Die Provinz Santiago de Cuba hat am Donnerstag den 67. Jahrestag des Sieges der Revolution mit einer Veranstaltung gefeiert, bei der die Behörden die Treue zum revolutionären Erbe lobten, während zahlreiche Santiagueros daran erinnerten, dass die alltäglichen Probleme weiterhin ungelöst bleiben.
Der Provinzakt zum Jubiläum fand in der Gemeinde Palma Soriano statt und wurde geleitet von Beatriz Johnson Urrutia und Manuel Falcón Hernández, der Präsidentin und dem Vizepräsidenten des Verteidigungsrates von Santiago de Cuba. Es wurde ein Bericht des Staatsfernsehens gezeigt.
Die Zeremonie bekräftigte laut der offiziellen Ansprache die Treue des santiaguerschen Volkes zum Erbe von Fidel Castro Ruz.

Die Inszenierung folgte dem gewohnten Skript: Uniformen, Parolen, gesteuertes Applaudieren und eine sorgfältig einstudierte Rede vom Podium.
In seinem Vortrag wiederholte Johnson politische Engagements und Versprechen der Kontinuität, ohne konkrete Hinweise auf unmittelbare Lösungen für die Probleme, die die Bevölkerung betreffen.
Der Akt fand nur wenige Stunden nach einer von Dunkelheit und Traurigkeit geprägten Nochebuena in Santiago de Cuba statt, da seit den Nachmittagsstunden des 24. Dezember weite Teile der Stadt ohne Strom waren, aufgrund von Stromausfällen, die die ganze Nacht andauerten.
Durch sein Profil auf Facebook bezeichnete der unabhängige Journalist Yosmany Mayeta Labrada die Veranstaltung als ein Schauspiel leerer Rhetorik, bei dem “man viel redet, ohne etwas zu sagen” und verspricht, ohne Lösungen zu bieten.
In ihrem Bericht betonte sie den Kontrast zwischen dem feierlichen Ton der Bühne und der Realität außerhalb des Geschehens, mit Vierteln ohne Elektrizität, Familien ohne Grundnahrungsmittel und einer Bevölkerung, die in der ständigen Preissteigerung gefangen ist.
Die Bürgerreaktionen in den sozialen Netzwerken verstärkten diese Distanz. Kommentare berichteten von Stromausfällen von über 20 Stunden, Wassermangel, Kinder ohne Zugang zu Milch und Wohnungen in einem prekären Zustand.
Andere Nutzer äußerten Müdigkeit über das, was sie als „wiederholte politische Aktionen“ beschreiben, die sich nicht in greifbaren Verbesserungen niederschlagen, und wiesen darauf hin, dass Santiago de Cuba „in Trümmern liegt“, während die offizielle Rede auf zukünftige Siege besteht.
Mehr als nur eine Gedenkfeier hat der Akt erneut eine tiefe Kluft aufgezeigt, die Macht, die sich vom Mikrofon aus äußert, und eine Bürgerschaft, die ein institutionelles Schweigen gegenüber ihren dringendsten Bedürfnissen wahrnimmt.
In einer historisch symbolischen Provinz für die revolutionäre Erzählung zeigt sich die Unzufriedenheit nicht mehr nur im Privaten, sondern offen im digitalen öffentlichen Raum.
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