Krise in der Salzproduktion in Matanzas: stillgelegte Pumpen, korrodierte Geräte und millionenschwere Verluste

Die Saline der Gemeinde Martí kann ihren Betrieb aufgrund von Strommangel, Korrosion der Geräte und fehlenden staatlichen Investitionen nicht aufrechterhalten

Salina de MatazFoto © Girón / Raúl Navarro González

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Die Salzproduktion in Matanzas befindet sich in einem kritischen Zustand. Die unternehmerische Einheit (UEB) Salinera Matanzas, die sich im Landkreis Martí befindet, kann seit mehr als einem Jahr keinen stabilen Produktionszyklus aufrechterhalten, wie die staatliche Zeitung Girón berichtete. Die Pumpen, die Meerwasser entnehmen, sind außer Betrieb, die Maschinen sind durch den Salzwuchs korrodiert, und die Infrastruktur der Anlage verschlechtert sich aufgrund des Mangels an grundlegenden Materialien.

Der Geschäftsführer des Unternehmens, Blas Jesús Hernández Santos, erkannte an, dass die Saline kaum zwischen 1.000 und 4.000 Tonnen jährlich produziert, was einen Bruchteil dessen darstellt, was in vergangenen Jahrzehnten erzeugt wurde. Im Jahr 2024 verlor die Einrichtung sechs Millionen Pesos nach intensiven Regenfällen, die mehrere bereits geerntete Tonnen verderbten.

Die Sole ist durch die lange Inaktivität und den Mangel an Wasserzirkulation kontaminiert worden. Stromausfälle verhindern das Pumpen und die Instandhaltung der Verdunstungs- und Kristalllagunen, was den natürlichen Prozess der Salzgewinnung lahmlegt. „Das Pumpsystem ist über 15 Jahre alt, und wir versuchen, es eigenständig zu retten“, erklärte der Geschäftsführer.

Ohne minimale Ressourcen für den Betrieb – weder Farbe zum Schutz der Strukturen noch Gase zum Formen oder Schweißen beschädigter Teile – hängt die Produktion von manueller Arbeit ab. In den letzten zwei Jahren haben die Arbeiter Salz in Schubkarren geladen, da die Erntemaschine, die seit langem außer Betrieb ist, nicht genutzt werden kann. Einige wichtige Teile der Anlage wurden in andere Provinzen verlegt, um dringende Anfragen in staatlich priorisierten Zentren zu decken.

Die Arbeiter halten die Produktion unter extremen Bedingungen am Laufen. Nur 14 junge Leute sind Teil der aktuellen Belegschaft, die aus mehr als einem Hundert Personen besteht, von denen viele mehr als 20 Jahre im Unternehmen sind. Die alternativen Produktionslinien (wie Calcium­sulfat für Weißzement oder Industriedolomit) arbeiten im kleinen Maßstab.

Nationale Salzmangel: Eine weitreichende Krise

Die Situation in Matanzas ist kein Einzelfall. In Artemisa erhalten mehr als 450.000 Personen seit Monaten kein Salz für den Grundbedarf, während in Havanna die Rationen für Juni und Juli erst im August verteilt wurden.

Im Juni letzten Jahres gaben die Behörden der Unternehmensgruppe Geominero Salinero (Geominsal) zu, dass, obwohl „Tausende von Tonnen zur Verteilung bereitstanden“, der Mangel an Transportmitteln verhinderte, dass das Salz die Bevölkerung erreichte.

Angesichts dieses Szenarios hat die Regierung beschlossen, die Investitionen in anderen Teilen des Landes zu verstärken, wie in den Salinen von Guantánamo, die aufgrund ihres Klimas als „effizienter“ gelten. Ein Teil der überschüssigen Mittel aus dieser Operation könnte nach Matanzas gelangen, jedoch ohne konkrete Garantien.

In der Zwischenzeit sehen sich die Kubaner weiterhin einer langanhaltenden Knappheit eines essentiellen Produkts gegenüber. Der Mangel an Salz hat viele dazu veranlasst, es auf dem informellen Markt zu Preisen von bis zu 500 Pesos pro Pfund zu kaufen, was den wirtschaftlichen Druck auf die Familien verschärft.

Häufige Fragen zur Produktions- und Vertriebskrise von Salz in Kuba

Warum steckt die Salzproduktion in Matanzas in der Krise?

Die Salzproduktion in Matanzas befindet sich in der Krise aufgrund des Verfalls der industriellen Infrastruktur, der Stilllegung der Pumpen, die Wasser aus dem Meer fördern, der Korrosion der Maschinen und des Mangels an grundlegenden Materialien für die Wartung der Anlage. Diese Probleme haben zu einem drastischen Rückgang der Produktion geführt, wodurch millionenschwere Verluste entstanden sind und die Versorgung auf nationaler Ebene betroffen ist.

Wie beeinflusst der Salzengpass die kubanische Bevölkerung?

Der Salzmangel in Kuba beeinträchtigt die Bevölkerung erheblich, da er den Zugang zu einem essentiellen Produkt einschränkt, das unregelmäßig verteilt wird. Viele Familien sind gezwungen, auf den informellen Markt zurückzugreifen, wo die Preise exorbitant sind und die wirtschaftliche Belastung für die Haushalte verschärfen. Darüber hinaus erschwert der Salzmangel die Konservierung von Lebensmitteln, insbesondere in Zeiten von Stromausfällen und Energiekrisen.

Was sind die Hauptursachen für die Salzmangel in Kuba?

Die Hauptursachen für den Salzengpass in Kuba sind der Verfall der industriellen Infrastruktur und die Energiekrise, die die Produktion und Verteilung beeinträchtigen. Die Zentralisierung und ineffiziente Bürokratie, zusammen mit dem Mangel an Rohstoffen und Technologie, tragen ebenfalls zu diesem Problem bei. Darüber hinaus priorisiert die Regierung in einigen Fällen den Export von Salz, wodurch der binnenstaatliche Konsum in den Hintergrund rückt.

Welche Maßnahmen ergreift die kubanische Regierung, um die Salzkrise zu lösen?

Die kubanische Regierung hat sich entschieden, die Investitionen in anderen Regionen des Landes zu verstärken, wie in den Salinen von Guantánamo, die als effizienter gelten. Diese Maßnahmen haben jedoch die Verteilungskrise nicht gelöst, da der Mangel an Transport und die Unfähigkeit der staatlichen Logistik weiterhin verhindern, dass das Salz regelmäßig und effektiv zur Bevölkerung gelangt.

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CiberCuba-Redaktionsteam

Ein Team von Journalisten, das sich verpflichtet fühlt, über kubanische aktuelle Themen und globale Interessen zu berichten. Bei CiberCuba arbeiten wir daran, wahrheitsgemäße Nachrichten und kritische Analysen zu liefern.

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