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Mehr als 15.000 Kubaner haben im Jahr 2026 aufgehört, in die Insel zu reisen, im Zuge eines nachhaltigen Rückgangs des Tourismus, der nicht nur die Krise des Sektors widerspiegelt, sondern auch die zunehmende Entfremdung der Diaspora von dem Land.
Laut vorläufigen Daten des Nationalen Büros für Statistik und Information (ONEI) sind bis Februar 23.002 Reisende aus der kubanischen Gemeinschaft im Ausland nach Kuba gekommen, eine Zahl, die weit unter den 38.597 liegt, die im gleichen Zeitraum 2025 registriert wurden. Der Unterschied beträgt über 15.000 Reisende weniger in nur zwei Monaten.
Der Rückgang ist besonders signifikant, da die im Ausland lebenden Kubaner historisch gesehen einen der stabilsten Zuwanderungsströme ins Land dargestellt haben, getrieben durch familiäre Gründe. Allerdings deuten die aktuellen Zahlen auf ein Verhaltenswechsel hin, der über die bloße Saisonalität hinausgeht.
Der Rückgang ist kein isoliertes Ereignis. Generell empfing Kuba bis Februar 363.649 internationale Reisende, was nur 73,1 % der Ankünfte im gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht. Insgesamt hat das Land 134.080 Reisende weniger empfangen.
Innerhalb dieser Gruppe verzeichnete die internationalen Besucher eine Summe von 262.496, ebenfalls mit einem starken Rückgang: 112.642 weniger als im Jahr 2025.
Der Rückgang betrifft fast alle Ursprungsländer. Kanada, die wichtigste Quelle für Touristen, fiel von 173.605 Besuchern im Jahr 2025 auf 124.283 im Jahr 2026. Die Vereinigten Staaten verzeichneten einen noch stärkeren Rückgang, von 25.552 auf 11.791 Reisende. Europäische Länder wie Frankreich, Spanien und Italien verzeichneten ebenfalls bedeutende Rückgänge.
Dieser Rückgang des Tourismus ergänzt die Krisensignale, die bereits im Januar sichtbar wurden, als das Land 24.255 weniger Reisende als im Vorjahr empfing, in einem Kontext, der von Kraftstoffmangel, reduzierten Flügen und betrieblichen Schwierigkeiten in Hotels und Dienstleistungen geprägt ist.
Die Abnahme der Reisen aus der kubanischen Diaspora bringt zudem einen besonders sensiblen menschlichen Aspekt mit sich. Für Tausende von Familien ist eine Reise auf die Insel kein Tourismus, sondern ein Wiedersehen. Der Rückgang dieser Zahlen deutet darauf hin, dass immer mehr Kubaner im Ausland mit wirtschaftlichen, logistischen oder persönlichen Hindernissen konfrontiert sind, die sie daran hindern, zurückzukehren, auch wenn es nur vorübergehend ist.
In einem Land, in dem familiäre Bindungen über Jahrzehnte hinweg einen ständigen Motor für Mobilität waren, ist die Tatsache, dass mehr als 15.000 Kubaner in so kurzer Zeit aufgehört haben zu reisen, ein besorgniserregendes Symptom für die zunehmende Entkopplung zwischen der Insel und ihrer Emmigration.
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