest sind Minderjährige unter 18 Jahren. Das heißt, die überwiegende Mehrheit der schwersten Fälle betrifft Kinder und Jugendliche.
Obwohl der Epidemiologe keine Details zu den betroffenen Altersgruppen oder Provinzen nannte, bestätigt seine Aussage etwas, das die internationale medizinische Gemeinschaft beunruhigt: Der Einfluss von Chikungunya auf die Kinderpopulation könnte viel gefährlicher sein, als man über Jahre angenommen hat.
Según aktuellen Forschungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO) können Kinder, die mit dem Virus infiziert sind, neurologische, kardiologische und leberbezogene Komplikationen entwickeln, zusätzlich besteht ein hohes Risiko für Dehydration und anhaltendes Fieber.
Bei Säuglingen und Kleinkindern unter zwei Jahren kann die Infektion Krampfanfälle, virale Meningitis, Enzephalitis und das Kapillarlecksyndrom verursachen, eine potenziell tödliche Erkrankung, die zum Verlust von Flüssigkeit aus den Blutgefäßen in das Gewebe führt.
Asimismo, pädiatrische Studien durchgeführt in Brasilien und Indien haben dokumentiert, dass einer von zehn betroffenen Kindern während Wochen oder Monate nach der Infektion chronische Gelenkschmerzen entwickelt, was ihre Mobilität und die Fähigkeit, zur Schule zu gehen, einschränkt.
Bei Neugeborenen —insbesondere wenn die Mutter sich während der Schwangerschaft infiziert— besteht das Risiko einer vertikalen Übertragung, mit schweren Folgen wie Hirnschäden oder generalisierter Entzündung.
Zahlen, Versprechen und Schweigen
Mientras der Doktor Durán alarmierende Daten im Fernsehen präsentiert, bleibt der Gesundheitsminister, José Ángel Portal Miranda, weiterhin öffentlich abwesend. Sein Schweigen steht im Kontrast zu dem Ausmaß der Krise und der Schwere der von seinem eigenen Team anerkannten Zahlen.
Bislang hat kein Beamter einen detaillierten Bericht mit Haushaltsplänen, Notfallplänen oder Risikobewertungen vorgelegt.
Die offizielle Rhetorik besteht darauf, dem Moskito – und letztlich der Bevölkerung – die Schuld zu geben, meidet jedoch die strukturellen Schwächen des Gesundheitssystems anzusprechen: den Mangel an Insektiziden, den Zusammenbruch der Sprühkampagnen, den Mangel an Fachpersonal und die prekäre Situation in den Krankenhäusern.
Durán selbst räumte ein, dass 21 % der Bekämpfungspläne aufgrund von fehlenden Geräten und Ressourcen nicht eingehalten werden und dass mehr als 160 Brigaden in der vergangenen Woche nicht einsatzfähig waren.
Das Ergebnis ist in der ganzen Insel sichtbar: überfüllte Krankenhäuser, Stadtviertel, die mit Müll überschwemmt sind, endlose Warteschlangen, um Schmerzmittel oder fiebersenkende Mittel zu bekommen, und Familien, die es vorziehen, sich zu Hause zu versorgen, anstatt in Zentren ohne Medikamente oder angemessene Bedingungen zu gehen.
Die Kinder als Thermometer des Zusammenbruchs
Die Zahl von 34 schwerwiegenden oder kritischen Minderjährigen —in einem System, das sich rühmt, die Gesundheit von Kindern zu priorisieren— ist ein Symbol für den Zusammenbruch des Gesundheitswesens in Kuba.
Es geht nicht nur um eine Virus-Epidemie, sondern um den Beweis eines Staates, der aufgehört hat, sich um seine Bürger zu kümmern. Chikungunya, eine durch anhaltende Vektorkontrolle vermeidbare Krankheit, ist zu einer nationalen Bedrohung geworden, weil dem Land die Infrastruktur, der politische Wille und die Transparenz fehlen.
Der intense Schmerz, den die Krankheit verursacht – von Ärzten als „invalidierend“ beschrieben – spiegelt nun auch das soziale Leiden wider. Verzweifelte Eltern, erschöpfte Ärzte und Krankenhäuser ohne Materialien gehören alle zum gleichen Bild: das einer kranken, vernachlässigten Nation ohne sichtbare Führung.
Während das Regime Ruhe fordert, Parolen aufstellt und Kontrolle verspricht, führt die kubanische Jugend einen stillen Kampf in den Intensivstationen.
Und die Frage bleibt im Raum: Wer trägt die Verantwortung für sie?
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