Festnahme eines Verdächtigen im Zusammenhang mit dem Überfall auf eine Bar in Mexiko, bei dem eine junge Kubanerin ums Leben kam



Die Staatsanwaltschaft von Puebla hat „El Tato“ festgenommen, der an dem Anschlag auf die Bar Lacoss beteiligt war, bei dem Elianis Martínez ums Leben kam.

Die verstorbene junge Frau, Elianis Betsalie Martínez, und einer der Verdächtigen.Foto © Collage/Soziale Medien

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Die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates Puebla bestätigte die Festnahme von Gabriel N., alias „El Tato“, der als mutmaßlicher Verantwortlicher für den bewaffneten Angriff und den Brand im Club Lacoss angesehen wird, bei dem die junge Kubanerin Elianis Betsalie Martínez, 20 Jahre alt, ums Leben kam.

Die Festnahme, die im Rahmen eines interinstitutionellen Einsatzes durchgeführt wurde, stellt den ersten konkreten Fortschritt auf dem Weg zur Gerechtigkeit für ihre Familie dar, die die Tragödie tausende Kilometer entfernt unter enormen prekären Bedingungen erlebt hat.

Obwohl die Staatsanwaltschaft die Festnahme an diesem Samstag bekannt gab, hatten lokale Journalisten wie Juan Carlos Valerio von Imagen Noticias Puebla und das journalistische Projekt INCIDENCIA bereits Tage zuvor berichtet, dass „El Tato“ wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an dem Multimord festgenommen worden war. Beide verbreiteten die ersten Bilder des Festgenommenen, die während des Einsatzes aufgenommen wurden.

Das Verbrechen erschütterte sowohl Mexiko als auch die kubanische Migrantengemeinschaft. Elianis, die Mutter eines kleinen Kindes und wirtschaftliche Stütze ihrer Familie in Holguín, war nach Mexiko migriert, in der Hoffnung, bessere Möglichkeiten zu finden.

In der Nacht des 18. November wurde sie jedoch bei dem Angriff auf die Bar Lacoss überrascht, als sechs Männer auf Motorrädern das Lokal betraten, schossen und Benzin versprühten, bevor sie ein Feuer legten.

„Das passiert ihnen, weil sie nicht zahlen“, hätten die Angreifer laut Zeugen in einem offenbarem Fall von Erpressung gesagt.

Die junge Frau starb an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Neben ihr kamen ein DJ und mehrere Mitarbeiter des Betriebs ums Leben.

Seine Familie, die in einem ländlichen Gebiet der Provinz Holguín mit knappen Ressourcen lebt, musste die Leiche per Videoanruf identifizieren, ein beispielloser Prozess, der die tiefe Hilflosigkeit zeigte, mit der sie der Tragödie gegenüberstanden.

Kürzlich haben die mexikanischen Behörden humanitäre Visa für ihre Eltern vergeben, damit sie nach Puebla reisen und die Rückführungsverfahren abschließen können.

Die Festnahme von „El Tato“, die von der Staatsanwaltschaft als Ergebnis der Koordination zwischen staatlichen, föderalen und kommunalen Behörden präsentiert wurde, eröffnet den Familienangehörigen von Elianis ein kleines Fenster der Erleichterung, die weiterhin hoffen, dass alle Verantwortlichen für das Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden.

Für die kubanische Gemeinschaft in Mexiko und auf der Insel bleibt der Fall eine schmerzliche Erinnerung an die Risiken, denen Tausende von jungen Migranten ausgesetzt sind, die durch wirtschaftliche Not gezwungen werden und in von krimineller Gewalt geprägten Umgebungen leben.

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