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Der umstrittene Sänger der Urban-Musik Yosvany Sierra Hernández, bekannt als Chocolate MC, sieht sich seit diesem Montag einem Strafprozess im Landkreis Miami-Dade gegenüber, nachdem er beschuldigt wurde, in sozialen Medien Morddrohungen gegen den mutmaßlichen Mörder des ebenfalls künstlerischen El Taiger ausgesprochen zu haben.
Der Gerichtsprozess begann mit der Auswahl der Geschworenen, einem Vorab-Schritt zu den Anhörungen, die am Mittwoch, dem 12. November, mit der formalen Präsentation der Argumente durch die Anklage und die Verteidigung fortgesetzt werden.
Es handelt sich um einen Fall mit großer symbolischer und emotionaler Bedeutung im kubanischen Künstlerkreis im Exil, da die angeblichen Bedrohungen gegen Damián Valdez Galloso gerichtet gewesen sein sollen, den Mann, der des Mordes an dem Reggaeton-Künstler El Taiger beschuldigt wird.
Öffentlichkeitsarbeit in sozialen Netzwerken und Anschuldigungen
Die Staatsanwaltschaft des Miami-Dade Bezirks behauptet, dass Chocolate MC Beiträge auf seinem Instagram-Account veröffentlicht hat, die "echte" Gewaltbedrohungen darstellen würden.
Unter den Nachrichten, die Teil der Steuerunterlagen sind, werden Sätze wie folgt zitiert:
„Wenn die Polizei dich nicht umbringt, werden wir es tun“
Diese Texte, so die Staatsanwälte, waren begleitet von gewalttätigen Emojis und Hinweisen auf eine als ZMF identifizierte Gang, was die These der Staatsanwaltschaft über die tatsächliche Absicht zur Aufforderung zur Gewalt gegen Valdez Galloso untermauert.
Die Behörden behaupten, dass der Künstler neben diesen Äußerungen auch eine Belohnung von 100.000 Dollar für denjenigen angeboten hätte, der den mutmaßlichen Mörder von El Taiger angreift, was die Schwere der Anklagen erhöhte und zur Eröffnung eines Strafverfahrens führte.
Das Urteil des Richters: Ohne Schutz durch den Ersten Verfassungszusatz
Die Verteidigung von Chocolate hatte versucht, sich auf den Ersten Verfassungszusatz der Vereinigten Staaten zu stützen, der die Freiheit der Meinungsäußerung schützt, um zu argumentieren, dass die Botschaften Teil eines emotionalen oder künstlerischen Ausdrucks ohne kriminelle Absicht seien.
Dennoch wies Richter Milton Hirsch diesen Antrag zurück.
Der Richter kam zu dem Schluss, dass die Äußerungen des Künstlers in den sozialen Medien verfassungsrechtlich nicht geschützt waren, da sie in die Kategorie der „echten Bedrohungen“ fielen, einem rechtlichen Begriff, der den Schutz der Ersten Verfassungsänderung ausschließt.
Dieser gerichtliche Rückschlag hindert die Verteidigung daran, die Meinungsfreiheit als Hauptargument während des Prozesses geltend zu machen.
Verteidigung: Unschuldig und in psychologischer Evaluation
Der Verteidiger, Adolfo Gil, war eindeutig: „Mein Mandant ist zu 100 % unschuldig in allen Anklagen.“
Gil offenbarte auch, dass Chocolate MC derzeit einer psychologischen Bewertung unterzogen wird, obwohl dies nicht ausreichte, um den Prozess auszusetzen.
Richter Hirsch wies den Antrag der Verteidigung auf Verschiebung des Verfahrens zurück und hielt an dem festgelegten Termin am 10. November für den offiziellen Beginn fest.
Das Paar aus Schokolade: Zwischen Glauben und Hoffnung
Yelena Ramírez, Partnerin des Reggaetón-Künstlers, äußerte Erleichterung über den Beginn des Prozesses nach mehreren Verzögerungen und vertagten Anhörungen.
Ramírez gab ebenfalls Aussagen ab, die einen Einblick in die persönliche Transformation des Künstlers während seiner Inhaftierung gewähren: „Er hat sich stark verändert, er ist religiöser geworden und das überrascht mich.“
Sein Zeugenaussage bringt eine menschliche Komponente in den Gerichtsprozess ein und deutet darauf hin, dass Chocolate MC sich in einem Prozess der Introspektion befindet, während er sich mit mehreren rechtlichen Auseinandersetzungen auseinandersetzt.
Damián Valdez Galloso und die Unmöglichkeit, auszusagen
Während der Anhörung vor dem Prozess wurde ebenfalls mitgeteilt, dass Damián Valdez Galloso, der des Mordes an El Taiger angeklagt ist und angeblich Ziel der Drohungen war, nicht aussagen wird.
Sein Anwalt berief sich auf den Fünften Verfassungszusatz, der die Bürger vor Selbst-incrimination schützt, weshalb er in diesem Verfahren nicht als Zeuge geladen werden kann.
Valdez Galloso sieht sich seinem eigenen Prozess wegen Mordes gegenüber, was dem rechtlichen Kontext des Falls von Chocolate MC eine zusätzliche Ebene der Komplexität hinzufügt.
Der Prozess, der an diesem Montag beginnt, ist nicht der einzige rechtliche Streit des Reggaeton-Künstlers. Wie bekannt wurde, hat Chocolate MC zwei weitere anhängige Strafverfahren, darunter eines wegen angeblicher Entführung und Raub an einem Bewohner von Opa-Locka, bei dem eine falsche Waffe verwendet worden sein soll.
Die Partnerin des Künstlers hingegen bleibt optimistisch: „Am 10. steht dieser Prozess an und danach noch zwei weitere. Möglicherweise wird er nächsten Monat freikommen.“
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