
Verwandte Videos:
Die kubanische Regierung hat in Matanzas eine klinische Studie mit dem Medikament Jusvinza initiiert, das vom CIGB entwickelt wurde, um seine Wirksamkeit bei der Behandlung von anhaltenden Gelenkfolgen des Chikungunya zu evaluieren, einer Komplikation, die die Lebensqualität von hunderten von Patienten im Land nach den jüngsten epidemischen Ausbrüchen beeinträchtigt.
Der Studienbeginn wurde in der Vorwoche vorgezogen und fand im Krankenhaus für Klinische und Chirurgische Medizin “Comandante Faustino Pérez” statt, wo ein von Dr. Yudisay Reyes Pelier geleitetes Team, Spezialistin für Onkologie und Mitglied der Gruppe für Klinische Forschung des Zentrums für Gentechnologie und Biotechnologie (CIGB), die Forschung koordiniert, so berichtet die Zeitung Girón auf Facebook.
Laut dem offiziellen Journalisten Yunielis Moliner umfasst die Studie 120 Patienten im Alter von 19 bis 80 Jahren, die alle eine bestätigte Diagnose von Chikungunya und residualer Polyarthritis mit einer Dauer von mehr als drei Monaten haben.
Die Freiwilligen wurden in zwei Gruppen von je 60 Personen eingeteilt: Interventionsgruppe: wird Jusvinza zusammen mit der herkömmlichen Behandlung erhalten; und Kontrollgruppe: wird ausschließlich mit der gewohnten Therapie fortfahren.
Die Behandlung sieht neun subkutane Dosen über einen Zeitraum von sechs Wochen vor, die je nach Fall ambulant oder stationär verabreicht werden.
Es ist wichtig zu erwähnen, dass das Ministerium für Gesundheit öffentlich bestätigt hat, dass im Land aktiv drei Viren zirkulieren: Chikungunya – das mit dem derzeit größten Einfluss – Dengue und Oropouche.
Was ist Jusvinza?
Jusvinza (CIGB-258) ist ein entzündungshemmendes Peptid, das vom Zentrum für Genetische Ingenieurwissenschaft und Biotechnologie entwickelt wurde. Es erhielt während der Pandemie eine Notfallgenehmigung für die Behandlung schwerer COVID-19-Fälle, bei denen es die Fähigkeit zeigte, die extreme Entzündungsreaktion zu modulieren.
Der Direktor des CIGB, Dr. Eulogio Pimentel, hat bestätigt, dass das Medikament „sich als sicher erwiesen hat“ und dass dessen Entwicklung darauf abzielt, wirtschaftliche Alternativen für entzündliche chronische Erkrankungen zu bieten, die keine zugänglichen Behandlungen haben.
Ein zunehmendes Problem in der Bevölkerung
Die residualen Polyarthritis ist eine der häufigsten Folgeerscheinungen von Chikungunya und kann sich über Monate oder Jahre erstrecken, wodurch Mobilität, Schlaf, Produktivität und Lebensqualität beeinträchtigt werden. Die Studie ist Teil der Strategie des kubanischen Gesundheitssystems, um diese postviralen Komplikationen anzugehen, in einem Kontext, in dem es international keine spezifischen und effektiven Therapien gibt.
Die Forscher hoffen, dass Jusvinza eine klinische Verbesserung von über 70% bei den behandelten Patienten erreicht, was die Tür zu einem erweiterten Einsatz in ähnlichen Fällen öffnen würde.
Lokale Wissenschaft unter Prüfung
Der Aufsatz hebt die Rolle des Hospitals Faustino Pérez als Referenzzentrum für klinische Forschung hervor und bringt die kubanische Biotechnologie zurück in ein Umfeld, in dem sie die wissenschaftliche Viabilität mit begrenzten Ressourcen und inmitten einer gesundheitlichen und wirtschaftlichen Krise unter Beweis stellen will.
Die Ergebnisse der Studie könnten in den kommenden Monaten bekannt gegeben werden.
Ein Schritt nach vorne oder eine unvollständige Lösung?
Obwohl die klinische Studie mit Jusvinza eine wirkliche Möglichkeit darstellen kann, um die Folgen von Chikungunya zu lindern, offenbart sie auch die strukturellen Einschränkungen des kubanischen Gesundheitssystems, das von Unordnung, Mangel und fehlenden zeitgerechten Reaktionen geprägt ist.
Die wissenschaftliche Initiative kommt zu einem Zeitpunkt, an dem tausende von Menschen nicht nur auf ausgeklügelte Heilmittel warten, sondern auch auf grundlegende Lösungen: ein Schmerzmittel, eine schnelle Diagnose, eine rechtzeitige Bekämpfung.
Die kubanische Wissenschaft macht Fortschritte, aber die öffentliche Gesundheit benötigt mehr als nur klinische Studien: Sie erfordert Kohärenz, Transparenz und Reaktionsfähigkeit auf eine Krise, die bereits nicht nur die Krankenhäuser, sondern auch das alltägliche Leben Millionen von Menschen betrifft.
Archiviert unter: