Flor de Cuba gibt Anlass zur Diskussion mit einer Botschaft über die, die auf der Insel Erfolg haben: „Besser zu leben in einem Gefängnis bedeutet nicht, das Gefängnis zu lieben.“



Flor de CubaFoto © Instagram / Flor de Cuba

Die kubanische Influencerin Flor de Cuba hat die sozialen Netzwerke erneut entfacht mit einem Video, in dem sie über die Menschen spricht, die es schaffen, innerhalb der Insel wohlhabend zu werden. Obwohl der Clip kurz nach der Veröffentlichung entfernt wurde, hat das Konto Papelencara ihn rechtzeitig geteilt, was zu einer intensiven Debatte unter ihren Followern führte.

„Besser zu leben in einem Gefängnis bedeutet nicht, das Gefängnis zu lieben“, sagte Flor in dem, was viele als eine ihrer eindringlichsten Aussagen betrachten. In ihrer Botschaft verteidigte sie diejenigen, die es geschafft haben, ihre Lebensqualität in Kuba zu verbessern, indem sie betonte, dass „viele, die gut in Kuba leben, nicht wegen des Systems leben, sondern trotz des Systems.“

Die Schöpferin erklärte, dass diejenigen, die erfolgreich sind, nicht durch Glück oder Verbindungen gedeihen, sondern durch eine andere Denkweise. „Diejenigen, die in Kuba erfolgreich sind, haben eine kapitalistische Mentalität. Verwechseln Sie Bescheidenheit nicht mit Armut. Sie sehen sich nicht als Opfer, sondern als strategische Individuen innerhalb eines feindlichen Systems“, betonte sie nachdrücklich.

Flor sprach auch über die Wichtigkeit, persönliche Verantwortung zu übernehmen und nicht auf äußere Lösungen zu warten. „Gerechtigkeit wird mich nicht retten, was nicht in meiner Hand liegt, wird mich nicht retten; meine Handlungen und Strategien schon“, betonte sie. Und fügte hinzu: „Auf Gerechtigkeit in einem ungerechten System zu warten, ist psychologischer Selbstmord. In Kuba gibt es Menschen, die schaffen, überleben und gedeihen, und das ist auch eine Form des Widerstands.“

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Einige Nutzer lobten sie für ihren Mut und ihre Klarheit, während andere sie dafür kritisierten, den Erfolg in einer ungleichen Realität zu „romantisieren“. „Sehr wahr“, „Tolle Reflexion“ oder „Wie einfach ist es zu reden, wenn man schon draußen ist“, sind einige der Kommentare, die die Veröffentlichung hervorrief.

Mit dieser Botschaft machte Flor de Cuba deutlich, dass ihre Rede kein Ausdruck von Konformismus war, sondern von Strategie und Widerstand. Ihre Reflexion öffnete, jenseits der Kontroversen, ein unangenehmes, aber notwendiges Gespräch: Wie man in einem System überlebt — und gedeiht — das oft so scheint, als wäre es darauf ausgelegt, dies zu verhindern.

Archiviert unter:

Izabela Pecherska

Redakteurin bei CiberCuba. Absolventin des Journalismusstudiums an der Universität Rey Juan Carlos in Madrid, Spanien. Redakteurin bei El Mundo und PlayGround.

Izabela Pecherska

Redakteurin bei CiberCuba. Absolventin des Journalismusstudiums an der Universität Rey Juan Carlos in Madrid, Spanien. Redakteurin bei El Mundo und PlayGround.