Zwei Administratoren beim Stehlen in Lagerräumen von Havanna überrascht

Der Fall reiht sich in eine Reihe von Diebstählen und Unregelmäßigkeiten bei der Lebensmittelverteilung in Kuba ein, mitten in einer tiefen wirtschaftlichen Krise und wachsendem Misstrauen gegenüber den staatlichen Kontrollmechanismen.

Reisäcke, die angeblich aus einem Lagerhaus in San Miguel del Padrón entwendet wurdenFoto © Facebook/El Cubano Fiel

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Zwei Administratoren eines Lagers in San Miguel del Padrón sollen in flagranti erwischt worden sein, während sie Säcke mit Reis und Erbsen transportierten, die sie angeblich illegal aus den Lagerräumen des staatlichen Handels entwendeten, berichtete das Profil von Facebook El Cubano Fiel, das dem Ministerium für Innere Angelegenheiten (MININT) von Kuba zugeordnet ist.

Laut der Veröffentlichung ereigneten sich die Vorfälle im Stadtteil San Francisco de Paula, wo Beamte der Revolutionären Nationalpolizei und Handelsvertreter die Beteiligten abgefangen haben sollen, während sie die Produkte der Grundversorgung in ein Fahrzeug luden.

Captura von Facebook/El Cubano Fiel

Die Behörden haben angeblich innerhalb des Lagers 15 Säcke Erbsen und 10 Säcke Reis entdeckt, die laut dem Bericht bereits für die Entnahme reserviert waren. Zudem hätten sie bei der Durchsuchung der Wohnungen derVerwalter weitere 14 Säcke Reis gefunden.

Der Vorfall hätte sich in der Gegend von Siboney, zwischen Calzada de Güines und Callejón Botica, ereignet, so die Quelle, die keine zusätzlichen verifizierbaren Beweise oder offizielle Unterstützungsinformationen über ihre eigenen Kanäle hinaus bereitstellt. Bis jetzt sind auch die Namen der Festgenommenen sowie der Stand des Verfahrens vor den Gerichten nicht bekannt.

Propaganda oder legitime Anklage?

Dieser Typ von Veröffentlichungen ist häufig auf Profilen wie El Cubano Fiel anzutreffen, die als propagandistische Erweiterung des Staatssicherheitsapparats fungieren. Oft erscheinen die von ihnen verbreiteten Fakten nicht in offiziellen Medien und werden durch unabhängige Quellen nicht bestätigt, was bei einem Teil der Bevölkerung Zweifel an der Transparenz und Wahrhaftigkeit der Anschuldigungen aufwirft.

In den sozialen Medien werfen viele dieser Beschwerden mehr Fragen auf als Antworten: Warum werden die Beteiligten mit öffentlichen Beweisen nicht strafrechtlich verfolgt? Warum gibt es keine offiziellen Stellungnahmen des Ministeriums für Handel oder der Staatsanwaltschaft? Ist es eine Strategie, um die öffentliche Empörung zu lenken oder abzulenken, indem man sich auf die unteren Ebenen des Systems konzentriert?

Die Lebensmitteldistribution in Kuba bleibt ein hochsensibles Thema. Die chronische Knappheit, die Rationierung und die mit dem Netz der Läden verbundenen Korruptionsprobleme verursachen ständige Unruhe in der Bevölkerung.

Die Möglichkeit, dass diejenigen, die für die gerechte Lieferung der Produkte verantwortlich sind, in deren Abzweigung verwickelt sind, verschärft nicht nur die Krise, sondern schlägt auch auf die Moral eines zunehmend erschöpften Volkes ein.

Angesichts dieses Szenarios hat das Regime Kampagnen wie Guardianes por mi bodega gestartet, die als „gemeinschaftliche“ Lösungen vorgestellt werden, um Diebstähle zu verhindern und die Wachsamkeit zu stärken.

In Wirklichkeit basieren diese Maßnahmen auf typischen sozialen Kontrollmechanismen des kubanischen Systems: Verlängerung der Zeiten, WhatsApp -Gruppen zwischen Nachbarn, überraschende Kontrollen, Einberufungen zum Kommunistischen Partei und Nachbarschaftswachen.

Die Initiative begann in Holguín, wo 13 Straftaten in Lebensmittelgeschäften gemeldet wurden, darunter 11 Einbrüche. Die lokalen Behörden versprachen, elektronische Kassen einzuführen, um den Bargeldgebrauch zu reduzieren, Kanäle auf Telegram zu eröffnen und die Verbindungen zur Bevölkerung zu stärken.

Viele Kubaner sind jedoch der Ansicht, dass diese Kampagnen nur das zugrunde liegende Problem beschönigen: die interne Korruption, den Mangel an Transparenz und ein zusammengebrochenes Verteilungssystem.

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