Der Dollar und der Euro steigen in Kuba weiterhin dramatisch: So sieht heute der informelle Markt aus

Der Dollar steigt auf 565 CUP und der Euro auf 640 CUP im informellen kubanischen Markt an diesem Mittwoch, neue historische Rekorde laut elTOQUE.



Leute auf einer Straße in Havanna und eine 100-Dollar-Note sowie eine 50-Euro-Banknote (Referenzbild)Foto © CiberCuba/GhatGpt

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Der informelle Devisenmarkt in Kuba startete diesen Mittwoch mit neuen Anstiegen: Der Dollar wird mit 565 kubanischen Pesos (CUP) gehandelt, der Euro mit 640 CUP und die frei konvertierbare Währung (MLC) mit 430 CUP, laut den aktualisierten Daten des informellen Marktes, die von elTOQUE gesammelt wurden.

Diese Zahlen stellen neue historische Höchststände für beide Hauptwährungen dar und übertreffen die Werte vom vergangenen Montag, als der Dollar bei 560 CUP und der Euro bei 635 CUP schloss, wobei beide bereits auf Rekordniveau waren.

Die Steigerung war im gesamten Mai konstant und ununterbrochen. Der Dollar begann den Monat bei 535 CUP, überschritt am 19. Mai die historische Grenze von 550 CUP, erreichte am 22. Mai 555 CUP und erreichte am vergangenen Sonntag 560 CUP, ein Rekord für den dritten aufeinanderfolgenden Tag, bevor er heute auf 565 CUP stieg.

Der Euro folgte einer ähnlichen Entwicklung: Er begann am ersten Mai bei 605 CUP, erreichte am vergangenen Dienstag mit 635 CUP einen neuen historischen Höchststand und steigt heute auf 640 CUP.

Die Kluft zwischen dem informellen Markt und dem offiziellen Kurs der Zentralbank Kuba — derzeit auf 507 CUP für den Dollar und 590,14 CUP für den Euro festgelegt — übersteigt 58 Pesos im Fall des Dollars, was die tiefgreifende Verzerrung des Währungssystems der Insel veranschaulicht.

In historischer Perspektive ist der fallende kubanische Peso verheerend: 2020 konnte man den Dollar für etwa 42 CUP auf dem informellen Markt kaufen; heute übersteigt er 565 CUP, was einer Abwertung von fast 95% in nur sechs Jahren entspricht. Der Dollar überschritt am 10. Februar 2026 zum ersten Mal die 500 CUP-Marke und hat in weniger als vier Monaten weitere 65 Pesos zugenommen.

Die Nachfrage nach Devisen wird durch die Notwendigkeit angetrieben, Ersparnisse zu schützen, die Emigration zu finanzieren und Zugang zu Grundnahrungsmitteln zu erhalten, die nur in Fremdwährung in den staatlichen Geschäften verkauft werden. „Die Menschen suchen danach, ihre Ersparnisse und ihre Kaufkraft zu schützen sowie grundlegende und importierte Produkte zu kaufen, die in der Landeswährung nicht erhältlich sind“, so eine Analyse vom vergangenen Montag.

Der Einfluss auf die Bevölkerung ist direkt und brutal. Der durchschnittliche Lohn in Kuba verliert mehr als 20% seines Wertes in einem Jahr trotz der offiziellen Erhöhungen: Mit einem durchschnittlichen Gehalt von 6.930 CUP im Monat im Jahr 2025 erhält ein kubanischer Arbeiter heute nur das Äquivalent von gerade einmal 12 Dollar pro Monat zum informellen Wechselkurs.

Der makroökonomische Kontext verschärft das Bild noch weiter. Zwischen Januar und April 2026 betrug die durchschnittliche jährliche Abwertung des Pesos 45%, mehr als doppelt so viel wie im Jahr 2025. Der Ökonom Pedro Monreal warnte in diesem Monat, dass das kubanische BIP im Jahr 2026 in einem Stagflationsszenario um mindestens 15% sinken könnte, während die CEPAL einen Rückgang von 6,5% schätzte und die Economist Intelligence Unit einen Rückgang von 7,2% projizierte.

Alles deutet darauf hin, dass der Druck auf den kubanischen Peso kurzfristig kein Ende finden wird: Die Energiekrise, die strukturelle Knappheit und der Mangel an Devisen in den Staatskassen sind direkte Folgen von 67 Jahren kommunistischer Diktatur, und keine dieser Ursachen zeigt Anzeichen einer Besserung.

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CiberCuba-Redaktionsteam

Ein Team von Journalisten, das sich verpflichtet fühlt, über kubanische aktuelle Themen und globale Interessen zu berichten. Bei CiberCuba arbeiten wir daran, wahrheitsgemäße Nachrichten und kritische Analysen zu liefern.

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