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Die Verzweiflung erfasst die Bewohner der Brisas del Mar-Gasse in Cárdenas, Matanzas, die nun seit über acht Tagen ohne Strom, ohne Trinkwasser und ohne haltbare Lebensmittel auskommen müssen.
Die Anzeige wurde öffentlich gemacht von der Aktivistin Lara Crofs, nachdem sie Zeugenaussagen von Nachbarn erhalten hatte, die ihr unter Tränen um Hilfe baten, um die Tragödie, die sie durchleben, sichtbar zu machen.
Laut Crofs auf Facebook ist die Ursache für den langen Stromausfall der Bruch eines Transformators, den die Unión Eléctrica (UNE) nach eigenen Angaben nicht ersetzen kann.
„Dennoch werden die Bewohner des Viertels gebeten, mit 2.000 Dollar für einen Transformator und bis zu 15.000 CUP pro Wohnung zu 'beitragen', was sie zu sammeln versuchen. Dies stellt eine missbräuchliche und inakzeptable Praxis dar“, betonte er.
Das Viertel, das sich in der Nähe des Krankenhauses Julio Miguel Aristegui Villamil befindet, hatte normalerweise keine längeren Stromausfälle, da die Nähe zum Gesundheitseinrichtung eine Priorität im Service gewährte.
Heute leben die Familien in einer extremen Krise der Verwundbarkeit: Kinder, ältere Menschen und Kranke überleben, ohne kochen, waschen, Lebensmittel lagern oder Mindeststandards der Hygiene aufrechterhalten zu können.
"Es war sehr schwer, mit einigen von ihnen zu sprechen, da sie weinten und sich verzweifelt fühlten", erzählte Crofs.
Die Aktivistin prangerte auch das Verspotten der "mildernden Maßnahmen" an: Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung boten für jeweils 50 Pesos Pakete mit Keksen an, als könnten diese die Situation weniger schmerzhaft machen.
"Die Nachbarn fordern in Wirklichkeit eine sofortige und transparente Lösung für die Wiederherstellung der Elektrizität", betonte er.
Matanzas, Symbol der Energieungleichheit
Der Fall von Brisas del Mar reiht sich in die zunehmenden Beschwerden in Matanzas über die weit verbreitete Energiekrise ein.
Kürzlich beschrieb die Fotografin Belice Blanco Garcés die Not ihrer Gemeinschaft, die bis zu 30 Stunden lang unter Stromausfällen leidet, mit nur ein oder zwei Stunden Licht pro Tag.
In einem berührenden Zeugnis bezeichnete Blanco Garcés die Situation als "Völkermord" und stellte in Frage, wie es möglich ist, dass in der Provinz, in der sich das größte thermische Kraftwerk des Landes befindet, die Bevölkerung unter willkürlichen Stromausfällen leidet, während Havanna und Varadero eine stabilere Versorgung erhalten.
„Wie kann ich meine kranke alte Mutter inmitten all dieser Dunkelheit betreuen? Wie kann ich die Kinder und die alten Menschen ernähren, wenn das Wenige, was man kauft, verdirbt? Warum musste mein Sohn mit Tränen in den Augen auswandern, um uns zu helfen, diese Hölle zu überleben?“, schrieb er.
Ein verlassenes Dorf, das seinem Schicksal überlassen ist
Die Situation in Cárdenas und in Matanzas verdeutlicht, was auf der gesamten Insel geschieht: Die Bevölkerung ist der Nachlässigkeit und der institutionellen Korruption ausgeliefert und gezwungen, unerhört hohe Summen für grundlegende Dienstleistungen wie Strom und Wasser zu zahlen.
In der Zwischenzeit privilegiert das Regime die Stabilität in der Hauptstadt und den Tourismuszentren, während es den Rest des Landes einem kollektiven Strafmaß in Form von endlosen Stromausfällen aussetzt.
Das offizielle Schweigen steht im Gegensatz zu dem zunehmenden Schrei der Bürger.
Wie Lara anmerkte, ist das, was die Bewohner von Brisas del Mar heute erleiden, "ein Beispiel dafür, wie die kubanische Bevölkerung hilflos bleibt, Missbrauch ausgesetzt ist und keine minimalen Rechte garantierte bekommt".
Die Empörung wächst, die Beschwerden häufen sich in den sozialen Medien, und der Druck der Bürger durchbricht nach und nach die Mauer der Zensur.
Aber solange es keine dringende und verantwortungsvolle Antwort seitens der Behörden gibt, werden Tausende von Kubanern weiterhin im Dunkeln überleben, zwischen Hitze, Hunger und Hoffnungslosigkeit.
Häufig gestellte Fragen zur Energiekrise in Cárdenas und Matanzas
Warum haben die Nachbarn in Cárdenas seit acht Tagen keinen Strom?
Der Stromausfall ist auf einen Defekt eines Transformators zurückzuführen, den die Unión Eléctrica (UNE) nicht ersetzen kann. Darüber hinaus wurde die Bevölkerung gebeten, hohe Geldbeträge beizusteuern, um das Problem zu lösen, was als missbräuchliche Praxis bezeichnet wurde.
Wie wirkt sich die Energiekrise auf die Familien in Matanzas aus?
Die Energieskrise hat die Familien in einen Zustand extremer Verwundbarkeit gestürzt. Der Mangel an Elektrizität hindert daran, zu kochen, Lebensmittel zu lagern und grundlegende Hygienebedingungen aufrechtzuerhalten, was insbesondere Kinder, ältere Menschen und Kranke betrifft. Außerdem verschärfen der Mangel an Trinkwasser und die fehlende Mobilfunkabdeckung die Situation.
Welche Antworten hat die Regierung auf diese Energiekrise gegeben?
Die Regierung hat nur wenige effektive Lösungen für die Energiekrise angeboten. Die kurzfristigen Maßnahmen, wie das Angebot von Keks-Paketen, wurden aufgrund ihrer Unzulänglichkeit scharf kritisiert. Die Bevölkerung fordert eine sofortige und transparente Lösung, doch die offizielle Antwort bleibt weiterhin begrenzt und voller unerfüllter Versprechen.
Warum gibt es Ungleichheit in der Stromversorgung in Kuba?
Es gibt eine Wahrnehmung von Ungleichheit in der Stromversorgung, da die energetische Stabilität in Havanna und den Tourismuszentren wie Varadero priorisiert wird, während andere Provinzen, wie Matanzas, unter langen Stromausfällen leiden. Diese Situation hat Spannungen und Kritiken gegenüber dem Regime wegen der bevorzugten Behandlung bestimmter Gebiete ausgelöst.
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