Ein auf TikTok veröffentlichtes Video hat tausende Reaktionen unter Kubanern in und außerhalb der Insel ausgelöst, aufgrund der rührenden – und zugleich besorgten – Reaktion einer 96-jährigen Großmutter, als ihre Enkelin ihr mitteilt, dass sie in "Monte und Cienfuegos" arbeiten gehen wird, einer der umstrittensten Ecken Havannas.
Das audiovisuelle Material, geteilt von der Nutzerin Rachel Meybol, zeigt den Moment, in dem die junge Frau erwähnt, dass sie Geld suchen muss und dass sie beginnen wird, an dieser bekannten Kreuzung im Bezirk Centro Habana zu arbeiten, die historisch mit Prostitution und anderen informellen Aktivitäten assoziiert ist.
„Und du wirst dort arbeiten?“, fragt die alarmierte Alte. Die Enkelin insistiert: „Wir müssen Geld verdienen, wir müssen Geld verdienen.“
Die Großmutter, sichtbar beunruhigt, antwortet entschieden: „Du musst dich nicht in solche Orte begeben, um zu arbeiten… Ich ernähre dich. Ich habe meine Rente.“
Im Austausch macht die ältere Frau klar, dass sie, obwohl ihre Rente bescheiden ist, sie lieber teilt, als ihre Enkelin in einer Umgebung sehen zu müssen, die sie als gefährlich erachtet. „Ich muss dir helfen“, besteht sie darauf und erinnert sie daran, dass sie sich nicht riskieren muss. Sie warnt sie auch: „Schlaf nicht dabei ein, Mädchen, das ist nicht gut.“
Monte y Cienfuegos ist seit Jahren ein bekannter Ort in Havanna, der mit der Präsenz von Jineteras und Aktivitäten im Zusammenhang mit dem informellen Handel und der Prostitution verbunden ist. Obwohl sich die soziale Realität Kubas im Laufe der Zeit verändert hat, bleibt der Ort stark mit Symbolik verbunden, die auf wirtschaftliche Prekarität und das Überleben inmitten der Krise hinweist.
Das Video hat eine Welle von Kommentaren in den sozialen Medien ausgelöst. Viele Nutzer heben die Zärtlichkeit und die Liebe der Großmutter hervor, während andere anmerken, dass das Gespräch die schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen widerspiegelt, mit denen zahlreiche kubanische Familien konfrontiert sind, wo selbst die Jugendlichen den Druck verspüren, unter allen Umständen „Geld zu verdienen“.
Am Ende des Clips stellt die junge Frau humorvoll klar, dass sie dort nicht arbeiten wird, und scherzt: „Ich werde nicht arbeiten, meine Großmutter wird mich unterstützen“, was bei den Followern für Lachen sorgt.
Jenseits der familiären Anekdote bringt das Video erneut eine persistente Realität in Kuba zur Sprache: die wirtschaftliche Notwendigkeit, die viele dazu drängt, riskante Optionen in Betracht zu ziehen, um sich über Wasser zu halten, während die Älteren mit Pensionen, die kaum ausreichen, versuchen, ihre Angehörigen zu schützen.
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