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In Bayamo hat eine verzweifelte Tochter ihren Schmerz in einen öffentlichen Aufruf verwandeln müssen, um zu versuchen, ihre Mutter zu retten.
Sin otra opción, Marilin Polo veröffentlichte auf Facebook einen dringenden Aufruf zur Blutspende B- und O- und stellte klar, dass jede Minute zählt.
"Von diesen Spenden hängt das Leben meiner Mama ab," schrieb sie in einem Flehen, das in der heutigen Realität Kubas zu häufig geworden ist.
Marilin bot sogar an, für die Spenden zu bezahlen, und bestätigte damit die Ernsthaftigkeit der Situation: ihre Mutter, Ana María Benítez Pompa, 53 Jahre alt, benötigt dringend Blut, und das Krankenhaus kann dies nicht garantieren.
Die junge Frau gab ihre persönlichen Daten und die Kontakttelefonnummern: 51251709 oder 5160812 an, in der Hoffnung, dass ein Unbekannter, motiviert durch Solidarität, vor Ablauf der Frist zur Provinzblutbank in Bayamo kommt.
Ihre beiden Nachrichten offenbaren nicht nur die persönliche Verzweiflung einer Familie, sondern auch den strukturellen Zusammenbruch des Gesundheitssystems in der Provinz Granma und im ganzen Land.
Wäre es nicht für diese Solidarität der Bürger, hätten Hunderte von Patienten in Kuba einfach keine realistischen Überlebenschancen.
Eine Bitte, die die offizielle Rhetorik widerlegt
Das Drama dieser Familie steht im Gegensatz zur Rhetorik der Gesundheitsbehörden von Granma vor nur wenigen Wochen.
Ende Oktober versicherten Vertreter des Gesundheitssektors öffentlich, dass die Blutbank von Bayamo vorbereitet sei und „alle Bedingungen“ erfülle, um Spenden angesichts der Nähe des Hurrikans Melissa zu empfangen.
Die Provinzdirektorin für Gesundheit, Yelenis Elías Montes, erklärte damals, dass das Personal und die Ressourcen bereit seien, um auf jede Notlage zu reagieren.
Aber die Realität hat sich erneut durchgesetzt: Während das staatliche Apparate mit Organisation und Kapazität prahlt, leben die betroffenen Familien den Alltag der absoluten Knappheit.
Wenn die Institution tatsächlich gut ausgestattet wäre, müsste Marilin nicht zu sozialen Netzwerken greifen, um um das Leben ihrer Mutter zu bitten. Dieser Fall verdeutlicht einmal mehr den Widerspruch zwischen den Aussagen der Behörden und den Erfahrungen der Bürger, wenn sie in ein Krankenhaus kommen.
Eine Krise, die sich immer wiederholt
Was diese bayamesische Familie erlebt, ist kein Einzelfall, sondern Teil einer langen Kette von persönlichen Notlagen, die zu öffentlichen Bitten geworden sind.
In den letzten Monaten haben andere Fälle die Bevölkerung erschüttert.
Uno war der Fall eines zweijährigen Mädchens mit Leukämie in Holguín, das zwei Plasmaspende täglich benötigte. Die Angehörigen mussten dringend Hilfe im Internet suchen, weil das Krankenhaus die Versorgung nicht garantieren konnte.
Ein 38-jähriger Mann, der ebenfalls an Leukämie leidet, musste sich aus seinem Bett in Ciego de Ávila filmen, um Hilfe zu bitten: "Ich brauche Blut. Ich brauche Hilfe", rief er, angesichts des Mangels an Blutkonserven im medizinischen Zentrum, in dem er behandelt wurde.
Diese Forderungen, die in der gesamten Insel gehäuft auftreten, spiegeln nicht nur den chronischen Mangel an Ausrüstung, Materialien und Medikamenten wider, sondern auch den Verfall eines Gesundheitssystems, das nicht einmal den grundlegendsten Bedürfnissen gerecht werden kann.
Ohne Blut, ohne Reagenzien, ohne minimale Bedingungen sind es die Familien – und nicht die Institutionen – die die Verantwortung übernommen haben, ihre Angehörigen am Leben zu erhalten.
Ein Land, in dem die Hilfe in den Netzwerken und nicht in den Institutionen liegt
In einem Kontext von maroden Krankenhäusern, Laboren ohne Materialien und Blutbanken, die nur nominal funktionieren, hat das kubanische Volk soziale Medien zu einem kollektiven Rettungsanker gemacht.
Dort kursieren Blutspendenanfragen, Medikamente, die unmöglich zu beschaffen sind, nicht existierende Reagenzien und die Daten der Patienten, die von der Großzügigkeit Unbekannter abhängen.
Die Geschichte von Marilin und ihrer Mutter ist ein weiterer Reminder für das alltägliche Versagen, das Kranke in Kuba erfahren. Wenn der Staat nicht einmal das Elementarste zur Rettung eines Lebens gewährleistet, organisiert sich die Bevölkerung, spendet, teilt, verbreitet Informationen und übernimmt informell einen Service, der eigentlich in der Verantwortung der Institutionen liegen sollte.
In Bayamo, während Marilin weiterhin ihren Aufruf veröffentlicht und repostet in der Hoffnung, dass jemand rechtzeitig spenden kann, reiht sich ihr Fall in die lange Liste der Kubaner ein, die ihren Schmerz in ein öffentliches Flehen verwandeln mussten.
Eine Bitte, die nicht hätte existieren sollen, aber heute der einzige Weg ist, um Leben zu retten in einem Land, wo Gesundheit kein garantiertes Recht mehr ist, sondern zu einer Lotterie geworden ist, geprägt von Knappheit, Verfall und offizieller Stille.
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