Die Europäische Kommission präsentiert an diesem Mittwoch eine neue Strategie zur zivilen Vorbereitung, die erstmals alle Haushalte in der Europäischen Union (EU) dazu auffordert, über grundlegende Notvorräte zu verfügen, um mindestens 72 Stunden ohne externe Hilfe überleben zu können.
Zu den Empfehlungen gehören Wasser, Medikamente, haltbare Lebensmittel, Taschenlampen, Batterien, Ladegeräte, ein Radio, Brillen, Bargeld und sogar ein Kartenspiel.
Das Dokument, auf das die Zeitung El País Zugriff hatte, ist Teil der europäischen Vorbereitungsstrategie für schwerwiegende Krisen, die von einem Krieg oder einem nuklearen Unfall bis hin zu Naturkatastrophen, Pandemien oder Cyberangriffen reichen können.
Brüssel strebt an, die Reaktionsfähigkeit der Mitgliedstaaten und ihrer Bürger angesichts eines zunehmenden Gefühls der globalen Verwundbarkeit zu stärken.
Sich auf das Unvorstellbare vorbereiten
Der Entwurf der Strategie hebt hervor, dass „in einem Kontext steigender Natur- und Anthroporisiken sowie einer Verschlechterung der Sicherheitslage für Europa, es dringend erforderlich ist, dass die EU und ihre Mitgliedstaaten ihre Vorbereitung verstärken.“
Obwohl das Krisenmanagement weiterhin hauptsächlich von nationalen, regionalen und lokalen Regierungen abhängen wird, beabsichtigt die Europäische Kommission, eine aktive Rolle in der Koordination, Information und logistischen Unterstützung zu spielen, insbesondere in groß angelegten Szenarien wie Überschwemmungen, Waldbränden oder hybriden Angriffen.
Laut der Kommissarin für Krisenmanagement und Gleichstellung, Hadja Lahbib, können die Mitgliedstaaten "nicht mehr allein" mit Bedrohungen großer Dimension umgehen.
Er betonte auch den Wert der Zusammenarbeit und des gemeinsamen Lernens, basierend auf den Erfahrungen, die aus Krisen wie der Pandemie, den jüngsten Naturkatastrophen oder dem Krieg in der Ukraine gewonnen wurden.
Lahbib präsentierte ein europäisches 'Notfallset' in einem informellen Video, das Gegenstände wie Sonnenbrillen, ein Feuerzeug, ein Schweizer Taschenmesser, seine Medikamente, Wasser, Lebensmittel, ein Radio, eine Taschenlampe, tragbare Ladegeräte, Bargeld und ein Kartenspiel enthält. "Die Kreditkarte kann nur ein Stück Plastik sein", scherzt die Kommissarin, während sie mögliche Stromausfälle erwähnt.
Jenseits des Humors weist die Strategie auf die Notwendigkeit hin, dass europäische Familien bereit sind, in Notfällen mindestens drei Tage lang selbstständig zu handeln, insbesondere diejenigen, die in Risikogebieten leben. „Familien, die in überflutbaren Gebieten wohnen, müssen wissen, was zu tun ist, wenn die Wasserstände steigen“, erinnerte die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen.
PreparEU: Plattform für Notfälle
Im Rahmen des Plans wird die Einführung von PreparEU, einer digitalen Plattform (Web und App), die personalisierte Warnungen, Informationen und Hinweise für europäische Bürger und Touristen bereitstellt, die an die unterschiedlichen Risiken jeder Region angepasst sind, mit einbezogen. Das Ziel ist, dass sie bis zum Jahr 2026 voll funktionsfähig ist.
Darüber hinaus umfasst der Aktionsplan 30 praktische Maßnahmen, die darauf abzielen, die Reaktionsfähigkeit der Mitgliedsstaaten zu stärken.
Unter ihnen sind die grundlegende Versorgung der Bürger für die ersten 72 Stunden einer Krise, minimale Vorbereitungsstandards für Krankenhäuser, Schulen, Transport und Telekommunikation; die Verbesserung der Lagerung kritischer Ressourcen wie Wasser, Lebensmittel und Medikamente sowie die Bewertung des Zugangs zu Schutzunterkünften und sicheren Räumen im Falle von Katastrophen.
Obwohl Brüssel klarstellt, dass es nicht darauf abzielt, Alarm zu schlagen, spiegelt die Sprache des Dokuments eine Rhetorik der Vorbereitung auf extreme Szenarien wider. "Die neue Realität ist durch zunehmende Risiken und eine tiefe Unsicherheit geprägt", betont die Kommission.
Und in Spanien?
Die Regierung von Pedro Sánchez hat auch Signale gesendet, sich mit dieser Vision eines autonomeren und widerstandsfähigeren Europas zu identifizieren.
Der Präsident hat kürzlich seine Unterstützung für die Schaffung einer europäischen Armee bekundet und arbeitet an einem nationalen Plan zur Förderung der Rüstungsindustrie, im Rahmen eines neuen gemeinsamen Sicherheitsrahmens.
Häufig gestellte Fragen zur Zivilschutzstrategie der EU
Was ist die Zivilschutzstrategie der Europäischen Union?
Die Zivilschutzstrategie der Europäischen Union ist ein Plan, der darauf abzielt, dass Haushalte in der EU über grundlegende Notvorräte verfügen, um mindestens 72 Stunden ohne externe Hilfe überstehen zu können. Dieses Dokument ist Teil eines umfangreicheren Engagements zur Bewältigung schwerwiegender Krisen wie Kriege, Naturkatastrophen und Pandemien.
Welche Empfehlungen gibt die EU zur Vorbereitung eines Notfallkits?
Die EU empfiehlt, dass jede Familie ein Notfallset haben sollte, das Wasser, Medikamente, haltbare Lebensmittel, Taschenlampen, Batterien, Ladegeräte, ein Radio, Bargeld und ein Kartenspiel beinhaltet. Diese Maßnahmen sollen die Autonomie der Bürger in Krisensituationen erhöhen.
Was ist die Plattform PreparEU und wann wird sie betriebsbereit sein?
PreparEU ist eine digitale Plattform, die personalisierte Warnungen, Informationen und Hinweise für europäische Bürger bereitstellt, angepasst an die Risiken jeder Region. Sie wird voraussichtlich im Jahr 2026 voll funktionsfähig sein.
Wie passt sich Spanien an die neue Sicherheitsstrategie der EU an?
Spanien, unter der Führung von Pedro Sánchez, positioniert sich in Richtung einer autonomeren und resilienteren Vision für Europa. Das Land unterstützt die Schaffung einer europäischen Armee und arbeitet an einem nationalen Plan zur Förderung der Verteidigungsindustrie, als Teil eines neuen Rahmens für eine gemeinsame Sicherheit.
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