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Die offizielle kubanische Presse erkannte diese Woche eine Realität an, unter der Millionen von Kubanern täglich leiden: Es herrscht ein Mangel an Medikamenten im Land, und der unkontrollierte Verkauf von Arzneimitteln auf den Straßen von Havanna nimmt zu.
In einem Bericht veröffentlicht von Cubadebate wird beschrieben, wie die Brücke von 100 und Boyeros in der Hauptstadt zu einem informellen Markt geworden ist, auf dem Medikamente aller Art gehandelt werden, von Schmerzmitteln bis hin zu Antidepressiva und kontrollierten Arzneimitteln.
Der offizielle Text gibt zu, dass die Flure und Eingänge in der Gegend voller improvisierter Verkäufer sind, die in der staatlichen Apotheke schwer erhältliche Medikamente ohne Rezept und ohne gesundheitliche Kontrolle anbieten.
Die Veröffentlichung versucht, das Phänomen als ein isoliertes Problem darzustellen, doch ihre Beschreibung bestätigt den Zusammenbruch des Gesundheitssystems und die Unfähigkeit des Staates, den Zugang zu grundlegenden Medikamenten zu gewährleisten.
Die Situation offenbart mehrere strukturelle Mängel des kubanischen Gesundheitssystems:
- Allgemeiner Mangel an Medikamenten in staatlichen Apotheken.
- Mangelnde Gesundheitskontrolle bei der Verteilung und dem Verkauf von Medikamenten.
- Fehlen von Kontrollen seitens des Ministeriums für öffentliche Gesundheit und der lokalen Behörden.
- Verlust der Rückverfolgbarkeit von Produkten: Flaschen ohne Etiketten, geöffnete Verpackungen oder umverpackte Medikamente.
- Risiko für die öffentliche Gesundheit, da Patienten gezwungen sind, abgelaufene oder unter unangemessenen Bedingungen gelagerte Medikamente zu kaufen.
- Normalisierung des Schwarzmarktes angesichts der Verzweiflung derjenigen, die keinen Zugang zur offiziellen Versorgung haben.
Der Bericht des staatlichen Mediums erkennt ebenfalls an, dass kontrollierte Medikamente wie Carbamazepin gemeinsam mit Vitaminen und gängigen Schmerzmitteln frei verkauft werden.
Das Fehlen effektiver Überwachungsmechanismen macht jeden Kauf zu einem riskanten Glücksspiel für die Verbraucher, die die Herkunft oder den Zustand der Produkte nicht kennen.
Trotz der Versuche des Regimes, die Krise zu beschönigen, belegt das eigene Zeugnis seiner offiziellen Presse eine tiefgehende Degeneration des Gesundheitssystems.
Die Knappheit, der institutionelle Verfall und die Korruption haben einen parallelen Kreislauf geschaffen, der bei Tageslicht funktioniert, unter dem Blick und der Toleranz der Behörden.
Während die Regierung weiterhin auf das Embargo der Vereinigten Staaten verweist, sehen sich die Kubaner mit einem viel drängenderen Problem konfrontiert: der Unmöglichkeit, auf sichere und erschwingliche Medikamente zuzugreifen, inmitten einer Chikungunya-Epidemie, die insbesondere die Verletzlichsten, die älteren Menschen und Kleinkinder, gefährlich betrifft.
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