Gesundheitsbehörden in Granma romantisieren Schwangerschaften bei Jugendlichen und ernten Kritik in den sozialen Medien



Die Gesundheitsbehörde von Granma wurde dafür kritisiert, die Schwangerschaft bei Jugendlichen in sozialen Medien zu romantisieren und dabei das soziale und gesundheitliche Problem zu ignorieren, das sie darstellt. Kuba sieht sich hohen Raten von Teenagerschwangerschaften gegenüber.

Schwangere JugendlicheFoto © Facebook DPS Granma

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Eine aktuelle Veröffentlichung der Provinzdirektion für Gesundheit (DPS) von Granma hat heftige Kritiken unter Aktivisten und kubanischen Nutzern ausgelöst, da viele sie als Versuch betrachten, eine Romantisierung der Teenagerschwangerschaft zu fördern, ein Phänomen, das in Kuba zunimmt und Besorgnis hervorruft.

Auf ihrem offiziellen Profil teilte die DPS einen Besuch im Mutterheim „8 de Marzo“ der Gemeinde Cauto Cristo, wo der Fall von Leidys hervorgehoben wurde, einem Jugendlichen mit 36 Schwangerschaftswochen, die bald ihre Tochter Mélany zur Welt bringen wird.

Facebook DPS Granma

Der Beitrag lobte die „Reife“, mit der die junge Frau ihre Schwangerschaft angenommen hat, und reproduzierte Auszüge aus Texten von José Martí über die Maternität, wobei das Ganze als ein Zeichen von Zärtlichkeit, Hoffnung und Schönheit bezeichnet wurde.

„Leidys, die in wenigen Tagen die jugendliche Mutter von Mélany sein wird, hat ihre Schwangerschaft mit außergewöhnlicher Reife für ihr Alter angenommen. Sie träumt davon, Lehrerin zu werden und die Kinder ihrer Gemeinschaft zu unterrichten“, veröffentlichte die DPS Granma.

Die Veröffentlichung lässt das genaue Alter der jungen Frau weg. Dennoch löste sie eine Welle von Reaktionen in den sozialen Netzwerken aus, in denen viele Kubaner den "romantischen" Ton kritisierten, mit dem die Behörden ein soziales und gesundheitliches Problem behandeln.

Die Aktivistin Idelisa Diasniurka Salcedo Verdecia war eine der ersten, die antwortete. „Ist das wirklich das, was Sie als Erfolg präsentieren wollen? Bitte! Mädchen sind nicht dazu da, das Leben vorzeitig zu erleben oder Mütter zu werden, wenn sie eigentlich noch lernen, spielen und ihre Zukunft aufbauen sollten“, äußerte sie.

Über die zukünftige Geburt fügte er hinzu: „Möge sie gesund zur Welt kommen, ja… aber wir sollten die schmerzhafte Realität, die Verletzlichkeiten aufzeigt und enorme Mängel im Schutz, in der Bildung und in der familiären und staatlichen Unterstützung offenbart, nicht romantisieren. Eine schwangere Minderjährige ist kein Grund zum Stolz, sondern ein dringender Aufruf, zu überprüfen, was um unsere Mädchen herum geschieht.“

Eine weitere Nutzerin hinterfragte ebenfalls die offizielle Veröffentlichung scharf. „Völlig einverstanden. Wie können sie es wagen, eine Teenagerschwangerschaft so zu romantisieren?“

Ein strukturelles Problem

Laut dem Demografischen Jahrbuch von Kuba 2024, veröffentlicht von der Nationalen Statistik- und Informationsbehörde (ONEI) im Jahr 2025, machten die Geburten von jugendlichen Müttern fast 18 % der Gesamtgeburten im Land aus. Allein im Jahr 2024 wurden 11.962 Geburten von Müttern im Alter von 15 bis 19 Jahren und 327 von Minderjährigen unter 15 Jahren registriert, was die anhaltende Problematik der frühen Schwangerschaft als soziale und gesundheitliche Herausforderung auf der Insel bestätigt.

Die östlichen Provinzen, darunter Granma, Las Tunas und Guantánamo, verzeichnen die höchsten Raten an Teenagerschwangerschaften. Obwohl die nationale Rate leicht auf 47,1 Geburten pro 1.000 Jugendliche gesunken ist, zählt Kuba weiterhin zu den Ländern mit der höchsten Inzidenz von Teenagerschwangerschaften in der Region, wie die offiziellen Statistiken zeigen.

Die Veröffentlichung der DPS Granma wurde, anstatt einen verantwortungsvollen Austausch über diese Ursachen zu fördern, als Versuch wahrgenommen, eine schmerzhafte Realität hinter einem offiziellen Diskurs von "Zärtlichkeit und Hoffnung" zu verschleiern, ohne die sozialen und psychologischen Konsequenzen anzuerkennen, mit denen junge Mütter konfrontiert sind.

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