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Die Spannungen zwischen Washington und Havanna erhielten ein neues Kapitel nach der Erklärung des Büros für Angelegenheiten der Westlichen Hemisphäre des US-Außenministeriums, das die Diplomatin Johana Tablada und den Premierminister Manuel Marrero Cruz als "Marionetten der kubanischen Diktatur" bezeichnete.
In einer Nachricht, die in dem sozialen Netzwerk X veröffentlicht wurde, hat das US-Außenministerium die jüngsten Behauptungen beider Beamter scharf kritisiert.
„Die Beamten des kubanischen Regimes geben jetzt offen zu, was wir immer gewusst haben: Es gibt keine 'Blockade'“, steht im Text.
Der Tweet beschreibt, dass "eine Marionette der Diktatur" zugab, dass Kuba "alles Hähnchen kaufen kann, das es will, aus den Vereinigten Staaten", und dass ein anderer prahlte, die Insel in ein globales Logistikzentrum verwandelt zu haben.
„Die Wahrheit ist unbestreitbar: Es ist das Regime, das das Land bremst. Es ist an der Zeit für wahre wirtschaftliche Freiheiten für das kubanische Volk, nicht für die von den Sicherheitsdiensten geleiteten Unternehmen“, schließt die Botschaft.
Der Ursprung der Kontroversen
Die Kritiken aus Washington richteten sich zunächst gegen Johana Tablada, die stellvertretende Generaldirektorin für die Vereinigten Staaten im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten von Kuba und neu ernannte Botschafterin in Mexiko.
In einem Interview mit dem regierungsnahen Podcast Alma Plus erkannte Tablada an, dass Kuba trotz der amerikanischen Sanktionen "alles Hähnchen kaufen kann, das es möchte, in den Vereinigten Staaten".
Die Diplomatin versuchte, die internen Kritiken am Embargo zu nuancieren und wies darauf hin, dass man auf der Straße häufig hört, es gebe kein Blockade, da Lebensmittel aus dem nordamerikanischen Markt importiert werden.
Seine Worte untermauern die These des Außenministeriums, dass das eigentliche Hindernis für die wirtschaftliche Entwicklung der Insel das kubanische politische System selbst ist.
Die Beamtin antwortete auf die Nachricht in X, wo sie ironisch auf die Aussage reagierte, dass das Embargo nicht existiere. "Wirklich? Es gibt kein Embargo. Wird die US-Regierung endlich auf die internationale Gemeinschaft hören, wenn es um dessen Aufhebung geht...?"
Marrero und die logistische Ambition Kubas
Das andere Ziel Washingtons war der Premierminister Manuel Marrero Cruz, der kürzlich auf telematischem Weg am Euroasiatischen Intergouvernementalen Wirtschaftsrats teilnahm.
Während seiner Rede betonte Marrero, dass Kuba die "feste Entscheidung" aufrechterhält, sich zu einem regionalen Logistikzentrum für Waren der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft (EAWG) zu entwickeln, um Produkte nach Lateinamerika und in die Karibik zu verteilen.
Der Leiter versicherte, dass vorläufige Studien gegenseitige Vorteile hinsichtlich Kosten und Betriebszeiten belegen, zusätzlich zur Möglichkeit, industrielle Kapazitäten auf der Insel auszubauen, um Rohstoffe in Güter mit höherem Mehrwert zu transformieren.
Marrero kündigte sogar die Gründung eines bilateralen Logistikkomitees an sowie die bevorstehende Durchführung der vierten gemeinsamen Kommission mit der UEE in Havanna, wo ein Kooperationsplan für den Zeitraum 2025-2030 genehmigt werden soll.
Für das Außenministerium sind diese Äußerungen ein Zeichen der offiziellen Rhetorik, die anstelle der Konfrontation mit der schweren inneren Krise auf externe Allianzen und Projekte wirtschaftlicher Abhängigkeit zurückgreift.
Der wirtschaftliche Hintergrund
Die Kontroverse entsteht in einem Kontext, in dem die Agrar- und Lebensmittelexporte der Vereinigten Staaten nach Kuba ein stetiges Wachstum zeigen.
Laut dem neuesten Bericht des Wirtschafts- und Handelsrates USA-Kuba betrugen die Verkäufe im Juni 2025 38,4 Millionen Dollar, was einem Anstieg von 10 % im Vergleich zum gleichen Monat 2024 entspricht.
Das gefrorene Hähnchen und andere Varianten bleibt das am meisten nachgefragte Produkt der Insel, mit Käufen von über 21 Millionen Dollar, was bestätigt, dass Washington einer der Hauptnahrungsmittelanbieter des Landes ist.
Während das kubanische Regime darauf besteht, dass das amerikanische Embargo das Haupthindernis für seine Entwicklung ist, behauptet die amerikanische Administration, dass es das wirtschaftliche Modell der Insel, das von militärischen und staatlichen Unternehmen kontrolliert wird, ist, das die realen Chancen für die Bevölkerung einschränkt.
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