Cubanos bedauern die leeren Straßen von Limonar: "Mein geliebtes Dorf, es ist nicht mehr dasselbe."



Calle de LimonarFoto © Facebook Roberto Ernesto Pérez Pedroza

Ein Video, das auf der Hauptstraße von Limonar, einem Municipio in der Provinz Matanzas, zeigt ein Bild, das das Drama Kubas zusammenfasst: die vollkommen leere Straße, ohne einen einzigen Passanten, unter einem klaren blauen Himmel, der im Kontrast zur Desolation des Ortes steht.

Die Aufnahme wurde auf Facebook von Roberto Ernesto Pérez Pedroza veröffentlicht und hat über 22.000 Aufrufe  sowie Dutzende von Kommentaren voller Traurigkeit, Nostalgie und Kritik am Zustand der Vernachlässigung des Dorfes angesammelt.

Das Video zeigt ein Gebäude mit der Aufschrift "Limonar" an seiner weißen und granatfarbenen Fassade, mit dem typischen Säulenportal der kubanischen Architektur des 20. Jahrhunderts.

„Aber wie leer und traurig sieht eine Straße aus, in der immer Menschen unterwegs waren“, lamentierten mehrere Nutzer in den Kommentaren und spiegelten damit das allgemeine Gefühl derjenigen wider, die sich an ein Dorf erinnern, das einst ein eigenes Leben hatte.

Die Gemeinde, die offiziell im Jahr 1808 gegründet wurde, war im 19. Jahrhundert ein blühendes Zuckeranbaugebiet in der Region Matanzas.

Das Bild von verlassenen Straßen ist nicht ausschließlich für Limonar typisch. Die massive Emigration hat Dörfer und Städte in ganz Kuba entleert.

Die Daten zur Migrationskrise sind eindeutig: Zwischen 70% und 80% der kubanischen Emigranten sind unter 40 Jahren, was die Alterung der Bevölkerung und das Verlassen ganzer Gemeinden verschärft.

Zur Migrationskrise kommen die miserablen Lebensbedingungen auf der Insel hinzu. In Matanzas haben die Bewohner Stromausfälle von über 30 Stunden am Stück gemeldet, eine Situation, die die Bevölkerung erschöpft und die Entscheidung, das Land zu verlassen, beschleunigt.

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