Eine Kubanerin, die in England lebt, teilte auf TikTok die Gegenstände, die sie direkt aus Kuba mitgebracht hat und die sie weiterhin in ihrem täglichen Leben im Vereinigten Königreich verwendet. Das Video wurde zu einem Treffpunkt für die Emigranten-Community.
Die Schöpferin, bekannt als @mare_rycroft, veröffentlichte am 25. April einen 31-sekündigen Clip mit dem Titel „Dinge, die ich aus Kuba mitgebracht habe, Teil 2“, was darauf hinweist, dass sie bereits zuvor ein Video zu demselben Thema geteilt hatte.
Entre den Objekten, die gezeigt werden, befinden sich ein Reinigungstab mit seinem Tuch, eine kubanische Kaffeekanne mit ihren kleinen Tässchen „cubitas“ und eine Flasche Rum Havana Club.
Über den Rum lässt die Schöpferin keinen Zweifel: „Das darf nicht fehlen, jeder Kubaner hat das mit Sicherheit zu Hause.“
Die Kaffeekanne und der Ritual des Cafecito sind tief verwurzelte Praktiken in der kubanischen Kultur, die mit Gastfreundschaft, Gesprächen und dem häuslichen Leben verbunden sind. In der Diaspora werden sie zu einer Form der Reproduktion der Identität des Zuhauses über Generationen hinweg.
Der Wischlappen und der Wischmopp hingegen erinnern an das Einfallsreichtum und die Kultur der Wiederverwendung, die das alltägliche Leben in Kuba angesichts der chronischen Knappheit an Produkten prägen.
Am Ende des Videos lädt Mare Ryc ihre Follower ein, zu kommentieren, welche Gegenstände sie aus ihren eigenen Herkunftsländern aufbewahren. Dadurch wird das Gespräch über Kuba hinaus erweitert und der Inhalt zu einem Treffpunkt für die Migrantengemeinschaft im Allgemeinen.
Dieser Typ von Beiträgen gehört zu einem etablierten Trend unter Kubanern in der Diaspora auf TikTok, wo das Teilen von Gegenständen und Ritualen, die von der Insel mitgebracht wurden, zu einer Möglichkeit geworden ist, Identität, Nostalgie und kulturelle Zugehörigkeit unter Hashtags wie #cubanosporelmundo auszudrücken.
Andere aktuelle Beispiele beinhalten eine Kubanerin in England, die zeigte, dass sie weiterhin Toilettenpapierrollen verwendet, um ihre Haare zu stylen, eine Gewohnheit, die mit der Knappheit auf der Insel verbunden ist, oder den Fall von einem Kubaner, der demonstrierte, wie er ein Paar Nike-Schuhe entsorgte, die vor zwei Jahren aus Kuba mitgebracht wurden, nach mehreren Reparaturen, was eine massive Reaktion aufgrund des sentimentalem Werts des Objekts auslöste.
Die beispiellose Migrationswelle aus Kuba seit 2021 hat das symbolische Gewicht dieser Objekte verstärkt: Viele der neulichen Emigranten kamen mit sehr wenig Gepäck, sodass jeder Artikel, der von der Insel mitgebracht wurde, eine emotionale und kulturelle Bedeutung erhält, die weit über ihren praktischen Nutzen hinausgeht.
Im April veröffentlichte eine junge kubanische Emigrantin ein Video, in dem ihre Mutter in Kuba die Babykleidung ihres Enkels roch, um ihn auf Distanz zu „spüren“. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, wie materielle Objekte die emotionalen Bindungen zwischen der Insel und der Diaspora unterstützen.
Die Kaffeemaschine, das Tuch und der Ron Havana Club, die Mare Ryc zeigt, sind im Vereinigten Königreich weder Luxusartikel noch absolut notwendige Dinge: Sie sind vor allem Identitätsmarker, die das kubanische Alltagsleben auf britischem Boden reproduzieren.
Archiviert unter: