Cubana in den USA stellt diejenigen in Frage, die sagen, dass sie in Kuba glücklicher waren: "Warum gehst du nicht?"

Eine Kubanerin in Las Vegas, @camsoria19, hinterfragt die Nostalgie nach Kuba aus dem Ausland und hebt die gegenwärtigen Annehmlichkeiten im Vergleich zu einem früheren Leben ohne Pflichten hervor. Ihr Video löst Debatten unter in die Fremde emigrierten Kubanern aus, ob es normal ist, Erinnerungen und Familie zu vermissen, ohne den Wunsch zu haben, zurückzukehren.


Eine Kubanerin, die in Las Vegas lebt und als @camsoria19 auf TikTok bekannt ist, hat in den sozialen Medien für Aufsehen gesorgt, nachdem sie ein Video veröffentlicht hat, in dem sie eine Frage stellt, die viele denken, aber nur wenige laut aussprechen: „Wenn du in Kuba glücklicher warst, warum gehst du dann nicht zurück?“ Ihre Botschaft hat Hunderten von Emigranten Resonanz gefunden, die es ebenfalls leid sind, die gleiche nostalgische Phrase aus dem Komfort des Lebens im Ausland immer wieder zu hören.

Im Video bringt die junge Frau den Punkt auf den Tisch. „Sie sagen es mit ernster Miene, während der Kaffee aus einer elektrischen Kaffeemaschine fließt und das Frühstück aus Brot mit gutem Schinken besteht. Sie sagen es vom Sofa aus, während sie Netflix schauen und die Klimaanlage im ganzen Haus läuft“, weist sie hin. Ihrer Meinung nach ist das, was viele vermissen, nicht Kuba, sondern ein Leben ohne Entscheidungen, ohne Verantwortung, ohne Druck. „Dort musste man nur überleben. Hier muss man denken und Verantwortung übernehmen“, behauptet sie.

Leidenschaftlich spricht @camsoria19 in der Videobeschreibung darüber, wie sehr er Dinge vermisst: die Mittagessen mit den Großeltern, die Serien um 21 Uhr, die Wärme der Cousins. Doch er macht deutlich, dass das nicht dasselbe ist wie der Wunsch, wieder in Kuba zu leben. „Ich möchte nicht zurückkehren. Ich möchte sie hier bei mir haben“, schrieb er.

Der Video löste eine Welle von Reaktionen aus. Einige stimmten sofort zu: „Ich habe meine Eltern und Großeltern dort, aber am Tag, an dem ich sie hier habe, gehe ich nicht zurück“. Ein anderer war direkter: „Ich vermisse nichts aus Kuba, im Gegenteil, ich vermisste immer mehr die Vereinigten Staaten“. Viele kommentierten, dass es schwer ist, die eigenen Lieben nicht in der Nähe zu haben, nicht unbedingt, dass man das Land verlassen hat.

Andere vertraten die gegenteilige Meinung. Ein Nutzer schrieb, dass er nach Kuba zurückgekehrt sei, wo er ein eigenes Haus, ein Auto, Klimaanlage und sein eigenes Geschäft hat. „Frühstück mit gutem Schinken. Sie nehmen mir den Strom, aber ich schalte meinen Generator ein und fertig.“ Obwohl sie in der Minderheit sind, gibt es auch diejenigen, die behaupten, in Kuba ein ruhigeres Leben gefunden zu haben, trotz allem.

Die Schöpferin schließt ihr Video mit einem Satz, der ihre Botschaft zusammenfasst: „Manchmal ist es einfacher, die Vergangenheit zu romantisieren, als sich der Gegenwart zu stellen, die man selbst gewählt hat.“ Eine unbequeme, aber ehrliche Reflexion, die bei vielen Kubanern im Ausland einen gemeinsamen Nerv getroffen hat: der Unterschied zwischen Vermissen und dem Wunsch zurückzukehren.

Häufig gestellte Fragen zur Nostalgie und Emigration von Kubanern

Warum sagen einige Kubaner, dass sie in Kuba glücklicher waren?

Einige Kubaner behaupten, dass sie in Kuba glücklicher waren, aufgrund der Nostalgie nach familiären Erinnerungen und kulturellen Bräuchen. Oft wird jedoch diese Wahrnehmung romantisiert, während die wirtschaftlichen und sozialen Schwierigkeiten, mit denen sie auf der Insel konfrontiert waren, in Vergessenheit geraten. Sie kann auch den Wunsch nach einem Leben mit weniger Verantwortungen und Druck widerspiegeln, den man beim Auswandern verspürt.

Welche emotionalen Herausforderungen stehen Kubaner bei der Emigration gegenüber?

Kubaner, die emigrieren, stehen vor emotionalen Herausforderungen wie der Sehnsucht nach ihrer Familie und ihren Wurzeln. Diese Erfahrung kann durch Einsamkeit und Entfremdung im neuen Land verstärkt werden. Sich an eine neue Kultur und wirtschaftliche Umgebung anzupassen sowie der Druck, die Familie aus dem Ausland zu unterstützen, sind ebenfalls Quellen emotionalen Stresses.

Warum entscheiden sich einige Kubaner dafür, nach ihrer Emigration nach Kuba zurückzukehren?

Einige Kubaner entscheiden sich, nach Kuba zurückzukehren, weil sie die Ruhe und Vertrautheit ihrer Umgebung schätzen. Trotz der Schwierigkeiten finden einige, dass das Leben in Kuba ihnen eine stärkere Verbindung zu ihren Wurzeln und ein einfacheres Leben bietet. Dennoch sind sie eine Minderheit im Vergleich zu denen, die sich entscheiden, nicht zurückzukehren aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Bedingungen der Insel.

Wie beeinflussen die Erfahrungen im Ausland die Wahrnehmung der Kubaner über Kuba?

Erfahrungen im Ausland ermöglichen es den Kubanern, die Lebensqualität und die verfügbaren Möglichkeiten außerhalb Kubas mit denen auf der Insel zu vergleichen. Dieser Gegensatz verstärkt oft ihre Frustration über das kubanische Regime und die Einschränkungen in ihrem Heimatland. Zudem kann die Entfernung die Sehnsucht nach ihrer Kultur und Familie erhöhen, verstärkt jedoch auch den Wunsch, nicht unter denselben Umständen zurückzukehren.

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Izabela Pecherska

Redakteurin bei CiberCuba. Absolventin des Journalismusstudiums an der Universität Rey Juan Carlos in Madrid, Spanien. Redakteurin bei El Mundo und PlayGround.