„Wusstest du, dass man in Kuba das Wechselgeld nicht in Münzen, sondern in Bonbons erhält? Und nein, das ist kein Scherz“, berichtete eine Kubanerin in einem auf TikTok veröffentlichten Video, nachdem sie gezeigt hatte, wie ihr in einem Staatsladen Süßigkeiten als Rückgeld gegeben wurden, nachdem sie einen Einkauf bezahlt hatte.
Die Nutzerin mit dem Benutzernamen @ledyhr92 teilte ihre Erfahrung in einem kurzen Clip, in dem das Innere des Ladens zu sehen ist, während sie mit ungläubigem Ton erzählt: „Du gehst in ein Geschäft, kaufst etwas, und wenn Geld übrig bleibt, bekommst du anstelle von Münzen ein paar Bonbons, als ob das eine Lösung wäre.“
Auf den Bildern ist zu sehen, wie die junge Frau die Theke und die Bonbons zeigt, die sie anstelle des entsprechenden Wechselgelds erhalten hat.
Die Szene, die wie ein Scherz erscheinen könnte, spiegelt eine Realität wider, die vielen Kubanern bekannt ist: der Mangel an Kleingeld und das Fehlen von Rückgeld in den Geschäften der Insel.
„Würdest du Bonbons als Wechselgeld in deinem Land akzeptieren?“, fragte die Tiktokerin ihre Follower und hinterfragte eine Praxis, die in den kubanischen Geschäften verbreitet ist, wo die Kunden gezwungen sind, Süßigkeiten, Streichhölzer oder andere Produkte von geringem Wert anzunehmen, wenn keine Münzen verfügbar sind.
Die Veröffentlichung erzeugte zahlreiche Kommentare, sowohl von Kubanern im In- und Ausland als auch von Ausländern, die ihr Staunen und ihre Empörung über die Prekarität, mit der die Verbraucher auf der Insel konfrontiert sind, zum Ausdruck brachten.
Der Mangel an Wechselgeld in bar ist ein anhaltendes Problem in Kuba, wo die Wirtschaftskrise und die Ineffizienz des Währungssystems zusammenkommen, um absurde Situationen wie diese zu erzeugen.
Häufig gestellte Fragen zur Bargeldknappheit in Kuba und zur Verwendung von Bonbons als Wechselgeld
Warum gibt es in den Geschäften in Kuba als Wechselgeld Bonbons?
Der Mangel an Kleingeld in Kuba hat dazu geführt, dass die staatlichen Geschäfte das Wechselgeld in Produkten von geringem Wert wie Süßigkeiten geben. Dies ist auf den Mangel an Kleingeld in Dollar zurückzuführen, eine Situation, die die Wirtschafts- und Währungsprobleme auf der Insel widerspiegelt.
Wie hat die kubanische Bevölkerung auf das Wechselgeld in Bonbons reagiert?
Die Reaktion der Kubaner war von Erstaunen und Empörung geprägt, sowohl auf der Insel als auch im Exil. Viele betrachten diese Praxis als Hohn und Respektlosigkeit, insbesondere gegenüber denen, die mit großem Aufwand Überweisungen senden, um ihre Familien in Kuba zu unterstützen. Die sozialen Netzwerke waren der Kanal, über den dieser Unmut zum Ausdruck gebracht wurde, und sie verdeutlichen das weit verbreitete Unwohlsein.
Welche Maßnahmen hat die kubanische Regierung bezüglich der Änderung bei Süßigkeiten ergriffen?
Der kubanische Staat hat durch seine Vertreter diese Praxis als die einzige tragfähige Alternative angesichts des Mangels an Kleingeld verteidigt. Sie haben die Kunden dazu aufgefordert, elektronische Zahlungswege als Lösung des Problems mit dem Wechselgeld zu nutzen, obwohl dies die Situation für alle Verbraucher nicht löst.
Was ist die Auswirkung der teilweisen Dollarisation auf Kuba?
Die partielle Dollarisierung der kubanischen Wirtschaft hat einen parallelen Markt geschaffen, der nur für diejenigen zugänglich ist, die Überweisungen erhalten oder Zugang zu Devisen haben. Dies hat die sozialen Ungleichheiten vertieft, da ein großer Teil der Bevölkerung weiterhin Löhne in nationaler Währung erhält, die abgewertet ist und in diesen Geschäften nicht akzeptiert wird.
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