Drei bewaffnete Männer führten am Dienstag ein Schusswechsel mit der türkischen Polizei nahe dem Konsulat von Israel im Stadtviertel Besiktas in Istanbul durch. Bei diesem Vorfall kam ein Angreifer ums Leben, während die anderen beiden verletzt und festgenommen wurden.
Die Personen trugen Tarnkleidung, hatten Rucksäcke und Langwaffen dabei und kamen mit einem Mietwagen aus der Stadt Izmit an den Ort.
Die Auseinandersetzung dauerte etwa zehn Minuten, so die ersten Berichte von türkischen Lokalmedien, die von El País wiedergegeben werden.
Der Gouverneur von Istanbul, Davut Gül, bestätigte, dass die drei Angreifer "neutralisiert" wurden, und bezeichnete die Tat als "eine Handlung, die nach Provokation riecht".
Der türkische Innenminister, Mustafá Çiftci, präzisierte, dass die Täter Verbindungen zu bewaffneten religiösen Gruppen haben, was wahrscheinlich auf jihadistische Organisationen anspielt.
Çiftci gab Details zum Profil der drei Männer bekannt: „Einer der Terroristen steht in Verbindung mit einer Organisation, die die Religion ausnutzt. Die anderen beiden sind Brüder, und einer von ihnen hat eine Drogenvergangenheit.“
Das israelische Außenministerium hat bestätigt, dass zu dem Zeitpunkt des Angriffs kein diplomatisches Personal im Konsulat in Istanbul war, und Quellen, die von der Agentur Reuters konsultiert wurden, gaben an, dass auch kein israelisches Personal in der Botschaft in Ankara anwesend war.
Nach dem Vorfall gibt es eine starke bewaffnete Polizeipräsenz in der Nähe der israelischen diplomatischen Vertretung.
Der Angriff erfolgt in einem Kontext extremer Spannungen im Nahen Osten, geprägt von der Operation Furia Épica, der gemeinsamen Militäroffensive der Vereinigten Staaten und Israel gegen Iran, die Ende Februar gestartet wurde und mehr als 5.000 iranische Ziele angegriffen hat, darunter nukleare Anlagen und Stellungen der Revolutionsgarde.
Irán reagierte auf diese Offensive mit dem Abschuss von 500 Raketen und 2.000 Drohnen gegen Israel und US-Militärbasen in der Region und schloss die Straße von Hormus, was 20 % des weltweiten Öl- und Gasangebots beeinflusste.
Der Angriff in Istanbul ereignete sich nur einen Tag, nachdem Präsident Donald Trump ein Ultimatum von 24 Stunden an den Iran zur Verhandlung gestellt hatte oder die von ihm beschriebenen "verheerenden Konsequenzen" zu erwarten hätte.
Die Türkei, ein NATO-Mitglied, hat eine kritische Haltung gegenüber Israel aufgrund des Konflikts im Gazastreifen eingenommen und hat zusammen mit China, Pakistan, Saudi-Arabien und Ägypten als mögliche Vermittlerin in der regionalen Krise agiert, was ihr Territorium zu einem besonders sensiblen Schauplatz für derartige Vorfälle macht.
Der türkische Justizminister, Akin Gürlek, kündigte an, dass drei Staatsanwälte den Fall untersuchen werden.
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