El Huracán Melissa ließ den Osten Kubas mehrere Tage ohne Strom, was zu einem weniger sichtbaren, aber verheerenden Effekt führte: der massive Verlust von Lebensmitteln in Haushalten, die bereits unter chronischer Knappheit leiden.
Das Food Monitor Programm (FMP) beschreibt dieses Szenario als „eine stille Tragödie“, in der der Mangel an Energie zur Kühlung die Zersetzung der wenigen Produkte beschleunigt, die die Familien inmitten der tropischen Hitze bewahren können.
Die Organisation weist darauf hin, dass in einem Land, wo „jedes verlorene Stück wie eine Niederlage schmerzt“, die prolongierten Stromausfälle nicht nur das Gelagerte zerstören, sondern auch das Risiko von Lebensmittelvergiftungen vervielfachen und die Ernährungsunsicherheit verschärfen.
In der Praxis, wenn der Hurrikan zuschlägt, werden nicht nur Dächer oder Ernten zerstört: Auch das Wenige, was in den Kühlschränken gelagert ist, geht verloren, was die direkt verletzlichsten Haushalte bestraft.
Laut dem FMP werden meteorologische Ereignisse wie Melissa immer häufiger und intensiver aufgrund des Klimawandels, ein Muster, das bereits belastete Systeme besonders stark trifft.
Die Verlust der Kühlung nach dem Sturm setzt die Familien der Gefahr von verdorbenen Lebensmitteln aus, zu Krankheiten und zu einer sofortigen Einschränkung der täglichen Ernährung, gerade zu einem Zeitpunkt, an dem der Zugang zu Grundnahrungsmitteln aufgrund von Unterbrechungen in Diensten und Logistik besonders schwierig ist.
Der Bericht stellt fest, dass diese Notsituation in einem Netzwerk von bestehenden Verwundbarkeiten verankert ist: fragile Wirtschaft, kollabierte Dienstleistungen und geringe Gemeinschaftsresilienz.
Unter diesen Bedingungen wird ein Stromausfall zu einem Auslöser für aufeinanderfolgende Auswirkungen: von der Verlust von Vorräten im Haushalt bis hin zur Verschlechterung der Gesundheit durch den Verzehr von verdorbenen Lebensmitteln oder durch die Unmöglichkeit, diese kurzfristig zu ersetzen.
Der FMP teilt sogar Erfahrungen von Familien, die veranschaulichen, wie der langanhaltende Stromausfall die Kühlschränke leert und die Ernährung von Kindern und Erwachsenen einschränkt.
Für die Organisation ist verderbliches Essen nicht nur eine klimatische Folge: Es ist auch ein Spiegelbild eines kollabierten Systems.
Deshalb besteht die Notwendigkeit, dass das Gespräch über klimatische Resilienz in Kuba mehr umfasst als nur das Reparieren von Masten oder das Wiederherstellen von Leitungen: Es erfordert Würde, Stabilität und Ernährungssicherheit, damit der nächste Sturm nicht erneut in Hunger und Krankheit in den Haushalten umschlägt.
Die Unión Eléctrica von Kuba (UNE) informierte am Dienstag, dass das Land mit einem Generationsdefizit von über 1.460 Megawatt (MW) konfrontiert ist, eine Zahl, die die zusätzlichen Ausfälle von mehr als 200 MW, die in der östlichen Region durch den Sturm Melissa gemeldet wurden, nicht berücksichtigt.
Die UNE gab an, dass der Dienst am vorhergehenden Tag 24 Stunden lang beeinträchtigt war und in der heutigen Früh instabil blieb. Die größte Beeinträchtigung lag bei 1.542 MW um 19:00 Uhr am Montag, während die Provinzen von Las Tunas bis Guantánamo aufgrund der Schäden, die der Hurrikan Melissa verursacht hat, mit 250 MW betroffen blieben.
Unter den wichtigsten technischen Vorfällen berichtete die UNE von Störungen in den Einheiten 5 und 6 der CTE Antonio Maceo, der Einheit 2 der CTE Felton und der Einheit 5 der CTE Nuevitas. Zudem befinden sich die CTE Antonio Guiteras, die Einheit 2 der CTE Santa Cruz und die Einheit 4 der CTE Carlos Manuel de Céspedes in Cienfuegos in geplanter Wartung.
Andererseits sind 81 zentrale Anlagen zur dezentralen Stromerzeugung aufgrund von Treibstoffmangel außer Betrieb, was 651 MW ungenutzte Leistung bedeutet, während weitere 106 MW aufgrund von Mangel an Schmierstoffen nicht erzeugen können. Insgesamt sind 757 MW aufgrund von Ressourcenmangel betroffen.
In den östlichen Provinzen ist die Erholung nach dem Hurrikan Melissa noch nicht konkretisiert.
En Holguín wurde nur 81 % wiederhergestellt; in Granma 78,24 %; in Guantánamo 96,88 % und in Santiago de Cuba nur 34,01 %.
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