Der 64-jährige guatemaltekische Francisco Urizar wurde am 17. Juni von Mitarbeitern des Immigration and Customs Enforcement (ICE) festgenommen, während er als Tortillenauslieferer eine Lieferung in einem Geschäft in Pico Rivera, Kalifornien, machen wollte, berichtet Univisión.
Nach seiner Festnahme war Urizar mehrere Tage verschwunden, ohne dass seine Familie Nachrichten über seinen Aufenthaltsort erhielt, bis seine Tochter, Nancy Urizar, kurz mit ihm sprechen konnte und bestätigte, dass er im ICE-Verarbeitungszentrum in Adelanto, Kalifornien, festgehalten wird.
Urizar lebt seit 35 Jahren in den Vereinigten Staaten und seine Familie hat rechtliche Unterstützung sowie Hilfe von Nichtregierungsorganisationen gesucht, um eine Abschiebung nach Guatemala zu verhindern, dem Land, aus dem er vor mehr als drei Jahrzehnten geflohen ist, um der Guerrilla zu entkommen. Sein rechtlicher Status ist unbekannt, ebenso ob er zuvor einen Haftbefehl gegen sich hatte oder ob er aufgrund seines äußeren Erscheinungsbildes festgenommen wurde.
Der Fall hat dank Aufnahmen von Zeugen, die die Festnahme von Urizar vor dem Geschäft 'Food 4 less' in Pico Rivera, Los Angeles, miterlebten, in die Medien Aufmerksamkeit erlangt. Er wollte dort eine Bestellung von Tortillas abliefern. Durch diese Zeugen wurden die Bilder, die in sozialen Netzwerken geteilt wurden, bekannt. Das Unternehmen, für das Francisco Urizar arbeitete, konnte ihn anhand der Videos identifizieren. Seine Tochter hat um Hilfe gebeten, um das Geschehen zu verbreiten.
Seit der Rückkehr von Präsident Donald Trump ins Weiße Haus im Januar 2025 haben sich die Festnahmen und Abschiebungen von Einwanderern mit vorherigen Abschiebungsanordnungen (I-220B) und strafrechtlichen Vorbelastungen intensiviert. Dies betrifft jedoch auch diejenigen, die legal mit einem humanitären Parole oder mit I-220A in die Vereinigten Staaten eingereist sind. Letztere werden sogar beim Verlassen des Gerichts festgenommen, nachdem ihre Asylverfahren abgeschlossen wurden.
Die Anti-Einwanderungs-Razzien haben vor allem in demokratisch regierten Bundesstaaten stattgefunden. In Los Angeles (Kalifornien) waren die Proteste massiv und haben sogar dazu geführt, dass eine Ausgangssperre verhängt wurde.
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