Cubana besucht Carlos III in Havanna: "Die wenigen Artikel, die sie verkaufen, finden sich wiederholt auf den Regalen."

"Es scheint, dass dieses Geschäft bald in Dollar oder mit den sogenannten klassischen Karten verkaufen wird. Glaubst du, dass die Kubaner in diesem Geschäft einkaufen können?"


Ein kürzlich auf TikTok von der kubanischen Nutzerin @kary_y_jony geteiltes Video zeigte den trostlosen Zustand des Einkaufszentrums Carlos III, eines der bekanntesten in Havanna. In der etwa 40 Sekunden langen Aufnahme geht die junge Frau durch einen Teil des Geländes, wo leere Räume, geschlossene Geschäfte und ein begrenztes Angebot an Produkten sichtbar sind.

„So sieht heute das größte Einkaufszentrum Kubas aus“, sagte sie beim Teilen des Beitrags, in dem ein Geschäft mit fast leeren Regalen und schwacher Beleuchtung zu sehen ist. Die Nutzerin erinnert sich daran, dass Carlos III vor einigen Jahren begann, in frei konvertierbarer Währung (MLC) zu verkaufen, einer virtuellen Währung, die nicht mit dem Gehalt in Pesos übereinstimmt, das die meisten kubanischen Arbeiter erhalten.

Während ihrer Aussage weist die Content-Creatorin darauf hin, dass der Laden „völlig leergefegt“ ist, die wenigen verfügbaren Artikel eintönig sind und dass es keine Produkte des täglichen Bedarfs gibt. Sie erwähnt auch, dass mehrere Abteilungen geschlossen oder in Renovierung sind. Abschließend äußert sie eine Vermutung über die Zukunft des Zentrums: „Es scheint, dass dieser Laden bald in Dollar oder mit den sogenannten klassischen Karten verkaufen wird.“

Dieser Typ von Beiträgen in sozialen Medien ist angesichts der Verschlechterung der Verkaufsbedingungen in staatlichen Geschäften häufig geworden. Mitte Februar zeigte ein weiteres Video, das von der Nutzerin @zol.arias verbreitet wurde, eine ähnliche Situation im selben Einkaufszentrum: leere Regale, marode Einrichtungen und lange Warteschlangen, um Eier in MLC zu kaufen.

Bei dieser Gelegenheit kostete das Eierkarton 6 MLC, was etwa 1.800 CUP entsprach, während der Preis auf dem informellen Markt über 2.600 CUP hinausgehen konnte. Der Kaufprozess umfasste die Übergabe des Personalausweises und lange Wartezeiten, wie die junge Frau berichtete.

Beide Veröffentlichungen haben bei den Internetnutzern Reaktionen von Empörung, Nostalgie und Frustration hervorgerufen, die sich daran erinnern, als Carlos III ein belebter und gut sortierter Ort war, der verschiedene Unterhaltungsmöglichkeiten und Einkaufsmöglichkeiten bot.

Die in diesen Zeugenaussagen beschriebene Situation ist nicht isoliert. Kuba durchlebt eine tiefgreifende wirtschaftliche Krise, die sich in der Knappheit an Lebensmitteln und Grundnahrungsmitteln, dem Anstieg der Preise und der Verschlechterung des Handelssystems in MLC widerspiegelt, auf das viele Kubaner keinen Zugang haben, da sie keine Überweisungen erhalten oder keine Karten für diese Transaktionen besitzen.

Obwohl die Behörden Verbesserungen bei der Verteilung von Produkten versprochen haben, wird die tägliche Realität weiterhin von endlosen Warteschlangen, leeren Regalen und Preisen geprägt, die für einen großen Teil der Bevölkerung unerschwinglich sind. Die Zeugenaussagen in sozialen Netzwerken sind zu einem Weg geworden, um zu dokumentieren und zu teilen, was der durchschnittliche Kubaner erlebt.

Häufig gestellte Fragen zum Mangelangebot im Einkaufszentrum Carlos III und zur wirtschaftlichen Lage in Kuba

Wie ist die aktuelle Situation des Einkaufszentrums Carlos III in Havanna?

Das Einkaufszentrum Carlos III ist praktisch leer, mit leeren Regalen und schwacher Beleuchtung. Viele Geschäfte sind geschlossen oder in Renovierung, und die wenigen verfügbaren Produkte sind eintönig und beinhalten keine Produkte des täglichen Bedarfs.

Was ist die Freely Convertible Currency (MLC) und wie beeinflusst sie die Kubaner?

Die MLC ist eine virtuelle Währung, die in Kuba für den Kauf von Produkten in bestimmten Geschäften verwendet wird, aber die meisten Kubaner keinen Zugang dazu haben, da ihre Löhne in kubanischen Pesos ausgezahlt werden. Dies hat eine Marktsegmentierung geschaffen, die den Zugang zu Grundprodukten für viele Bewohner einschränkt.

Welche Beziehung besteht zwischen den Dollar-Läden und der Wirtschaftskrise in Kuba?

Die Eröffnung von Geschäften, die ausschließlich Dollar akzeptieren, hat die Ungleichheit im Zugang zu Konsumgütern verschärft. Diese Geschäfte sind gut sortiert, jedoch sind die Preise hoch und die meisten Kubaner, die ihr Gehalt in Pesos erhalten, können sich diese nicht leisten. Dies spiegelt die zunehmende Dollarisierung der kubanischen Wirtschaft wider.

Wie hat die kubanische Bevölkerung auf die Situation der Geschäfte in MLC und in Dollar reagiert?

Die Bevölkerung hat ihre Empörung und Frustration in den sozialen Medien zum Ausdruck gebracht und hinterfragt das Wirtschaftssystem, das vielen den Zugang zu grundlegenden Produkten verwehrt. Die Kritiken konzentrieren sich auf die Ungleichheit, die durch diese Geschäfte entsteht, und den Mangel an Zugang zu Devisen für die Mehrheit der Bürger.

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