„Hier sind mehr Verrückte als er“: Die Reaktion zweier Kubanerinnen auf Trump zwischen Ironie und offizieller Rhetorik



Cubanas, die auf die Frage "Wie erlebt man aus Kuba die militärische Bedrohung von Trump?" antwortenFoto © Captura de Video/Facebook/Sasi Alejandre.

Ein in Kuba aufgenommenes Video, das in den sozialen Netzwerken verbreitet wurde, rückt erneut den Gegensatz zwischen der politischen Rhetorik und dem Alltagsleben auf der Insel in den Fokus. In der Aufnahme, die von der Creatorin Sasi Alejandre auf Facebook veröffentlicht wurde, beantworten mehrere kubanische Frauen unverblümt eine direkte Frage: wie sie die angeblichen militärischen Drohungen des amerikanischen Präsidenten Donald Trump aus ihrer Perspektive wahrnehmen.

Die Antwort zeigt, fernab von Besorgnis, eine andere Priorität: das tägliche Überleben.

„Wir lassen uns nicht von der Bedrohung durch Trump leiten, denn sonst könnten wir nicht leben. Wir leben von Tag zu Tag“, sagt eine der Befragten und macht damit deutlich, dass die alltägliche Dringlichkeit schwerer wiegt als jede internationale Spannung.

Eine andere Frau bringt ohne Umschweife ihre Wahrnehmung in einem Wort auf den Punkt: „Normal“.

Im Verlauf des Austauschs betonen die Kubanerinnen, dass die externe Bedrohung keinen zentralen Platz in ihren Sorgen einnimmt. „Wir sind so beschäftigt, dass ich nicht einmal weiß, wer er ist“, sagt eine von ihnen in einem Satz, der eine Entfremdung – oder Desinteresse – gegenüber dem globalen politischen Geschehen verdeutlicht.

Das Video enthält auch Aussagen, die mit offizieller Rhetorik über den „Widerstand“ des kubanischen Volkes aufgeladen sind. Die Interviewten verteidigen die Idee einer fröhlichen Nation trotz der Schwierigkeiten und versichern, dass die internen Probleme ohne externe Intervention gelöst werden müssen.

„Wir haben eine Menge Probleme, aber wir sind die Einzigen, die sie lösen werden“, sagt eine der Frauen, während eine andere betont, dass das Volk „aus Überzeugung“ zusammenhält.

Dennoch tritt zwischen den wiederholten Phrasen über Souveränität, Freude und "Revolution" eine offensichtliche Widersprüchlichkeit zutage: die explizite Anerkennung der zahlreichen Mängel, die das tägliche Leben in Kuba prägen.

„Wir sind ein fröhliches Volk, mit Tausenden von Problemen“, geben sie zu.

Der Ton des Austauschs steigert sich, als sie direkt über Trump sprechen, den sie als „verrückt“ bezeichnen, obwohl sie sofort eine Antwort hinzufügen, die in den sozialen Medien Aufmerksamkeit erregt hat: „Sag ihm, dass es hier in Kuba mehr Verrückte gibt als ihn.“

Die Aussagen, die eine Mischung aus Herausforderung, Humor und Resignation darstellen, haben gespaltene Reaktionen hervorgerufen. Während einige Nutzer darin ein Zeichen von Resilienz sehen, interpretieren andere das gesprochene Wort als eine Wiederholung der offiziellen Erzählung inmitten einer Realität, die von wirtschaftlicher Krise, Knappheit und massiver Emigration geprägt ist.

Jenseits der Meinungen vermittelt das Video ein klares Bild: In dem Kuba von heute scheint die internationale Politik im Vergleich zu einer viel dringlicheren Sorge — den Alltag zu bewältigen — in den Hintergrund zu treten.

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CiberCuba-Redaktionsteam

Ein Team von Journalisten, das sich verpflichtet fühlt, über kubanische aktuelle Themen und globale Interessen zu berichten. Bei CiberCuba arbeiten wir daran, wahrheitsgemäße Nachrichten und kritische Analysen zu liefern.

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