Ein Einwanderer verbringt mehr als acht Stunden auf einem Baum, um einer Festnahme durch ICE zu entgehen

Viele riefen von unten ermutigende Botschaften: „Geh nicht runter, du hast Rechte!“, „Wir werden dir einen Anwalt schicken!“, und „Unterschreibe nichts!“, als Zeichen der Solidarität.


In einer ungewöhnlichen Szene, die eine gesamte Gemeinschaft in Atem hielt, verweilte ein 29-jähriger guatemaltekischer Einwanderer mehr als acht Stunden hoch oben in einem Baum und versuchte, den Beamten des Immigration and Customs Enforcement (ICE) im texanischen West Side-Viertel von San Antonio zu entkommen.

Der Vorfall ereignete sich am Montag, den 29. April, und wurde von Bundesbeamten, Nachbarn und lokalen Medien beobachtet.

Der Mann wurde als Raúl Ical identifiziert, obwohl offizielle Dokumente ihn auch unter dem Namen Raymundo Caal-Caal anerkennen, gemäß Berichten, die von Univision erhalten wurden.

Die Bundesbehörden erklärten, dass die Operation das Ergebnis eines bestehenden Haftbefehls war, der mit einem illegalen Grenzübertritt in die Vereinigten Staaten und einer vorherigen Abschiebung im Jahr 2013 zusammenhängt.

Außerdem wurde er mit einem aktuellen Fall von Fahren unter Alkoholeinfluss im April 2024 in Verbindung gebracht, wegen dem er gegen Kaution freigelassen wurde, jedoch mit einer Anordnung zur Ausländerfesthaltung.

Die Flucht und das Klettern auf den Baum

Laut Berichten begann der Vorfall gegen 11:00 Uhr, als ICE-Beamte zusammen mit dem Texas Department of Public Safety (DPS) versuchten, Ical festzunehmen, nachdem sie das Fahrzeug angehalten hatten, in dem er als Passagier unterwegs war.

Vor den Augen der Beamten soll Ical weggelaufen sein, sich in ein nahegelegenes Wohnhaus geflüchtet und in einem verzweifelten Versuch zu entkommen, auf einen hohen Baum geklettert sein, wo er bis gegen 19:00 Uhr blieb.

Während der langen Stunden der Anspannung versammelten sich Bewohner des Viertels - mit hoher Präsenz von lateinamerikanischen Einwanderern - an dem Ort.

Viele riefen von unten ermutigende Botschaften: „Geh nicht runter, du hast Rechte!“, „Wir werden dir einen Anwalt schicken!“, und „Unterschreibe nichts!“, ein klares Zeichen der Solidarität. Einige nahmen Videos auf und verbreiteten das Geschehen im Internet.

Einer von ihnen, Antonio Cruz, ein junger Mann honduranischer Herkunft, sagte der Presse, dass er das Bedürfnis verspürte, sich zu nähern und zu unterstützen. "Ich weiß nicht, ob er Papiere hat oder nicht, aber er ist ein Mensch. Es bricht mir das Herz, das zu sehen", äußerte er gegenüber EFE.

Laut Cruz konnte Ical ihm von oben sagen, dass er im Bauwesen tätig war und dass er an diesem Tag nur auf dem Weg zur Arbeit war, als er bemerkte, dass er verfolgt wurde.

Ende des Zusammenstoßes und Festnahme

Gegen 19:00 Uhr, nach mehreren Stunden unter der Sonne und dem Druck der Behörden an Land, stieg Ical friedlich vom Baum herunter.

Der Moment wurde auf Video festgehalten und verbreitete sich schnell in den sozialen Medien. Die ICE-Beamten nahmen ihn sofort fest, ohne dass gewaltsame Vorfälle gemeldet wurden.

Laut offiziellen Angaben wird der Mann mit Anklagen auf Bundesebene konfrontiert, aufgrund seiner Migrationsgeschichte und der illegalen Wiedereinreisen ins Land. Zum Zeitpunkt dieses Berichts befindet er sich weiterhin in federaler Haft.

Der Fall hat die Debatte über die Migrationspolitik und den Einsatz von hochkarätigen Einsätzen in vulnerablen Gemeinschaften neu entfacht, insbesondere wenn es um Personen geht, die familiäre und berufliche Bindungen im Land haben.

Unterdessen haben Unterstützungsgruppen für Einwanderer ihren Aufruf erneuert, die Behandlung derjenigen zu überprüfen, die unabhängig von ihrem rechtlichen Status einfach ein würdevolles und sicheres Leben suchen.

Häufig gestellte Fragen zum Vorfall mit dem guatemaltekischen Einwanderer und zu den Richtlinien der ICE

Warum blieb Raúl Ical mehr als acht Stunden auf einem Baum?

Raúl Ical suchte Schutz in einem Baum, um einer Festnahme durch ICE zu entgehen nach einer Verkehrskontrolle in San Antonio, Texas. Er hatte einen offenen Haftbefehl wegen illegaler Einreise in die Vereinigten Staaten und eine frühere Abschiebung im Jahr 2013 sowie einen aktuellen Fall wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss. Dieser Vorfall spiegelt die Verzweiflung einiger Einwanderer wider, der Festnahme und Abschiebung zu entkommen.

Welche Maßnahmen ergreift ICE in seinen Einsätzen gegen undokumentierte Einwanderer?

ICE führt Razzien und Einsätze durch, um undocumented immigrants festzunehmen, wobei der Schwerpunkt besonders auf Personen mit Vorstrafen liegt. Diese Maßnahmen werden oft wegen ihrer Auswirkungen auf verletzliche Gemeinschaften und wegen der Trennung von Familien kritisiert. Im aktuellen Kontext, unter der Verwaltung von Donald Trump, hat sich die Durchsetzung strenger Einwanderungspolitiken intensiviert, mit einem signifikanten Anstieg der Zahl der Festnahmen.

Wie wirkt sich die aktuelle Einwanderungspolitik der Vereinigten Staaten auf die Gemeinschaften der Einwanderer aus?

Die aktuelle Einwanderungspolitik der Vereinigten Staaten hat Angst und Misstrauen unter den Einwanderergemeinschaften ausgelöst, aufgrund der Zunahme von Razzien und Abschiebungen. Neben der Trennung von Familien wurden die Politiken wegen möglicher rassistischer Vorurteile und Menschenrechtsverletzungen kritisiert. Dieses Klima der Feindseligkeit hat insbesondere diejenigen betroffen, die familiäre und berufliche Bindungen im Land haben.

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