Das Hospital Ameijeiras bestätigt, dass Kuba heute über eine „Medizin von exzellenter Qualität“ verfügt

Die Aussagen stehen im Gegensatz zur gravierenden Situation des kubanischen Gesundheitssystems, wo täglich Menschen durch fehlende Behandlungen, Medikamente und sogar durch im Krankenhaus erworbene Bakterien betroffen sind.

Mitarbeiter des Krankenhauses AmeijeirasFoto © Facebook/Klinik für Chirurgie "Hermanos Ameijeiras"

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Das Krankenhaus für klinische Chirurgie "Hermanos Ameijeiras" feierte an diesem Mittwoch den 99. Jahrestag der Geburt von Fidel Castro mit einer Veranstaltung in seiner Abteilung für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, in der der verstorbene Diktator als der Schöpfer der "Exzellenzmedizin" bezeichnet wurde, die angeblich heute die Insel auszeichnet.

In einer Nachricht, die über soziale Medien verbreitet wurde, schrieb die Institution, dass Castro ein “humanistisches Erbe und eine transformierende Vision” hinterlassen habe, die die Ausbildung von Fachkräften, die Entwicklung des Gesundheitssystems und die “internationale Solidarität” im Gesundheitsbereich ermöglicht hätte. Der Beitrag schloss mit einem Aufruf, sein “ewiges Streben, mit Liebe und Hingabe zu dienen,” zu ehren.

Facebook/Klinisches Chirurgisches Krankenhaus "Hermanos Ameijeiras"

Eine propagandistische Rede vor überlasteten Krankenhäusern

Die Aussagen stehen im Kontrast zur ernsten Lage des kubanischen Gesundheitssystems, in dem täglich Menschen von Mangel an Behandlungen, Medikamenten und sogar von in Krankenhäusern erworbenen Bakterien betroffen sind. In vielen Fällen müssen die Patienten, die operiert werden müssen, alles mitbringen: von Nahtmaterial und Handschuhen bis hin zu Antibiotika.

Der Aufruf zur „internationalen Solidarität“ wird ebenfalls von Aktivisten und Gegnern in Frage gestellt, die daran erinnern, dass das Regime Millionen Dollar mit medizinischen Einsätzen im Ausland verdient hat, während in Kuba das medizinische Personal knapp ist und die Dienstleistungen sich verschlechtern. Die angebliche Hilfe für andere Länder hat sich mehr als lukratives Geschäft und politische Waffe erwiesen als als ein echtes Altruismuszeichen.

In diesem Kontext fügt sich der Akt im Ameijeiras in die gewohnte Strategie des Regimes ein, historische Daten und Jubiläen zu nutzen, um die Figur von Fidel Castro zu verherrlichen, während die strukturelle Krise im Gesundheitswesen der Insel ignoriert wird.

Kollaps des Gesundheitssystems in Kuba: Minister gesteht ein, dass es an Medikamenten und Ressourcen mangelt

Der Gesundheitsminister von Kuba, José Ángel Portal Miranda, erkannte im Juli gegenüber den Abgeordneten der Nationalversammlung an, dass das Gesundheitssystem eine beispiellose strukturelle Krise durchlebt, gekennzeichnet durch eine Abdeckung von lediglich 30% des Grundmedikamentenbedarfs und einem generalisierten Verfall der medizinischen Dienstleistungen.

In seiner Rede rechtfertigte er die Einschränkungen im Gesundheitssektor mit einem einprägsamen Satz: „Diese Probleme werden nicht sofort gelöst, aber wir bekräftigen unser Engagement, Lösungen zu finden und die verfügbaren Ressourcen zu optimieren, soweit die Finanzierung es erlaubt.“

Während seiner Anhörung vor der Kommission für Gesundheit und Sport des kubanischen Parlaments beschrieb Portal Miranda ein desolates Bild für den Sektor, mit chronischen Defiziten bei medizinischen Materialien, organisatorischen Mängeln, dem Exodus von Fachkräften, dem illegalen Verkauf von Dienstleistungen in Krankenhäusern und einem Anstieg der maternalen und kindlichen Sterblichkeit.

Häufig gestellte Fragen zur Situation des Gesundheitssystems in Kuba

Ist es wahr, dass Kuba über eine „Exzellenzmedizin“ verfügt?

Die Behauptung, dass Kuba über eine „Exzellenzmedizin“ verfügt, steht im Gegensatz zur Realität des kubanischen Gesundheitssystems, das mit einer schweren strukturellen Krise konfrontiert ist. Obwohl das Hospital Ameijeiras Fidel Castro die Schaffung eines hochwertigen Gesundheitssystems zuschreibt, ist die aktuelle Situation von einem Zusammenbruch geprägt, mit fehlenden Medikamenten, medizinischen Hilfsmitteln und Gesundheitsfachkräften. Die Realität ist, dass das Gesundheitssystem in Kuba in einem schlechten Zustand ist und nicht den grundlegenden Bedürfnissen der Bevölkerung entspricht.

Wie beeinflusst die Krise des Gesundheitssystems die Patienten in Kuba?

Die Patienten in Kuba stehen vor einer kritischen Situation aufgrund des Mangels an Ressourcen in den Krankenhäusern. Die Knappheit an Medikamenten und grundlegenden Materialien zwingt die Patienten, ihre eigenen Hilfsmittel mitzubringen, die von Nähten bis hin zu Antibiotika reichen. Darüber hinaus erhöhen die unhygienischen Bedingungen und der Mangel an Instandhaltung in den Krankenhäusern das Risiko von Infektionen und Komplikationen bei den Behandlungen.

Welche Rolle spielen die kubanischen medizinischen Missionen im aktuellen Kontext des Gesundheitssystems?

Die kubanischen medizinischen Missionen wurden dafür kritisiert, mehr ein lukratives Geschäft für das Regime als einen Akt des Altruismus darzustellen. Während die kubanische Regierung Ärzte ins Ausland sendet, um Deviseneinnahmen zu generieren, bleibt der Personalmangel im Gesundheitswesen auf der Insel ein ernstes Problem. Diese Strategie wird als politisches Instrument betrachtet, das das Gesundheitssystem in Kuba ohne die notwendigen humanen Ressourcen lässt, um die eigene Bevölkerung zu betreuen.

Welche Maßnahmen hat die kubanische Regierung ergriffen, um der Gesundheitskrise zu begegnen?

Die kubanische Regierung hat die Krise anerkannt, jedoch eine begrenzte Haltung hinsichtlich der Lösungen eingenommen. Der Gesundheitsminister, José Ángel Portal Miranda, bestätigte die ernste Lage und erwähnte den Mangel an Ressourcen als ein Hindernis für die Verbesserung des Systems. Dennoch wurden keine konkreten und effektiven Maßnahmen zur Lösung der unmittelbaren Probleme angekündigt, was die Bevölkerung mit Unzufriedenheit und ohne eine klare Aussicht auf Verbesserung zurücklässt.

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