Wasserausfall in Varadero spiegelt die allgemeine Wasserkrise in Kuba wider



Der Wassermangel in Varadero offenbart eine Wasserkrise in Kuba, die durch Stromausfälle und fehlende Infrastruktur verschärft wird. Tausende von Menschen sehen sich mit langanhaltendem Wassermangel, Leckagen und defekten Pumpen konfrontiert.

Wasserversorgung (Bild erstellt mit KI)Foto © CiberCuba/Sora

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Die staatliche Firma Aguas Varadero kündigte an, dass die Stadtteile Santa Marta und Varadero Histórico für 24 Stunden ohne trinkbares Wasser sein würden – von Mitternacht am 3. Dezember bis Mitternacht am 4. Dezember – um defekte Rohre zu ersetzen. 

In einer Mitteilung von TV Yumurí auf Facebook wurde die Nachbarschaft aufgefordert, Wasser zu speichern und es sinnvoll zu nutzen, wobei der Wasserschnitt als Teil der Arbeiten zur Verbesserung der Infrastruktur gerechtfertigt wurde. Allerdings erreicht die Nachricht einen Zeitpunkt, an dem die Knappheit an Trinkwasser auf der Insel wesentlich gravierender ist.

Facebook-Beitrag/TV Yumuri

In den östlichen Provinzen beeinträchtigen der Mangel an Niederschlägen und der niedrige Wasserspiegel der Stauseen etwa 860.000 Menschen, während in Havanna etwa 248.000 Personen unter ständigen Unterbrechungen leiden, da elektrische Störungen die Pumpanlagen außer Betrieb setzen.

Diese Prekarität verschärft sich, denn wie in einem Bericht von Periódico Cubano geschildert, gehen in der Hauptstadt zwischen 40 % und 70 % des Wassers durch Lecks und defekte Pumpen verloren, und die Stromausfälle beschädigen die Pumpmotoren, wodurch zehntausende Haushalte ohne Wasserversorgung bleiben.

Ein geplanter Stromausfall in Varadero, ein Symptom der Krise

Die Mitteilung von Aguas Varadero weist auf ein spezifisches technisches Problem hin: Es werden Rohrabschnitte ausgetauscht, um eine höhere Qualität und Stabilität im Service zu gewährleisten. Dennoch zeigen zahlreiche Aussagen von Bürgern aus anderen Provinzen, dass die Wasserunterbrechungen mehrere Tage andauern.

Angesichts dieser Knappheit sind viele Familien gezwungen, Wasser aus Bächen zu schöpfen oder Tausende von Pesos für Tanklastwagen zu bezahlen.

Mangel an Infrastruktur und Stromausfälle

Der Wasserdefizit steht in engem Zusammenhang mit der Energiekrise. Die ständigen Ausfälle in den Wärmekraftwerken und der Mangel an Brennstoffen haben zu Stromausfällen geführt, die in einigen Gegenden über 20 Stunden täglich betragen.

Jeder Stromausfall stoppt die Wasserpumpen; in Städten wie Matanzas kann ein elektrischer „Schuss“ von einer Minute die Pumpen für eine Stunde lahmlegen. Darüber hinaus wurden 91 bedeutende Leckagen im Versorgungsnetz identifiziert, und die Flotte der Tankwagen wurde reduziert, was die Verteilung verschlechtert

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der 24-stündige Wasserausfall in Varadero zwar einen Wartungszweck hat, sich aber zu einer nationalen Notlage addiert: Hunderttausende von Kubanern haben seit Tagen, Wochen oder sogar Monaten kein lebenswichtiges Wasser.

Der Mangel an Investitionen, die Verluste, die defekten Pumpen und die langen Stromausfälle haben einen Teufelskreis geschaffen, in dem Wasser und Strom gleichzeitig knapp sind. Die Mitteilung von Aguas Varadero ist daher ein weiterer Hinweis darauf, dass die Wasserkrise in Kuba strukturelle Lösungen erfordert und nicht nur programmierte Abschaltungen.

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