«Triple Champion», so nennt der Inhaltsersteller José Martínez in einem Videopoesie, das diesen Sonntag auf Facebook veröffentlicht wurde, über Javier Ernesto Martín Gutiérrez, den kubanischen Kämpfer für gemischte Kampfkünste, bekannt als «Spiderman», der am vergangenen Donnerstag gewaltsam von Sicherheitskräften festgenommen wurde.
Im 45-sekündigen Audiovisual, der eine klare Botschaft vermittelt, verwandelt Martínez die Repression, die der Sportler erlitten hat, in ein poetisches Plädoyer gegen die Diktatur. In kurzer Zeit sammelte das Material tausende von Aufrufen und hunderte von Reaktionen, was den Einfluss zeigt, den der Fall von Spiderman in der kubanischen Gemeinschaft innerhalb und außerhalb der Insel gehabt hat.
Das Gedicht beginnt mit einer direkten Aussage: „Er ist ein dreifacher Champion, Meister im seinen Gewicht, Champion für seinen Mut und deshalb Champion im Herzen Kubas.“
Die drei Titel, die Martínez Javier verleiht, sind nicht zufällig: Der erste würdigt seinen Status als Champion der Cuban Fighting League in der Kategorie bis 135 Pfund; der zweite seine Tapferkeit, da er mehr als acht aufeinanderfolgende Tage allein vom Balkon seiner Wohnung in der Avenida 31 in Marianao, Havanna, protestierte; der dritte, den Platz, den er in der Erinnerung und im Herzen seiner Landsleute gewonnen hat, die es leid sind, dass ihre Stimme zum Schweigen gebracht und ihre Proteste unterdrückt werden.
«Ich möchte dich anerkennen, Javier, weil du dich entschieden hast, einen Weg der Kohärenz zu beschreiten», rezitiert der ebenfalls kubanische Psychologe und Unternehmer, bevor er hinzufügt: «Dein Beispiel für Widerstand ist nicht weniger bedeutend, weil du alleine bist. Du hast das Protokoll einer Stadt durchbrochen, die stirbt.»
Seit etwa dem 15. April hat Spiderman friedliche Proteste von seinem Balkon aus durchgeführt, in denen er die soziale Krise, den Hunger, den Drogenkonsum, der als «der Kímico» bekannt ist, und die Straßenkriminalität anprangerte und erklärte: «Das kommunistische System ist tot».
Am vergangenen Donnerstag haben zivil gekleidete Agenten ihn in der Calle 90 zwischen 41 und 43 aufgehalten, ihn geschlagen, als er sich wehrte, und ihn in einem unidentifizierten Fahrzeug nach Villa Marista, dem historischen Sitz der kubanischen politischen Polizei, gebracht.
Ihre Frau, Lisandra Cuza, bestätigte den Aufenthaltsort von Spiderman in Villa Marista am Freitag und berichtete, dass die Behörden des MININT selbst eingeräumt hatten, dass er „geschlagen wurde, weil er sich gewehrt hatte“.
Der Regime versuchte über seine propagandistische Seite Razones de Cuba, die Festnahme zu rechtfertigen, indem es andeutete, dass Martín Gutiérrez an einer psychiatrischen Störung leidet, und seinen Transport als eine „klinische Bewertung, keine Folter“ darstellte. Der Einsatz von psychischen Erkrankungen als politische Waffe in Kuba hat tiefe Wurzeln im Castrismus und wurde von internationalen Menschenrechtsorganisationen dokumentiert.
Unter den direktesten Versen des Gedichts von Martínez finden sich die, die genau auf diesen Widerspruch zwischen der offiziellen Rhetorik und der Realität hinweisen: „Du hast bewiesen, dass diejenigen, die sich frei ausdrücken wollen, festgenommen werden. Und der Präsident hat kürzlich in dem Interview der Journalistin diese Realität geleugnet. Du hast die Wahrheit über das kommunistische Regime offenbart.“
Die Referenz bezieht sich auf Miguel Díaz-Canel, der am 12. April gegenüber NBC News die Existenz von politischen Gefangenen in Kuba leugnete und diese Erzählung als «große Lüge» und «Verleumdung» qualifizierte, während Hunderte von Menschen, darunter auch ein minderjähriger Gefangener wie Jonathan Muir, hinter Gittern sitzen, weil sie ihre gegenteiligen Meinungen zum Regime geäußert haben.
Nur zwei Wochen nach den Äußerungen des Staatsoberhaupts hat der Staatssicherheitsdienst Spiderman festgenommen, weil er friedlich von seinem Balkon aus protestiert hat.
Der Fall des Kämpfers ist kein Einzelfall. Seine Festnahme und die Reaktion des Regimes erfolgen in einem Kontext, in dem unabhängige Organisationen die Anzahl der politischen Gefangenen im Land auf Hunderte schätzen, viele von ihnen wurden nach dem 11J von 2021 inhaftiert.
Eine massive Amnestie zu Ostern 2026 entließ mehr als 2.010 Gefangene wegen Gemeindelikten, schloss jedoch ausdrücklich politische Gefangene aus, was deutlich macht, dass das Regime klar zwischen denen unterscheidet, die es als Kriminelle und denen, die es als ideologische Feinde ansieht.
El poema de José Martínez cierra con una frase que resume el sentir de miles de cubanos: Javier Ernesto Martín Gutiérrez no solo ganó un campeonato deportivo, sino que, al plantarse solo frente al poder, legte der Welt die Wahrheit über die Tyrannei offen que lo encerró por ello.
Archiviert unter: