Desamparo und Alter in Kuba: Die traurige Realität von Pascual, einem Santiaguero, der zwischen Ruinen und Vergessen überlebt



Pascual Jiménez, 64 Jahre alt, sieht sich in Santiago de Cuba extremer Prekarität ohne institutionelle Unterstützung gegenüber. Sein Fall spiegelt das staatliche Versagen gegenüber den älteren Menschen wider.

Die Gesichter des Verfalls in Kuba: das Alter, das das Regime nicht zeigen willFoto © Facebook / Yosmany Mayeta Labrada

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Pascual Jiménez, ein 64-jähriger Kubaner, der in der Gemeinde Altamira lebt, sieht sich im Alter extrem prekären Bedingungen gegenüber, ohne institutionelle Unterstützung und mit einem Dach, das droht, auf ihn zu fallen. Seine Geschichte wurde in den sozialen Medien von dem unabhängigen Journalisten Yosmany Mayeta Labrada veröffentlicht, der das Verlassenwerden vieler Menschen in Santiago de Cuba anprangerte.

Die von Mayeta veröffentlichten Bilder zeigen Pascual in seinem Zuhause, einer bescheidenen Struktur mit offensichtlichen Anzeichen von Prekarität. Im Inneren erkennt man bescheidene Verhältnisse und knappe Ressourcen, die die Situation widerspiegeln, die der Reporter als institutionelle Vernachlässigung beschrieb.

Ihre Geschichte ist jedoch keine Ausnahme, sondern ein krasser Spiegel der staatlichen Hilflosigkeit, die auf Tausenden von Menschen lastet, nicht nur in Santiago de Cuba, die dank der Nachbarschaftshilfe überleben.

Mit 64 Jahren hat Pascual nicht mehr die Kraft wie früher. Laut dem verbreiteten Zeugnis sieht er sich einer Realität gegenüber, die geprägt ist von Nahrungsmittelknappheit, der Unsicherheit grundlegender Dienstleistungen und dem Fehlen effektiver sozialer Unterstützung. Der Reporter stellte fest, dass die Versprechen zum Schutz der älteren Menschen in bloßen Reden verbleiben.

Facebook / Yosmany Mayeta Labrada

Anwohner der Gegend bestätigten in den Kommentaren zu dem Beitrag, dass der Mann alleine und ohne Unterstützung lebt. Einer von ihnen äußerte, dass er „unter sehr traurigen Bedingungen lebt und von niemandem Hilfe erhält“, während ein anderer berichtete, dass „die Verantwortlichen der Gemeinschaft von dem Fall keine Kenntnis haben“, obwohl sein Zuhause vom letzten Zyklon betroffen war. Weitere Nutzer stimmten überein, dass „die älteren Menschen total im Stich gelassen werden“ und dass „es keine Rechtfertigung von irgendeiner Institution gibt“.

Der Fall von Pascual ist kein Einzelfall. In den letzten Wochen sind weitere ähnliche Geschichten ans Licht gekommen, die die Verwundbarkeit der älteren kubanischen Bevölkerung im Osten des Landes belegen. In Santiago de Cuba zeigte die Geschichte von Teresa Ramis, 70 Jahre alt, eine kranke und einsame Frau, die ohne medizinische Versorgung war, bis eine Beschwerde in sozialen Netzwerken dazu führte, dass die Behörden erschienen.

Auch in derselben Stadt verlor Ulises Castro Reyes, 75 Jahre alt, nach dem Durchzug des Hurrikans Melissa zum zweiten Mal sein Zuhause. Sein Holzhaus ist komplett eingestürzt, und trotz staatlicher Versprechen hat er keine offizielle Hilfe erhalten.

Fälle wie der einer Familie in Mayarí, Holguín, die während desselben Hurrikans alles verloren hat, zeigen eine weit verbreitete Situation der Hilflosigkeit. Die Anzeigen deuten darauf hin, dass die staatlichen Hilfen sich auf medienwirksame Gebiete konzentrieren, während die Armenviertel jeglichen Schutz vermissen.

In einem weiteren aktuellen Fall rief ein kranker Kubaner nach Essen und Wasser nach dem Tod seiner Frau: „Meine Frau ist gestorben und ich sterbe gerade“, sagte er in einem Zeugnis, das Tausende von Nutzern berührte und das Ausmaß der staatlichen Vernachlässigung aufzeigte.

Die Situation von Pascual Jiménez füllt sich in einen Kontext ein, in dem das Altern in Kuba zu einer Überlebensherausforderung geworden ist. Die Knappheit von Nahrungsmitteln, Medikamenten und effektiven Sozialprogrammen lässt Tausende von Kubanern unter unwürdigen Bedingungen leben, während die staatlichen Institutionen in der Armut, die sie umgibt, ein administratives Schweigen bewahren. Sein Fall ist eine weitere Erinnerung an das tägliche Drama, dem die älteren Menschen in Kuba gegenüberstehen, während der Staat weiterhin wegschaut.

„Altern sollte keine Strafe sein. Armut darf nicht länger Staatspolitik sein“, schloss Mayeta in ihrem Beitrag und spiegelte damit das Gefühl der Ohnmacht einer Bevölkerung wider, die ohne Unterstützung altert.

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