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Ein Polizeieinsatz im Verkaufsbereich der Straße 100 und Boyeros endete mit der Festnahme von 10 Personen und Geldstrafen zwischen 16.000 und 32.000 Pesos, wie Tribuna de La Habana, der offiziellen Zeitung der Kommunistischen Partei in Havanna, bestätigte.
Für viele Anwohner erinnerte die Szene an die Razzia von 2022, als die staatliche Intervention die Gegend „geordnet“ zurückließ, ja, aber auch leerer und mit höheren Preisen, ein direkter Schlag ins Gesicht für diejenigen, die auf den informellen Markt angewiesen sind, um in der Krise zu überleben.
Die aktuelle Veranstaltung umfasste die Beteiligung der Nationalen Revolutionären Polizei (PNR), der integrierten Aufsichts- und Kontrollbehörde (DISC), des Nationalen Instituts für Raumordnung und Stadtplanung (INOTU) sowie der Generaldirektion für Transport in Havanna.
Laut Ernesto Ramírez Téllez von der Regierung von Boyeros war es das Ziel, "illegale Aktivitäten" zu bekämpfen und den Raum neu zu organisieren. Der Einsatz umfasste die Abgrenzung des Parkbereichs, die Kontrolle der Zugänge und die Präsenz von umherirrenden Minderjährigen in der Gegend, in der außerdem ein permanenter Einsatzleitungsbereich eingerichtet wurde.
Pero hinter der institutionellen Rhetorik ist die Sorge auf der Straße eine andere. Die Candonga am 100. Brücke, ein chaotischer, lauter und lebensvoller Ort, wo alles von Lebensmitteln über Medikamente bis hin zu Kleidung oder Haushaltsartikeln verkauft wird, ist auch eine wirtschaftliche Lunge für tausende von Kubanern, die im staatlichen Markt keine Alternativen mehr finden.
Hier, zwischen Schubs und Feilschen, raten die Leute zuerst: "Halt deine Tasche gut fest", denn Diebstähle sind häufig; trotzdem gehen die Menschen hin, weil die Preise hier nach wie vor zugänglicher sind als an anderen Verkaufsstellen.
Die letzte Gelegenheit, als die Regierung „Ordnung“ schuf, war 2022. Das Angebot brach ein und die wenigen verfügbaren Produkte verteuerten sich noch weiter, wie auch Tribuna de La Habana berichtete. „Jetzt haben wir nichts“, beklagten damals die Habaneros.
Die Angst ist, dass sich die Geschichte wiederholt. Dass die Razzia nicht nur Festnahmen zur Folge hat, sondern auch weniger Möglichkeiten zur Nahrungsaufnahme, weniger Medikamente zur Verfügung stehen und weniger Chancen für ein Volk, das sich jeden Tag bemüht, der Krise zu widerstehen.
Für den Moment bleibt der Markt bestehen. Aber die Menschen wissen, dass jede Razzia ihn wieder leer fegen kann. Und die Angst ist nicht vor der Polizei. Es ist die Angst, erneut ohne Einkaufsmöglichkeiten dazustehen.
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