Eine euphorische Delcy Rodríguez kündigt an, wie hoch die Investition in die Ölindustrie in Venezuela im Jahr 2026 sein wird



Delcy Rodríguez (i) und Logo von PDVSA (d)Foto © Collage X/Delcy Rodríguez - Wikimedia

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Die kommissarische Präsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez, kündigte an, dass das südamerikanische Land eine Investition von 1,4 Milliarden Dollar im Ölsektor für 2026 plant, eine Summe, die die fast 900 Millionen Dollar, die 2025 investiert wurden, bei weitem übersteigt.

Die Ankündigung erfolgte im Rahmen einer öffentlichen Anhörung zur Reform des organischen Gesetzes über Kohlenwasserstoffe, das derzeit in der Nationalversammlung des südamerikanischen Landes diskutiert wird.

„Im vergangenen Jahr betrug die Investition fast 900 Millionen Dollar, und für dieses Jahr wird eine Investition von 1.400 Millionen Dollar geschätzt und projiziert“, bestätigte Rodríguez während des Treffens, das über den staatlichen Kanal Venezolana de Televisión (VTV) übertragen wurde.

Die Investitionsprognose ist Teil eines neuen staatlichen Anstoßes zur energetischen Entwicklung des Landes, durch vertragliche Mechanismen, die von dem umstrittenen Antiblockierungsgesetz, das 2020 zur Umgehung internationaler Wirtschaftssanktionen verabschiedet wurde, ermöglicht werden.

Produktive Verträge, gemischte Allianzen und Öl-Ambitionen

In seiner Rede betonte Rodríguez die zentrale Rolle, die die Verträge über produktive Beteiligungen (CPP) bei der Strategie zur Wiederherstellung und Expansion des Sektors spielen, als einen effektiven Weg zur Stärkung der Produktion und zur Anwerbung von Kapital.

Derzeit verfügt Venezuela über 29 aktive Verträge über Produktionsbeteiligung, die neben Systemen wie gemischten Unternehmen und technischen sowie finanziellen Allianzen bestehen.

Obwohl er nicht auf technische Details dieser Mechanismen einging, betonte er, dass sie alle Teil eines rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmens sind, der darauf abzielt, Sanktionen zu umgehen und die wichtigste Industrie des Landes wiederzubeleben.

“Wir müssen vom Land mit den größten Ölreserven des Planeten zu einem Riesenproduzenten werden (...). Es reicht mit dem Titel, die größten Reserven zu haben, wenn sich das nicht in Entwicklung für Venezuela übersetzt”, forderte Rodríguez und appellierte an eine pragmatischere Sicht auf den venezolanischen Reichtum an Öl.

Ölreform in vollem Gange: Zwischen Konsultationen, Erwartungen und Dringlichkeiten

Der Reformvorschlag zur Organgesetz über Kohlenwasserstoffe, der bereits in erster Lesung vom venezolanischen Parlament genehmigt wurde, muss nun einer zweiten Abstimmungsrunde, Artikel für Artikel, unterzogen werden.

In diesem Prozess können Änderungen am endgültigen Text vorgenommen werden.

Im Rahmen der öffentlichen Konsultationen nahm Rodríguez an einem Treffen mit den Beschäftigten der Raffinerie Puerto La Cruz im Bundesstaat Anzoátegui teil.

Auch sein Bruder, Jorge Rodríguez, Präsident der Nationalversammlung, war anwesend, der am vorhergehenden Samstag eine ähnliche Konsultation mit anderen Sektoren leitete.

Die Erdölreform findet in einem Kontext intensiver politischer Bewegungen sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene statt.

Die Festnahme von Nicolás Maduro und Cilia Flores in Caracas am 3. Januar hat die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten neu konfiguriert, wo die Trump-Administration ihr offenes Interesse bekundet hat, das Schicksal des venezolanischen Öls zu kontrollieren.

Chevron und die Rückkehr der Energigiganten

Einer der entscheidenden Momente des Ereignisses war die Teilnahme von Mariano Vela, dem Vertreter des amerikanischen Unternehmens Chevron in Venezuela.

Vela bekundete das Engagement des Unternehmens für das Land und seine Bereitschaft, in der neuen Phase der Reformen und der Energieaktivierung zusammenzuarbeiten.

„Wir sind bereit, weiterhin unsere Erfahrung im Umgang mit den Betriebsabläufen durch technologische Innovationen einzubringen, eine harte Arbeit zu leisten und die Aufgabe zu übernehmen, einen wettbewerbsfähigeren Öl- und Gassektor zu schaffen“, versicherte der Executive.

Chevron, mit einer hundertjährigen Präsenz in Venezuela, war historisch gesehen ein wichtiger Akteur in der Entwicklung der nationalen Industrie.

Trotz der Sanktionen der letzten Jahre hat das Unternehmen es geschafft, begrenzte Operationen aufrechtzuerhalten, und seine neue Position könnte den Weg für eine größere Flexibilisierung der Handels- und Technikbeziehungen mit Washington ebnen, wenn sich der Reformprozess konsolidiert.

Vela dankte auch der Kommission für Energie und Petroleum des Parlaments, die mit der Koordination der Konsultationen und der Bewertung von Vorschlägen für die gesetzliche Reform betraut ist.

Der Geschäftsführer betonte, dass das Unternehmen seinen Fokus auf die Sicherheit des Personals und die Integrität der Vermögenswerte, die es seit Jahrzehnten verwaltet, beibehalten wird.

„Unser Fokus bleibt auf der Sicherheit unserer Menschen, das ändert sich nicht, sowie auf der Integrität der Vermögenswerte, die wir so lange verwaltet haben“, betonte er.

Perspektiven und Herausforderungen: Zwischen Sanktionen und Reformen

Die von Delcy Rodríguez angekündigte Investition stellt einen bedeutenden Fortschritt im Vergleich zum Vorjahr dar und ist ein Versuch, der venezolanischen Ölindustrie wieder Schwung zu verleihen, die in den letzten zehn Jahren mit einer strukturellen Krise zu kämpfen hatte, die durch den institutionellen Zusammenbruch, Korruption und ausländische Sanktionen verschärft wurde.

Der Erfolg dieses neuen Plans wird unter anderem von der rechtlichen Sicherheit, der effektiven Umsetzung der Rechtsreform und der Fähigkeit des venezolanischen Staates abhängen, Vertrauensbedingungen für nationale und internationale Investoren zu schaffen.

Auch die Entwicklung der Beziehungen zu den Vereinigten Staaten und anderen strategischen Akteuren wird entscheidend sein.

Wenn die Erdölreform es schafft, die politischen und technischen Herausforderungen zu meistern, und wenn die geplante Investition realisiert wird, könnte Venezuela eine langsame, aber stetige Erholung seiner Produktionskapazitäten einleiten und seinen natürlichen Reichtum zu einem Entwicklungsmotor machen.

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