Die Regierung fördert die Produktion von Elektrobussen, während die Stromausfälle in Kuba anhalten

Paradoxerweise erfolgt der Anstoß zu dieser Transportmodalität inmitten eines chronischen Defizits in der Stromerzeugung, mit täglichen Beeinträchtigungen, die 1.000 MW übersteigen.


Inmitten einer tiefen nationalen Energiekrise, mit täglichen Stromausfällen, die die ganze Insel betreffen, „arbeitet“ die kubanische Regierung an einem ehrgeizigen Projekt für elektrischen Transport in der Provinz Sancti Spíritus, wo bereits fünf „Ecomobile“ Teil eines Pilotplans für nachhaltige Mobilität in Betrieb sind.

Gemäß einer Veröffentlichung auf Facebook durch den Verkehrsminister Eduardo Rodríguez Dávila, hat der Hauptort der spirituanischen Provinz im Jahr 2023 damit begonnen, den Ecotaxis-Service einzuführen, der von der Militärischen Industriegesellschaft "Coronel Francisco Aguiar Rodríguez" betrieben wird, als eine ökologische Alternative zum zusammengebrochenen traditionellen Transportsystem.

Facebook-Beitrag/Eduardo Rodríguez Dávila

Mobilität ohne fossile Brennstoffe... aber mit Stromausfällen

Die neuen Fahrzeuge, die mit elektrischer Energie betrieben werden, sind Teil eines umfassenderen Plans, der die Herstellung von 50 Minibussen vorsieht, von denen 23 in Kürze in Sancti Spíritus und weitere 10 im Municipio Trinidad, die sich noch in Produktion befinden, integriert werden.

Paradokserweise erfolgt der Anstoß zu dieser Verkehrsart in einem Kontext chronischen Defizits an elektrischer Energie, mit täglich mehr als 1000 MW an Beeinträchtigungen, die in den offiziellen Berichten des Nationalen Elektroenergiesystems (SEN) gemeldet werden, was die praktische Umsetzbarkeit dieser Projekte auf kurze Sicht gänzlich in Frage stellt.

Details des Dienstes

Der Service wird in vier Routen strukturiert: drei in Sancti Spíritus und eine in Trinidad, mit strategischen Haltestellen an wichtigen Punkten wie dem Pediatric Hospital José Martí Pérez und dem Provincial Hospital Camilo Cienfuegos. Jedes Minibus bietet Platz für 11 Passagiere und kann bis zu 10 Fahrten täglich durchführen, was den Transport von etwa 120 Personen pro Fahrzeug und Tag ermöglichen würde, erklärte der Minister.

Die Zeiten mit der höchsten Nachfrage wurden bereits identifiziert: von 5:00 bis 9:00 Uhr und von 15:00 bis 20:00 Uhr, Zeiträume, die auch mit den kritischsten Phasen in Bezug auf Stromausfälle übereinstimmen, was die Kontinuität des Service gefährden könnte, wenn kein stabiles Lade-Netz zur Verfügung steht.

In seinem Beitrag erläuterte Rodríguez Dávila, dass der Preis für das Ticket 10 kubanische Pesos betragen wird, mit Routen, die zwischen 4 und 5 Kilometern liegen, was es zu einer kostengünstigen Option für die Bevölkerung macht.

Solarenergie und zukünftige Nachhaltigkeit

Im Rahmen des Projekts wird auch an der Installation von Ladestationen gearbeitet, die mit photovoltaischen Solarpanelen betrieben werden. Dies würde die Abhängigkeit vom nationalen Stromnetz verringern und die Betriebsfähigkeit auch während der Stromausfälle gewährleisten.

Der Plan wird vom Fonds zur Entwicklung des öffentlichen Verkehrs unterstützt, der durch die Steuern aus dem Verkauf von motorisierten Fahrzeugen im Land gespeist wird, und wurde offiziell während der Internationalen Messe für Transport und Logistik 2023 vorgestellt.

Zwischen Effizienz und Symbolik

Kuba zählt nicht zu den Ländern, die für den globalen Klimawandel verantwortlich sind, hat jedoch historisch sein Engagement für die Reduzierung von Emissionen verteidigt. Der Fokus auf elektrischen Verkehr steht im Einklang mit dieser Rhetorik, obwohl die tatsächliche Wirkung von der Fähigkeit des Landes abhängt, stabile Elektrizität und minimal erforderliche Betriebsbedingungen zu gewährleisten – Faktoren, die angesichts einer Regierung, die von schlechten Entscheidungen geprägt ist, als recht kompliziert erscheinen.

Der unmittelbare Herausforderung ist nicht nur ökologischer oder technologischer Natur, sondern auch energetisch und strukturell, in einer Insel, wo der konventionelle öffentliche Nahverkehr weiterhin zusammengebrochen ist und Mobilität für viele ein Luxus darstellt.

Häufig gestellte Fragen zur Produktion von Elektro-Minibussen und zur Energiekrise in Kuba

Was ist das Ziel des Projekts für Elektro-Minibusse in Kuba?

Das Projekt zielt darauf ab, eine ökologische Alternative zum kollabierten traditionellen Transportsystem in Kuba anzubieten, durch die Implementierung von elektrischen Minibussen in den Provinzen Sancti Spíritus und Trinidad. Dieser Pilotplan ist Teil einer Anstrengung, eine nachhaltigere Mobilität inmitten einer erheblichen Energiekrise zu fördern.

Wie beeinflusst die Energiekrise den Betrieb der elektrischen Minibusse?

Die Energiekrise in Kuba, die durch ständige Stromausfälle und ein chronisches Defizit in der Stromerzeugung gekennzeichnet ist, gefährdet ernsthaft die Machbarkeit des Elektrobusprojekts, da dessen Betrieb von einem stabilen Ladenetz abhängt, das derzeit nicht gewährleistet ist.

Welche Maßnahmen werden ergriffen, um die Einsatztauglichkeit der Elektro-Minibusse während der Stromausfälle sicherzustellen?

Um die Abhängigkeit vom nationalen Stromnetz zu reduzieren, werden Ladestationen installiert, die von Photovoltaik-Solarmodulen gespeist werden, was es ermöglichen würde, die Minibusse auch während der Stromausfälle betriebsfähig zu halten.

Warum ist das Projekt der Elektro-Minisbusse in der aktuellen Situation Kubas von entscheidender Bedeutung?

Das Projekt ist entscheidend, da es einen Versuch darstellt, den öffentlichen Nahverkehr in einem Land zu modernisieren, das mit dem Zusammenbruch seiner Energieinfrastruktur und einem maroden konventionellen Verkehrssystem konfrontiert ist. Sein Erfolg hängt jedoch von der Fähigkeit der Regierung ab, die aktuellen energiebezogenen Einschränkungen zu überwinden.

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