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Während der Hurrikan Melissa sich unmittelbar dem Osten Kubas nähert tauchen erschütternde Geschichten auf: Der kubanische Schriftsteller und Aktivist Yasser Sosa Tamayo berichtete in den sozialen Medien von der Geschichte einer 17-jährigen Mutter, die ihn um Hilfe bat, um Milch für ihr Baby zu besorgen.
„Es gibt Szenen, die so schmerzhaft sind, dass sie einen zwingen, die Augen zu öffnen“, schrieb Sosa in seinem Profil auf , während er erzählte, wie das Mädchen ihm eine Nachricht mit den Worten „Ich habe keine Milch für mein Kind“ schickte, ein Satz, der, wie er sagte, „jede Sprache bricht“.
Der Aktivist berichtete, dass er sich am Samstag mit ihr getroffen hat und ihr eine Tüte mit Lebensmitteln sowie Geld für die Milch gegeben hat, und dass er sich verpflichtet hat, ihr zu helfen, ihr Studium wiederaufzunehmen.
Sosa erklärte, dass die Identität der jungen Frau geschützt ist, um ihre öffentliche Exposition zu vermeiden, und reflektierte über die Verwundbarkeit von jugendlichen Müttern im heutigen Kuba, das von Armut, Mangel an grundlegenden Ressourcen und staatslicher Gleichgültigkeit geprägt ist.
„Die Scham gehört nicht dir, die Scham gehört uns“, schrieb er und bat darum, solche Geschichten nicht zu normalisieren.
In dem Beitrag äußerten zahlreiche Nutzer ihre Empörung und Solidarität mit der Situation des Mädchens und ihres Sohnes.
Fälle wie dieser wiederholen sich in verschiedenen Provinzen des Landes, insbesondere in den ländlichen Gebieten des östlichen Kubas, wo die Knappheit von Lebensmitteln und grundlegenden Produkten in den letzten Monaten zugenommen hat.
Und in diesem Kontext der großen Unsicherheit, unter der die östliche Region leidet, wenige Stunden bevor der Hurrikan Sandy ankommt, erklärte der kubanische Regierungschef Miguel Díaz-Canel am Samstag, dass die Behörden des Regimes „in ständigem Kontakt“ mit den provincialen Führungspersönlichkeiten der Kommunistischen Partei in den Gebieten stehen, die direkt vom Hurrikan Melissa betroffen sein könnten.
Der Bericht von Sosa entsteht, während der Hurrikan Melissa der Kategorie 4, mit anhaltenden Windgeschwindigkeiten von 220 Kilometern pro Stunde auf die ostlichen Regionen zukommt, wie am Sonntag vom Nationalen Hurrikan-Zentrum (NHC) der Vereinigten Staaten berichtet wurde.
Die Provinzen Granma, Santiago de Cuba, Guantánamo und Holguín stehen unter Beobachtung aufgrund intensiver Regenfälle, Erdrutsche und zyklonischen Seegang.
Das Panorama in diesen Provinzen ist kritisch: Die Stromausfälle von über 18 Stunden täglich und der Mangel an Informationen erschweren die Vorbereitung auf die Auswirkungen des Zyklons.
Die Behörden empfehlen der Bevölkerung, sich über die Berichte des Instituts für Meteorologie und des NHC informiert zu halten und die Anweisungen des Zivilschutzes zu befolgen.
Während sich das Land auf den Ansturm des Hurrikans vorbereitet, verwandelt die Geschichte dieser Teenagemutter die Krise, die tausende kubanische Familien durchleben, in ein menschliches Gesicht. Diese Familien stehen mit kaum Ressourcen sowohl der klimatischen als auch der alltäglichen Sturmfront gegenüber.
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