Warum hat Havanatur die Schließung ihrer Tochtergesellschaft in Frankreich angekündigt?



Der 1. Januar 2026 markierte die offizielle Schließung des Havanatur-Büros in Frankreich.


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Der 1. Januar 2026 markierte die offizielle Schließung der Havanatur-Büros in Frankreich, einer Schlüsseltochtergesellschaft des führenden staatlichen Reiseveranstalters Kubas.

Die Anzeige, die Ende Dezember unter europäischen Reiseagenturen kursierte, spiegelt nicht nur die Insolvenz dieses speziellen Standorts wider, sondern auch eine umfassendere und tiefere Krise in der touristischen Struktur der karibischen Insel.

Die Nachricht wurde von mehreren Fachmedien bestätigt.

Ein finanzieller und operativer Zusammenbruch

Laut einer Bestätigung von L’Echo Touristique hat Havanatur seine Geschäfte in Frankreich eingestellt, nachdem es seinen Versicherungsvertrag mit der Versicherungsgesellschaft Hiscox verloren hat und es nicht gelungen ist, eine neue Firma zu finden, die das Risiko übernimmt.

Dies führte dazu, dass das Unternehmen sich in einer rechtlich unhaltbaren Situation auf dem französischen Markt befand, wo eine Berufshaftpflichtversicherung für die Ausübung der Tätigkeit obligatorisch ist.

„Wenn sie einen neuen Versicherer gefunden hätten, hätten sie ihre Geschäfte fortgesetzt“, erklärte Emmanuel Toromanof, Generalsekretär der Berufsvertretung für Solidarität im Tourismus (APST), gegenüber dem genannten Medium.

Sin embargo, das Unternehmen informierte seine Partner formell über seine Absicht, vor dem Handelsgericht in Paris Insolvenz anzumelden.

Die Agenturennetzwerk Selectour gehörte zu den ersten, die durch einen am 23. Dezember an ihre Mitglieder gesendeten Brief auf die Schließung aufmerksam machte. In diesem Brief wurde über die Kündigung der Versicherungspolice und den bevorstehenden Beginn des Insolvenzverfahrens informiert.

Unmittelbare Folgen für Agenturen und Kunden

Die französische Filiale von Havanatur vertrieb ausschließlich über Reiseagenturen, sodass die Endkunden durch die APST geschützt sind.

Dennoch mindert dies nicht die logistische und finanzielle Komplexität, mit der die Agenturen jetzt konfrontiert sind.

Die für 2026 von Havanatur verkauften Reisepakete nach Kuba wurden storniert, und die Agenturen müssen ihren Kunden jetzt entweder alternative Lösungen anbieten oder eine vollständige Rückerstattung vornehmen.

Falls der Kunde ein neues Angebot annimmt, muss er die Differenz zahlen, wenn der Preis höher ist.

Wenn Sie sie nicht akzeptieren, muss die formale Stornierung und Rückerstattung in vollem Umfang bearbeitet werden.

„Es ist kompliziert für Reiseagenturen“, räumte Toromanof ein, der klarstellte, dass die Verantwortung jetzt bei den Vermittlern liegt, um von Fall zu Fall Lösungen zu finden.

Ein Zeichen des kubanischen tourismus Zusammenbruchs

Aunque de momento no hay confirmación de que otras filiales de Havanatur geschlossen haben, Medien wie Preferente warnen, dass „es logisch ist, dass alle wirtschaftliche Probleme haben“ aufgrund des Rückgangs des Tourismus auf der Insel.

Seit 2018, als Kuba einen Rekord von 4,7 Millionen Besuchern erreichte, sind die Zahlen kontinuierlich gesunken.

Im Jahr 2025 hatte die kubanische Regierung geplant, 2,6 Millionen internationale Besucher zu empfangen.

Dennoch kamen nur etwa 1,9 Millionen Reisende, was 73 % der offiziellen Schätzung entspricht. Außerdem lagen die Einnahmen deutlich unter den Erwartungen: 917,4 Millionen Dollar, nur etwa 75,8 % des Erwarteten.

Die Ursachen: Epidemien, Stromausfälle und toxische Diplomatie

Die Debakel kann nicht verstanden werden, ohne den nationalen Kontext zu betrachten. Im Laufe des Jahres 2025 war Kuba Schauplatz mehrfacher gesundheitlicher Krisen.

Hinzu kommt der Verfall der grundlegenden Infrastruktur: langanhaltende Stromausfälle, Wassermangel, Müllansammlungen und ein Gesundheitssystem, das nicht in der Lage ist, zu reagieren.

Spanien aktualisierte im Dezember seine Gesundheitswarnung und rät von Reisen nach Kuba ohne vorherige Impfung ab, wobei es auf die angespannte Situation in den Krankenhäusern hinweist.

Kanada, der größte Absender von Touristen nach Kuba, hat seine Besucherzahlen um 20% reduziert. Andere Länder und Fluggesellschaften haben empfohlen, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen oder sogar Reisepläne zu ändern.

Auf geopolitischer Ebene befindet sich die Region ebenfalls in einer Phase der Spannungen. Die militärische Aufrüstung in Venezuela, zusammen mit der Festnahme von Nicolás Maduro durch amerikanische Truppen, hat das Risikoempfinden in der Karibik erhöht.

Reiseziele wie Cancún oder Punta Cana haben sich nicht nur von der Pandemie erholt, sondern weisen auch hohe Hotelauslastungsraten und eine Expansion der Flugverbindungen auf.

Kuba hingegen bietet ein Erlebnis, das von Unsicherheit, Mangel und Verfall geprägt ist.

Die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit wird durch die geringe Flexibilität des kubanischen Tourismusmodells, das stark zentralisiert ist und sich nur wenig an das neue Profil des Reisenden nach der Pandemie anpasst, verschärft.

Die Situation von Havanatur in Frankreich veranschaulicht, wie die strukturellen Probleme des Landes direkt auf die bereits angeschlagene Freizeitindustrie Einfluss nehmen.

Havanatur präsentiert sich als „die internationale Gruppe von Reiseveranstaltern und Reisebüros, die führend in der Förderung und Vermarktung der touristischen Produkte Kubas ist“. Doch ihre Schließung in Frankreich zeigt, dass diese Führungsposition heute nicht mehr tragbar ist.

Aus dem Ausland betrachtet, erscheint der Fall wie eine einfache Schließung eines Büros. Von innen zeigt er die Erschöpfung eines Modells, das auf den Tourismus als wirtschaftlichen Rettungsanker gesetzt hat, heute jedoch mit einer finanziellen, gesundheitlichen und politischen Erstickung konfrontiert ist.

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