Kuba versinkt in der Dunkelheit: Das elektrische Defizit gibt keine Ruhe

Die Stromausfälle hielten den ganzen Sonntag über an und setzen sich auch an diesem Montag fort, wobei die Lage noch trostloser ist. Das Land steht vor einem energetischen Zusammenbruch, und in manchen Regionen gibt es mehr als 20 Stunden ohne Strom.

Apagones in Kuba (Referenzbild)Foto © CiberCuba

Der offizielle Mitteilung der Unión Eléctrica (UNE) vom 16. Juni warnt, dass Kuba am vorhergehenden Tag den ganzen Tag über Störungen im Dienst erlitten hat, die bis in die Nacht von Montag andauerten.

Die höchste registrierte Beeinträchtigung am Sonntag betrug 1.630 MW um 21:10 Uhr, eine Zahl, die die geplanten Werte aufgrund einer höheren Nachfrage als prognostiziert überstieg. Dies zeigt die totale Unfähigkeit des Nationalen Elektrizitätssystems (SEN), den minimalen Verbrauchsbedürfnissen gerecht zu werden.

Kritische Verfügbarkeit

Um 07:00 Uhr an diesem Montag berichtete die UNE von einer Verfügbarkeit von nur 1.770 MW bei einer Nachfrage von 2.965 MW. Dies bedeutet ein Defizit von 1.237 MW, eine Zahl, die sich in der nächtlichen Spitzenzeit auf bis zu 1.650 MW erhöhen könnte, wenn die aktuellen Bedingungen bestehen bleiben.

Um die Situation während der Spitzenzeiten zu mildern, ist die Inbetriebnahme der Einheit 3 der CTE Renté mit lediglich 60 MW und fünf Motoren im Heizöl-Kraftwerk Moa, ebenfalls mit 60 MW, geplant. Diese Leistungssteigerung wäre jedoch unzureichend, da die maximale Nachfrage auf 3.470 MW geschätzt wird und die Verfügbarkeit nur bei etwa 1.890 MW liegen würde.

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Allgemeine Vorfälle und strukturelle Mängel

Das SEN präsentiert ein kritisches Bild, da zahlreiche thermische Kraftwerke wegen Störungen oder Wartungsarbeiten außer Betrieb sind.

Die Einheit 5 der CTE Mariel, die Einheit 2 der CTE Felton und die Einheit 3 der CTE Renté sind außer Betrieb. Hinzu kommen geplante Wartungsarbeiten an der Einheit 2 der CTE Santa Cruz, der Einheit 4 der CTE Cienfuegos, der Einheit 6 der CTE Diez de Octubre und der Einheit 5 der CTE Renté.

Die thermischen Einschränkungen bedeuten 363 MW zusätzlich außer Betrieb, was das Szenario weiter verschärft. Und als wäre das nicht genug, beeinträchtigt die Brennstoffknappheit weiterhin gravierend: 72 dezentrale Kraftwerke sind aus diesem Grund nicht in Betrieb, was einem Rückgang von 443 MW entspricht.

Hinzu kommen 66 MW, die aufgrund von Ölmangel in den dezentralen Erzeugungsmotoren nicht einsatzbereit sind, was insgesamt 509 MW entspricht, die aufgrund von Energiemangel stillgelegt sind.

Solarparks reichen nicht aus

La UNE hob hervor, dass die 16 neuen Fotovoltaik-Solarkraftwerke am Sonntag 1.637 MWh produziert haben, mit einer maximalen Leistung von 360 MW. Dennoch kompensiert dieser erneuerbare Beitrag nicht die enormen strukturellen Mängel des thermischen Systems noch den Mangel an Brennstoff.

Die Stromausfälle in Kuba sind kein neues Phänomen. Seit über fünf Jahren beeinträchtigen sie das tägliche Leben von Millionen von Bürgern.

Es gibt Regionen, in denen die Stromausfälle über 20 Stunden täglich dauern, was nicht nur die Arbeit oder das Studium unmöglich macht, sondern auch die Möglichkeit, zu kochen, Lebensmittel zu lagern oder sich auszuruhen.

In einem Land mit einer lahmgelegten Wirtschaft und weitverbreitetem Mangel an Ressourcen ist elektrische Energie zu einem Luxus geworden. Währenddessen wächst die Hoffnungslosigkeit. Offizielle Versprechungen führen nicht zu echten Verbesserungen, und das Gefühl der Vernachlässigung vertieft sich mit jeder Nacht in der Dunkelheit.

Häufig gestellte Fragen zur Energiekrise in Kuba

Was ist die Hauptursache für das elektrische Defizit in Kuba?

Das elektrische Defizit in Kuba ist hauptsächlich auf die Unfähigkeit des Nationalen Stromsystems (SEN) zurückzuführen, die Nachfrage aufgrund von Störungen, Wartungsarbeiten und fehlendem Brennstoff zu decken. Die ständigen technischen Ausfälle und der Mangel an Energiequellen haben die Erzeugungskapazität des Landes erheblich geschwächt.

Wie beeinflusst die Energiekrise das tägliche Leben in Kuba?

Die Energiekrise beeinträchtigt das tägliche Leben in Kuba erheblich, mit Stromausfällen von bis zu 20 Stunden täglich in einigen Regionen. Diese Situation erschwert grundlegende Aktivitäten wie Kochen, Lebensmittelaufbewahrung und Erholung und wirkt sich zudem auf Arbeit und Studium aus. Die Bevölkerung sieht sich einer zunehmenden Verzweiflung gegenüber, angesichts der fehlenden effektiven Lösungen.

Welche Maßnahmen ergreift die kubanische Regierung, um die Stromkrise zu bewältigen?

Aunque die Regierung auf Energieeffizienz und die Integration erneuerbarer Energien gesetzt hat, waren diese Maßnahmen nicht ausreichend, um die Elektrizitätskrise in Kuba zu lösen. Die veraltete Infrastruktur und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen bleiben erhebliche Hindernisse für eine effektive Erholung des Stromsystems.

Welchen Stellenwert haben erneuerbare Energien in der Energiesituation Kubas?

Die erneuerbaren Energien, insbesondere die Solarenergie, wurden als Teil der Lösung gefördert, aber ihr Beitrag ist unzureichend, um die Mängel des elektrischen Systems in Kuba auszugleichen. Trotz der Bemühungen, das Energiemix zu diversifizieren, schaffen es die Solarparks nicht, die wachsende Nachfrage zu decken oder die strukturellen Mängel des thermischen Systems und den Mangel an Brennstoff zu mildern.

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CiberCuba-Redaktionsteam

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