Monreal: „Der kubanische Staat hat seine wesentliche Funktion, das nationale Gewicht zu verteidigen, vernachlässigt.“

Der kubanische Ökonom Pedro Monreal kritisierte die Unfähigkeit des kubanischen Staates, den Peso zu verteidigen, und hob hervor, dass die wirtschaftliche Krise intern und strukturell ist, nicht nur eine simple Manipulation des informellen Marktes.

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Der kubanische Wirtschaftswissenschaftler Pedro Monreal beteiligte sich erneut an der öffentlichen Debatte über die Währungs- und die Abwertung des kubanischen Pesos, indem er darauf hinwies, dass die Wurzel des Problems nicht in einer angeblichen Manipulation des informellen Marktes liegt, sondern in der strukturellen Unfähigkeit des Staates, seine eigene Währung aufrechtzuerhalten.

In einem am Dienstag auf dem sozialen Netzwerk X veröffentlichten Thread wies Monreal darauf hin, dass die aktuelle Diskussion über den informellen Wechselkurs „nützlich sein könnte“, wenn sie sich auf die realen Faktoren konzentrierte, die ihn bestimmen: die Krise des Produktionsangebots und die Weigerung des Staates, seiner verfassungsmäßigen Pflicht zum Schutz des Wertes des Peso nachzukommen.

„Am relevantesten ist die strukturelle Krise des Produktionsangebots, und mit dem Scheitern der ‚Ordenung‘ hat der Staat seine wesentliche Funktion zur Verteidigung des kubanischen Pesos vernachlässigt“, stellte der Ökonom fest und spielte damit eindeutig auf den 2021 von der Regierung ins Leben gerufenen Wirtschaftsplan an, der die Währung vereinheitlichen und die Wirtschaft stärken sollte, aber zu Inflation und massiven Kaufkraftverlust führte.

Eine Krise, die sich nicht legt

Monreal wies darauf hin, dass, selbst wenn die aktuelle Kontroverse über eine angebliche „Manipulation“ des Wechselkurses —Vorwurf, der vor einigen Tagen von Außenminister Bruno Rodríguez Parilla erneuert wurde—, beendet wird, das zugrunde liegende Problem bestehen bleibt, da es sich um eine strukturelle Wirtschaftskrise handelt, die innerhalb des bestehenden Modells nicht gelöst werden kann.

„Wenn die aktuelle wiederkehrende Phase bezüglich der ‘Manipulation’ des informellen Wechselkurses des kubanischen Pesos nachlässt, wird immer noch eine strukturelle Wirtschaftskrise vorhanden sein, die sich nicht im Rahmen der geltenden institutionellen Vorgaben lösen lässt“, schrieb er.

Der Ökonom erinnerte daran, dass die sogenannte ‘Tarea Ordenamiento’ zu einem schlecht verwalteten Übergang führte: Es fand ein Wechsel von der monetären und währungsbezogenen Vereinheitlichung zu einer de facto Dollarisation statt, in einem „veralteten“ Wechselkursregime, das die Spekulation verstärkte und den täglichen Wechselkurs des Peso zu einem „Casino-Spiel“ machte, anstatt als Abbild der realen Wirtschaft zu dienen.

Direkte Kritik an der Zentralbank

Im letzten Beitrag des Threads war Monreal noch deutlicher und machte direkt die Banco Central de Cuba (BCC) verantwortlich, die verfassungsgemäß für die Stabilität der Währung zuständig ist.

„Die Zentralbank von Kuba, verstrickt in eine unwesentliche 'Bancarización', hat, da sie nicht aktiv den nationalen Peso verteidigt, eine Funktionsverweigerung begangen, die an Verfassungswidrigkeit grenzt“, sagte er und zitierte Artikel 25 der Verfassung, der die BCC verpflichtet, „den Wert der nationalen Währung zu erhalten“.

Ein Aufruf, das wahre Problem anzuerkennen

Die Worte von Monreal bringen erneut ein gegensätzliches Urteil zum offiziellen Diskurs auf den Tisch: die Abwertung des Pesos und der Aufstieg des Informellen Marktes sind nicht das Ergebnis externer Manöver, sondern die interne Folge eines unproduktiven Modells, einer gescheiterten Reform und des Fehlens einer effektiven Geldpolitik.

Während das Regime weiterhin behauptet, es gebe „spekulative“ Kampagnen von außen, erinnert der Ökonom daran, dass die Abwertung des Peso vor allem ein Symptom des Zusammenbruchs der kubanischen Wirtschaftsordnung und eines Staates ist, der – wie er betont – „seine wesentliche Funktion nicht mehr erfüllt“.

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