Rechtsanwältin klärt Auswirkungen des Gerichtsurteils in Fällen von Kubanern mit I-220A

Die Entscheidung der BIA könnte die Zukunft der Kubaner mit Formular I-220A in den USA verändern, indem sie es ermöglicht, zu argumentieren, dass sie ein Parole hätten erhalten sollen, was entscheidend ist, um Anspruch auf das Cuban Adjustment Act zu erheben.


Die kürzliche Entscheidung des Board of Immigration Appeals (BIA) hat große Erwartungen in der kubanischen Migrantengemeinschaft in den USA geweckt, insbesondere unter denen, die mit dem umstrittenen Formular I-220A nach dem Überqueren der Südgrenze freigelassen wurden.

Obwohl das Urteil auf einem Einzelfall basiert, könnten die rechtlichen Argumente, die es stützen, einen bahnbrechenden Präzedenzfall schaffen.

Das Urteil analysiert den Fall eines Migranten, dem anstelle einer Bearbeitung gemäß Abschnitt 235 des Einwanderungsgesetzes – der die legale Einreise durch Parole ermöglicht – ein Formular I-220A ausgehändigt wurde, eine Form der bedingten Freilassung, die keinen Einwanderungsstatus verleiht.

Die Junta kam zu dem Schluss, dass dieses Verfahren fehlerhaft war, da die Bewerber um die Zulassung, wie dieser Migrant, gemäß der genannten Bestimmung hätten behandelt werden müssen, was bedeutet, dass ihre Freilassung rechtlich nur gültig war, wenn ein Parole gewährt wurde.

Rosaly Chaviano, Einwanderungsanwältin mit Sitz in Miami, erklärte dem Journalisten Alexis Boentes von Telemundo, dass diese Entscheidung die Spielregeln ändert: „Dieses Argument ist jetzt nicht mehr nur unsere Interpretation als Anwältinnen, sondern wird nun durch die Auslegung eines Bundesgerichts gestützt“.

Der Parole —ein Status, der es einem Migranten ermöglicht, aus humanitären Gründen oder im öffentlichen Interesse legal einzureisen und zu verbleiben— ist eine wesentliche Voraussetzung, um sich auf das cubanische Anpassungsgesetz zu berufen.

Personen, die mit einem I-220A eingereist sind, wurden traditionell ausgeschlossen, da sie nicht über den entsprechenden Status verfügten. Mit diesem neuen Präzedenzfall könnten die Anwälte jedoch argumentieren, dass ihre Mandanten von Anfang an ein Parole hätten erhalten sollen.

Die Anwältin weist darauf hin, dass sie jetzt mehrere rechtliche Strategien in Arbeit haben, da die gerichtliche Auslegung den Verteidigern ermöglicht:

- Solicitar correcciones en los registros de entrada.
- Apelar rechazos de residencia anteriores.
- Fortalecer entrevistas ante USCIS.
- Presentar mociones nuevas ante los tribunales de inmigración.

„Diese Entscheidung öffnet uns die Tür, um vor Gericht zu sagen: ‚Mein Mandant hätte ein Parole erhalten müssen und qualifiziert sich daher für die Aufenthaltserlaubnis.‘“, bemerkt die Anwältin.

Dennoch erklärt er, dass das Urteil auch einen besorgniserregenden Aspekt aufzeigt: Migranten mit I-220A haben kein automatisches Recht auf Kaution, wenn sie von ICE festgenommen werden, wodurch sie jeglichen rechtlichen Vorfällen ausgesetzt sind, selbst wenn es sich um einen Termin handelt, der geplant ist.

„Definitiv, wenn eine Person ein Verbrechen begeht, kann sie verhaftet werden und hat kein Recht auf Kaution. Aber wir haben auch Fälle gesehen, in denen ICE entscheidet, jemanden im Moment seiner Terminwahrnehmung festzuhalten“, warnte er.

Finden Sie den ursprünglichen Beschluss des Gerichts hier.

Häufig gestellte Fragen zum Gerichtsurteil und dessen Auswirkungen auf Kubaner mit I-220A

Welchen Einfluss hat das Urteil des Berufungsgerichts für Einwanderung auf die Kubaner mit I-220A?

Das Urteil ermöglicht die Möglichkeit zu argumentieren, dass Kubaner mit I-220A ein Parole hätten erhalten müssen, was ihnen die Tür zur Inanspruchnahme des Cuban Adjustment Act öffnen würde. Es garantiert jedoch nicht automatisch ihr Recht auf Kaution, wodurch sie der Gefahr von Festnahmen ohne diesen Vorteil ausgesetzt sind.

¿Qué es el formulario I-220A y qué implica para los migrantes cubanos?

Das Formular I-220A ist eine Auflage zur Überwachung auf freiem Fuß, die keinen rechtlichen Migrationsstatus verleiht. Dies lässt die Kubaner in einem rechtlichen limbo, was den Zugang zu Migrationsvorteilen wie dem Statuswechsel erschwert.

Können Kubaner mit I-220A die Aufenthaltserlaubnis nach dem kubanischen Anpassungsgesetz beantragen?

Traditionell waren Kubaner mit I-220A von dieser Möglichkeit ausgeschlossen, da sie keinen Parole-Status haben. Mit dem neuen Gerichtsurteil gibt es ein rechtliches Argument, um Korrekturen in ihren Eintragungsunterlagen zu beantragen und potenziell vom Cuban Adjustment Act Gebrauch zu machen.

¿Qué riesgos enfrentan los cubanos con I-220A en EE.UU.?

Kubaner mit I-220A haben kein automatisches Recht auf Kaution, wenn sie von ICE festgenommen werden, was sie anfällig für längere Haft macht, selbst wenn sie zu vereinbarten Terminen erscheinen. Darüber hinaus befinden sie sich in einem migrationsrechtlichen Dilemma ohne klare rechtliche Schutzmaßnahmen.

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