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Miami steuert auf eine historische Stichwahl zu, um zu entscheiden, wer die Führung der kommunalen Regierung übernehmen wird, nach Wahlen, die durch hohe Beteiligung, zahlreiche Kandidaten und eine deutliche ideologische Polarisierung geprägt waren.
Die Auseinandersetzung hat sich auf zwei Schlüsselnamen reduziert: die Demokratische Eileen Higgins und der Republikaner Emilio T. González, die um das Bürgermeisteramt in der für den 9. Dezember anberaumten Stichwahl konkurrieren werden.
Ergebnisse der ersten Runde: Vom Chaos zur Definition
In einer nicht parteiischen Wahl, die jedoch stark ideologische Züge aufwies, erzielte die Kommissarin Eileen Higgins einen klaren Vorsprung mit 36 % der Stimmen (13.325 Stimmen), gefolgt von dem ehemaligen Stadtverwalter Emilio T. González mit 19 % (7.214 Stimmen).
Mit 96 % der Auszählung hat keiner die erforderlichen 50 % für den direkten Sieg erreicht, was automatisch eine zweite Runde zwischen den beiden meistgewählten Kandidaten auslöste.
Die anderen Mitstreiter, trotz ihrer Erfahrung und Anerkennung, konnten nicht die notwendige Unterstützung gewinnen, um voranzukommen:
Ken Russell: 18 % (6.514 Stimmen).
Joe Carollo: 11 % (4.253 Stimmen).
Alex Díaz de la Portilla: 5 % (1.905 Stimmen).
Xavier Suárez: 5 % (1.830 Stimmen).
Weitere Kandidaten: weniger als 3 %.
Insgesamt haben sich 13 Kandidaten beworben, darunter gewichtige Namen wie Xavier L. Suárez, ehemaliger Bürgermeister und Vater des aktuellen scheidenden Mandatsträgers, und Joe Carollo, ebenfalls ehemaliger Bürgermeister in zwei verschiedenen Amtszeiten.
Eileen Higgins: eine progressive Vision für das neue Miami
Higgins, Kommissarin des Distrikts 5 und registrierte Demokratin, hat ihre Plattform auf den Säulen des urbanen Progressismus aufgebaut. Während ihres Wahlkampfes betonte sie Themen wie:
Erschwinglicher Wohnraum.
Klimaanpassungsfähigkeit.
Transparenz in der öffentlichen Verwaltung.
Seine Botschaft hat bei einer Wählerschaft Widerhall gefunden, die sich nach einem Wechsel in der Art und Weise sehnt, wie die Stadt verwaltet wird. In seiner Erklärung nach den Ergebnissen äußerte Higgins:
„In dieser Nacht hat das Volk von Miami Geschichte geschrieben. Gemeinsam blätterten wir um und schlossen ein Kapitel voller Chaos und Korruption auf, um eine neue Ära für unsere Stadt zu eröffnen, eine geprägt von ethischer, verantwortungsvoller Führung, die echte Ergebnisse für die Menschen liefert.“
Sie ist in der nationalen Politik keine Unbekannte: Sie kandidierte 2022 für den Kongress der USA, jedoch ohne Erfolg. Diese neue Wahl bietet ihr die Gelegenheit, ihren politischen Einfluss zu festigen.
Emilio González: militärische Disziplin und fiskalische Ordnung
Auf der anderen Seite des politischen Spektrums befindet sich Emilio T. González, republikanischer Neigung, mit einer umfangreichen Geschichte in der öffentlichen und militärischen Verwaltung:
-Ehemaliger Stadtmanager von Miami zwischen 2018 und 2020.
Offizier im Ruhestand der US-Armee mit 26 Jahren Dienstzeit.
Ex-Subsekretär des Ministeriums für Innere Sicherheit während der Präsidentschaft von George W. Bush.
González hat die politische Unterstützung von Gouverneur Ron DeSantis und fördert eine Agenda, die auf Folgendes ausgerichtet ist: Stärkung der Sicherheit; Anziehung von Investitionen und konservative Finanzpolitik
Während seiner Wahlveranstaltung im Nachtclub Hoy Como Ayer dankte González seinen Anhängern und zeigte sich zuversichtlich für die zweite Runde.
Ein Zeitalterwechsel: Francis Suárez verabschiedet sich
Die zweite Runde wird nicht nur den neuen Bürgermeister bestimmen, sondern auch das Ende der Ära von Francis Suárez markieren, der seit 2017 Bürgermeister ist, ein moderater Republikaner und nahe dem Präsidenten Donald Trump.
Suárez kann sich nicht zur Wiederwahl stellen, da er bereits zwei Amtszeiten absolviert hat.
Diese Veränderung stellt eine Transformation im politischen Panorama von Miami dar, da die Stadt je nach Endergebnis einen ideologischen Kurswechsel vollziehen könnte.
Wahlkontext: ein gespaltenes Wählerverzeichnis
Laut den Daten des Wahlamtes des Miami-Dade-Kreises:
Es gibt mehr als 61.000 registrierte Demokraten.
- Gegenüber fast 53.000 Republikanern.
-Und mehr als 55.000 Wähler ohne Parteizugehörigkeit.
Dies weist darauf hin, dass das Wählerverhalten nicht stark polarisiert ist, was ein Fenster der Möglichkeit eröffnet, dass beide Kandidaten Stimmen im politischen Zentrum während der zweiten Runde gewinnen können.
Mit der für den 9. Dezember 2025 angesetzten zweiten Runde müssen sowohl Higgins als auch González ihre Anstrengungen verdoppeln, um ihre Basis zu mobilisieren und unentschlossene Wähler zu überzeugen. Der Schlüssel liegt in:
-Die Fähigkeit, ihre Koalitionen über ihre Kernmitglieder hinaus auszubauen.
-Die Allianzen mit Kandidaten, die in der ersten Runde ausgeschieden sind.
-Der Schwerpunkt ihrer Kampagnen liegt auf lokalen Themen wie Sicherheit, Wohnraum und wirtschaftlicher Entwicklung.
Das Endergebnis wird nicht nur die Führung einer der einflussreichsten Städte im Süden der Vereinigten Staaten bestimmen, sondern auch die politische und ideologische Richtung festlegen, die Miami im nächsten Jahrzehnt einschlagen wird.
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