Miguel Díaz-Canel feierte am Freitag in den sozialen Medien die sogenannte "Antiimperialistische Jugendparade 'Hier, mit Fidel'", die am Donnerstag in Havanna stattfand. Dabei zogen Studenten und Jugendliche, die durch staatliche Strukturen mobilisiert wurden, mit Fahrrädern, Rollschuhen und elektrischen Fahrzeugen durch die Straßen und trugen politische Parolen.
Gestern erinnerte ich mich an meine Jahre als Jugendleiter, schrieb der Regierungschef auf seinem X-Account und erinnerte an seine Vergangenheit als Funktionär der Unión de Jóvenes Comunistas (UJC), einer Organisation, in der er zwischen 1989 und 1993 in Villa Clara und auf nationaler Ebene Führungspositionen inne hatte.
Der von der UJC und der Organización de Pioneros José Martí (OPJM) organisierte Akt führte vom Havaner Malecón über die Calle G bis zur La Punta im Bezirk Plaza de la Revolución und wurde live von der offiziellen Zeitung Juventud Rebelde übertragen.
Díaz-Canel beschrieb die Veranstaltung als eine Demonstration dafür, dass die jungen Kubaner der Welt die Option Kuba verkündeten, und er erklärte, dass die Teilnehmer "die kriminelle Natur der Blockade anprangerten" und "ihre Liebe zum Leben erklärten".
Die erste Sekretärin der UJC, Meyvis Estévez Echevarría, hielt die zentrale Rede der Veranstaltung mit dem Slogan: "Wir wissen, dass wir die Eigentümer eines Landes sind, das wir jeden Tag aufbauen und verteidigen."
Nur wenige Tage zuvor, am 31. März, gestalteten Kinder in Havannas Schulen antiimperialistische Gerichte gegen die Vereinigten Staaten in Anwesenheit von Justizbeamten, und am selben Donnerstag riefen Vorschulkinder Parolen mit Fidel, "Sozialismus" und "Miliz" unter der Anleitung von Lehrerinnen.
Der Kontrast zwischen der offiziellen Erzählung und der Realität des Landes ist eindrücklich: Laut The Economist Intelligence Unit wird das kubanische BIP im Jahr 2026 um 7,2% schrumpfen, was seit 2019 einen Rückgang von 23% bedeutet, während die Stromausfälle in vielen Regionen 20-25 Stunden täglich erreichen.
Die Energiekrise verschärfte sich im Januar 2026 mit dem Stopp der venezolanischen Öllieferungen nach der Festnahme von Nicolás Maduro, und am 16. März ereignete sich der sechste totale Stromausfall des Nationalen Elektrizitätssystems in anderthalb Jahren.
Während Díaz-Canel die jungen Kubaner als begeisterte Verteidiger der Revolution präsentiert, haben über eine Million Kubaner die Insel seit 2021 verlassen, die meisten davon junge Menschen zwischen zwanzig und vierzig Jahren, die gleiche Gruppe, die das Regime als Säule des Systems darstellen möchte.
Im Jahr 2024 emigrierten mehr als 250.000 Kubaner, so die Daten des Nationalen Amts für Statistik und Information, eine Zahl, die das Bild einer Jugend widerlegt, die sich dem politischen Projekt verpflichtet fühlt, das der Regierungschef mit Nostalgie aus seinen Jahren als Funktionär der UJC in Erinnerung rief.
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