Das kubanische Krankenhaus wirbt für eine Spendenaktion, während Patienten in den sozialen Medien um Blut bitten



In Kuba zwingt der Mangel an Blut viele Familien dazu, in sozialen Netzwerken um Hilfe zu bitten, während Krankenhäuser Kampagnen verbreiten, um ihre Solidarität zu zeigen.

Mitarbeiter des Krankenhauses spenden Blut während einer "Propaganda"-AktionFoto © Collage Facebook / Hospital Provincial Clínico Quirúrgico Docente „Saturnino Lora Torres“

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Das Provinzklinikum für klinische und chirurgische Lehre „Saturnino Lora Torres“ in Santiago de Cuba veröffentlichte eine bewegende Mitteilung über einen Blutspendetag unter seinen Mitarbeitern, der als „Geste, die Leben rettet“ dargestellt wurde.

Und obwohl Blut spenden sicherlich Leben rettet, weicht die Realität außerhalb der Krankenhausmauern stark von der offiziellen Botschaft ab.

Die kürzlich auf der Facebook-Seite des Krankenhauses geteilte Veröffentlichung beschrieb, wie eine Gruppe von Ärzten, Krankenschwestern und Mitarbeitern “einen Schritt nach vorne” machte in einer “stillen, aber kraftvollen Mission”: Blut zu spenden, um Patienten in Not zu helfen.

Captura Facebook / Hospital Provincial Clínico Quirúrgico Docente „Saturnino Lora Torres“

Der Text, begleitet von Fotografien und Dankesbotschaften, hob das Engagement der Mitarbeiter des Gesundheitszentrums hervor und bezeichnete sie als „Helden mit einem riesigen Herzen“, die „das wertvollste Geschenk geben: Leben“.

Dennoch steht die Botschaft im Gegensatz zur alltäglichen Erfahrung von Tausenden von Kubanern, die angesichts des Mangels an Blut in Krankenhäusern und provinziellen Blutbanken auf soziale Netzwerke zurückgreifen, um dringend um Spenden für Verwandte und Freunde zu bitten.

Plattformen wie Facebook sind zu Orten geworden, an denen sich verzweifelte Aufrufe nach Blutkonserven und Thrombozyten mehren, sowohl für Erwachsene als auch für Kinder mit schweren Erkrankungen.

Die fehlenden Reagenzien, die Ausrüstung zur Konservierung und die gewohnten Spender haben die Krise in den letzten Jahren verschärft, ganz zu schweigen davon, dass das kubanische Regime die Verkauf von Blut zu einem Geschäft gemacht hat, um seine Kassen zu füllen.

Trotzdem nutzt das Regime die institutionellen Spendenkampagnen als Propagandainstrumente, um den "solidarischen Geist" des medizinischen Personals zu preisen, während die strukturelle Prekarität des Gesundheitssystems und das Misstrauen der Bevölkerung gegenüber zentralisierten Spenden verborgen bleiben.

Der Kontrast zwischen der offiziellen Erzählung und der gesundheitlichen Realität zeigt eine Konstante in Kuba: die individuellen Gesten von Menschlichkeit verwandeln sich in propagandaartige Schaufenster eines kollabierten Systems, in dem die Solidarität das ersetzt, was der Staat nicht gewährleistet.

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