Kuba ist auf dem Cover von TIME in einem entscheidenden Moment präsent



Detail des Coverbildes von Time über KubaFoto © Time

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Das TIME-Magazin widmete am Donnerstag sein Cover Cuba mit dem Titel "Before the Fall" ("Vor dem Fall") und dem Untertitel "Cuba Awaits Trump's Endgame" ("Cuba wartet auf Trumps Schlussfolgerung"), was einen der geopolitisch angespanntesten Momente für die Insel seit Jahrzehnten darstellt.

Die Ausgabe vom 11. Mai 2026, die heute online veröffentlicht wurde, erscheint einen Tag nachdem Präsident Miguel Díaz-Canel gedroht hat, die Verhandlungen mit Washington abzubrechen, falls die Vereinigten Staaten auf einem Regimewechsel bestehen.

Zeit

Die Titelseite ist mit aufeinanderfallenden Dominosteinen illustriert: der erste trägt die kubanische Flagge, eine direkte visuelle Metapher für die mögliche geopolitische Wirkung, die ein Wandel auf der Insel nach dem Sturz des venezolanischen Regimes von Nicolás Maduro auslösen könnte.

Der Bericht, verfasst von AJ Hess mit Fotografien von Moisés Saman für die Agentur Magnum Photos, dokumentiert die verheerende Realität, die die 11 Millionen Einwohner Kubas durchleben: Unrat, der aufgrund von Treibstoffmangel nicht abgeholt wird, nächtliche Stromausfälle von bis zu 24 Stunden, Arbeiter in einer strangulierten Wirtschaft und Patienten, die an vermeidbaren Ursachen sterben.

Nach der gewaltsamen Absetzung von Maduro stellte die Vereinigten Staaten die venezolanischen Öl-Lieferungen an Kuba ein —geschätzt auf 25.000 bis 30.000 Barrel pro Tag— was zwei Dritteln der Energieimporte der Insel entsprach und sie über Jahrzehnte am Leben gehalten hatte.

Der Präsident Donald Trump proklamierte die sogenannte "Doctrina Donroe" —eine Neuauflage der Monroe-Doktrin von 1823— und erklärte: "Kuba ist die Nächste".

Der Bericht versammelt drei kubanische Intellektuelle, um zu beantworten, was das Volk der Insel will und was die Zukunft für sie bereithält. Der Romanautor Leonardo Padura beschreibt, dass die offizielle Haltung der kubanischen Regierung eindeutig ist: widerstehen, unbegrenzt. Er fügt hinzu, dass "für einige Analysten dieses 'unbegrenzt' mit den Zwischenwahlen in den USA zusammenfällt, die unmittelbare politische Konsequenzen haben können oder auch nicht."

Der kubano-amerikanische Historiker Carlos Eire hingegen bezeichnet die Monroe-Doktrin als ein nebulöses Prinzip, das an Details mangelt.

Der Ökonom Ricardo Torres bietet die strukturellste Perspektive: "Was Kuba braucht, ist weder eine ausländische Rettung noch eine weitere offizielle Mythologie. Es benötigt den Raum und die Institutionen, um sich selbst neu aufzubauen".

Der diplomatische Kontext, der das Cover umgibt, ist ebenfalls angespannt. Am 10. April landete eine von Staatssekretär Marco Rubio entsandte Delegation in Havanna — das erste US-Regierungsflugzeug auf kubanischem Boden seit 2016 — und traf sich mit dem Enkel von Raúl Castro. Washington forderte die Freilassung politischer Gefangener, die Öffnung des Internets und Reformen in der Regierungsführung.

Díaz-Canel bestätigte, dass die Verhandlungen sich in einer sehr frühen Phase befinden und warnte, dass er sie abbrechen wird, wenn der Druck der Vereinigten Staaten auf einen politischen Systemwechsel auf der Insel anhält.

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CiberCuba-Redaktionsteam

Ein Team von Journalisten, das sich verpflichtet fühlt, über kubanische aktuelle Themen und globale Interessen zu berichten. Bei CiberCuba arbeiten wir daran, wahrheitsgemäße Nachrichten und kritische Analysen zu liefern.

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