„Haben Sie schon gegessen?“: Kubanischer Jugendlicher spendet Bedürftigen in den Straßen von Havanna ein Mittagessen



Der gute Samariter kaufte das Mittagessen in einem privaten Restaurant. Einige ältere Menschen baten um Geld oder suchten im Müll nach Essen.

Bedürftige Senioren erhalten Essen auf den Straßen von HavannaFoto © Videoaufnahme von Instagram / michelduarte13

Der junge Kubaner Michel Duarte teilte auf seinem Instagram -Konto ein Video, in dem er sieht, wie er armen älteren Menschen in den Straßen von Alt-Havanna und Zentrum Havanna Essen verteilt.

Das Material, das sich schnell viral verbreitete, zeigt den jungen Mann, wie er sich älteren Menschen nähert, die unter prekären Bedingungen leben, und ihnen ein vollständiges Mittagessen anbietet.

Beim Präsentieren des Videos schrieb Duarte eine Nachricht an seine Anhänger: „Haben Sie schon gegessen? Wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie eine schwere Zeit durchmachen, ohne Ihre Gefühle zu schmälern, bitte schauen Sie sich dieses Video an und überdenken Sie es… Mit Ihrer Unterstützung können wir diese Serie fortsetzen und denjenigen helfen, die Sie selbst sehen, dass sie es ‚ja‘ nötig haben.“

Der Aufruf sprach sowohl die Empathie als auch die Möglichkeit an, ähnliche solidarische Aktionen fortzuführen.

In den Bildern sieht man, wie Duarte sich den älteren Menschen nähert, sie zuerst fragt, ob sie schon gegessen haben, und nach der Antwort ihnen eine Schüssel mit Reis, Schweinefleischsteak und Gemüse sowie eine Dose Erfrischungsgetränk überreicht.

Die Reaktion der Begünstigten ist von Emotion und Dankbarkeit geprägt, was die Bedeutung einer warmen Mahlzeit für sie verdeutlicht.

Das Video zeigt Szenen extremer Armut. Einige der älteren Menschen sitzen auf der Straße und bitten um Geld, während mindestens einer beim Suchen nach Essensresten in den Mülleimern zu sehen ist.

Alle zeigen offensichtliche Anzeichen von Prekarität und Vernachlässigung, eine Realität, die in der kubanischen Hauptstadt immer häufiger wird.

Das Essen wurde von Michel Duarte persönlich in einem privaten Restaurant gekauft, von wo aus er mit den Behältern losging, um sie direkt auf der Straße zu verteilen.

Die Geste hat Tausende von Reaktionen in den sozialen Netzwerken ausgelöst, wo Nutzer sowohl die solidarische Handlung als auch die Härte der Bilder hervorheben.

Jenseits des individuellen Aktes offenbart das Video eine unangenehme und zunehmend sichtbare Realität in Kuba: die wachsende Armut und die Vernachlässigung, die große Teile der Bevölkerung, insbesondere die älteren Menschen, betreffen.

In einem Land, das von Inflation und Knappheit geprägt ist, ist es zu einer Herausforderung geworden, täglich eine Mahlzeit zu garantieren, selbst für diejenigen, die über ein stabiles Einkommen verfügen.

Initiativen wie die von Michel Duarte, zusammen mit anderen, die von kleinen privaten Unternehmen, religiösen Gemeinschaften und gewöhnlichen Bürgern gefördert werden, sind für viele zur einzigen Möglichkeit geworden, mit einem Minimum an Würde zu essen.

Diese Wohltätigkeitsaktionen machen die Lücke sichtbar, die ein unfähiger Staat hinterlässt bei der Gewährleistung grundlegender Bedingungen für Ernährung und Wohlbefinden seiner verletzlichsten Bürger.

Die wirtschaftliche Situation auf der Insel hat sich so verschärft, dass ohne diese Art von Unterstützung viele Menschen absolut nichts hätten, um sich den Mund zu laben.

Die im Video gezeigten Szenen spiegeln nicht nur Solidarität wider, sondern dienen auch als implizite dénonciation einer tiefen Krise.

Das Alter in Kuba ist immer mehr von Entbehrungen, Einsamkeit und Ungeschütztheit geprägt.

Der Zugang zu Nahrung ist zu einem Privileg geworden, und Gesten wie das Anbieten eines Mittagessens erhalten eine Bedeutung, die weit über das Symbolische hinausgeht, indem sie daran erinnern, wie sehr das System versagt hat, diejenigen zu schützen, die sich nicht mehr selbst helfen können.

Der Anstieg der Obdachlosigkeit und die Unfähigkeit von Tausenden von Familien, sich selbst ein bescheidenes Essen zu leisten, sind direkte Folgen einer langanhaltenden Wirtschaftskrise, die von Versorgungsengpässen, Inflation sowie unzureichenden Löhnen und Renten geprägt ist.

In diesem Kontext sind es nichtstaatliche Akteure, die eine Rolle übernehmen, die eigentlich der Staat garantieren sollte.

Obwohl diese Aktionen bewegend und notwendig sind, zeigen sie auch die mangelnde Wirksamkeit der öffentlichen Politiken und eines Sozialschutzsystems, das tatsächlich funktioniert.

In einem Kuba, in dem die Bettelarmut wächst, nähren diese solidarischen Gesten nicht nur die Empfänger, sondern sie zeigen auf stille, aber eindringliche Weise die Schwere der sozialen Situation, die das Land durchlebt.

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