Verschwinden eines Kindes in Santiago de Cuba gemeldet



Die Mutter des Jungen, erkrankt am Virus, erlaubte der Partnerin ihres Bruders, ihn mitzunehmen, angeblich um zu verhindern, dass er sich ansteckte. Und sie hörte nichts mehr von ihm.

Yordan Corrales Ricardo und seine Mutter Reida Ricardo OrtegaFoto © Facebook / Idalmis Guibert und Yosmany Mayeta Labrada

Verwandte Videos:

Die Verschwinden des fünfjährigen Yordan Corrales Ricardo in Santiago de Cuba hat die Alarmglocken einer Gemeinschaft läuten lassen, die sich erneut gezwungen sieht, aus eigener Kraft zu handeln, angesichts des Mangels an offiziellen Antworten.

Der Fall wurde auf Facebook vom unabhängigen Journalisten Yosmany Mayeta Labrada gemeldet, nachdem die Mutter des minderjährigen Jungen, Reida Ricardo Ortega, sich in einem verzweifelten Versuch an ihn wandte, um ihren Sohn nach mehr als einer Woche ohne Nachrichten zu finden.

Die Frau, die krank mit dem Virus war und sich um ihre beiden kleinen Kinder kümmerte, ließ die neue Partnerin ihres Bruders Yordan zum Reparto Altamira mitnehmen, unter dem Vorwand, dass er sich dort nicht anstecken würde.

Laut seiner Aussage wurde er von dort nach Reparto Altamira gebracht, dann nach Reparto Van Van, wo der Onkel des kleinen Jungen wohnt, und anschließend nach Songo La Maya.

Seit Donnerstag letzter Woche ist der Aufenthaltsort von Yordan vollständig unbekannt.

Captura de Facebook / Yosmany Mayeta Labrada

Die Mutter versichert, dass sie kein Foto, keinen Namen und keine Identitätsdaten der Frau hat, die den Jungen mitgenommen hat, was die Schwere des Falls erhöht.

Eine ignorierte Anzeige

Reida berichtete, dass als sie zur Polizeistation ging, um die Vermisstenanzeige zu erstatten, die Beamten anstelle eines dringenden Suchprotokolls sie darum baten, ihren eigenen Bruder formell anzuklagen. Bis jetzt haben sie jedoch die Anzeige nicht bearbeitet und keine Ermittlungen eingeleitet.

Laut der Mutter wurde kein einziges Mittel mobilisiert, um den Minderjährigen zu finden, obwohl er sich angeblich in der Obhut einer praktisch unbekannten Person befindet.

Die Familie betont, dass jede Information entscheidend sein kann, und hat die Kontakte zur Entgegennahme von Hinweisen veröffentlicht: +53 59187737 / +53 22685059.

Familien, die gezwungen sind, die Institutionen zu ersetzen

Der Fall von Yordan ist kein Einzelfall.

In den letzten Jahren haben die Verschwinden von Minderjährigen und Erwachsenen eine wachsende Besorgnis in der Bevölkerung ausgelöst, nicht nur aufgrund der Häufigkeit der Vorfälle, sondern auch wegen der unzureichenden Reaktion der Behörden, die häufig die Verfahren verzögern, Warnungen bagatellisieren oder einfach keine Suchaktionen einleiten.

In Abwesenheit funktionierender offizieller Mechanismen sind soziale Netzwerke zum primären Suchwerkzeug geworden, eine Rolle, die eigentlich Institutionen zufallen sollte, die darauf vorbereitet sind, schnell zu handeln.

Es sind die Mütter, Väter, Ehepartner und Freunde, die gezwungen sind, Fotos zu verbreiten, Routen zu rekonstruieren, Zeugen zu kontaktieren und öffentlich Druck auszuüben, damit die Fälle nicht ohne Maßnahmen archiviert werden.

Jede Veröffentlichung im Internet wird zu einem kollektiven Zeugnis der institutionellen Leere: Kinder, Jugendliche und Erwachsene, deren Verbleib mehr von der Solidarität der Bürger abhängt als von einem formalen Systems der Ermittlungen.

Eine wachsende Sorge

Das Verschwinden von Yordan legt erneut diese Verletzlichkeit offen. Während sein Foto viral geht und die Gemeinschaft die Daten des Jungen teilt, befürchtet die Familie, dass die Zeit gegen sie arbeitet.

Der Aufruf ist klar: Jeder, der ihn gesehen hat oder einen Hinweis geben kann, egal wie klein er auch erscheinen mag, wird gebeten, sich umgehend zu melden.

Santiago de Cuba erlebt erneut die Verzweiflung einer Mutter, die keine Antworten erhält, und eine soziale Umgebung, die sich organisiert, weil sie auf offizielle Lösungen nicht warten kann.

Der Fall wirft eine Beschwerde auf, die auf der ganzen Insel immer wieder zu hören ist: die Dringlichkeit effektiver Protokolle und eines Polizeihandels, das die Bürger nicht gezwungen werden lässt, aus Verzweiflung die einzigen Verantwortlichen für die Suche nach ihren Angehörigen zu werden.

Archiviert unter:

CiberCuba-Redaktionsteam

Ein Team von Journalisten, das sich verpflichtet fühlt, über kubanische aktuelle Themen und globale Interessen zu berichten. Bei CiberCuba arbeiten wir daran, wahrheitsgemäße Nachrichten und kritische Analysen zu liefern.