Maduro ist nicht Mandela: Eine Entlarvung eines Vergleichs, der die Geschichte verrät



Maduro als Erben Mandelas zu präsentieren, ist nicht nur historisch nicht haltbar, sondern auch moralisch inakzeptabel.

Nicolás Manduro und Nelson MandelaFoto © CiberCuba/Sora

Nicolás Maduro mit Nelson Mandela zu vergleichen, ist keine bloße rhetorische Übertreibung. Es ist eine historische Fälschung, die den Kampf um die Freiheit banalisert und die Bedeutung politischer Gefangenschaft verzerrt.

Nelson Mandela wurde eingesperrt, weil er sich einem der grausamsten Unterdrückungssysteme des 20. Jahrhunderts entgegenstellte: der südafrikanischen Apartheid. Sein Vergehen bestand darin, für Rassengleichheit und menschliche Würde zu kämpfen. Er verbrachte 27 Jahre im Gefängnis, weil er sich weigerte, ein Regime zu akzeptieren, das die schwarze Mehrheit seines Landes entmenschlichte. Seine Inhaftierung war die Bestrafung einer ungerechten Macht gegen einen Mann, der für Gerechtigkeit eintrat. Und als er entlassen wurde, suchte er nicht nach Rache noch wollte er sich an der Macht festhalten, sondern wollte eine zerbrochene Nation versöhnen, eine echte Demokratie gründen und die Grundlagen eines Staates legen, der die Menschenrechte respektiert.

Mandela hat nicht nur widerstanden, sondern befreit. Sein Gefängnis war das Symbol für die Ungerechtigkeit, gegen die er kämpfte. Seine Freiheit war der moralische Triumph eines Volkes.

Die Situation von Nicolás Maduro hat keinerlei Ähnlichkeit mit diesem historischen Verlauf.

Maduro ist kein Gefangener, weil er gegen die Unterdrückung kämpft. Er ist ein Herrscher, der heute mit strafrechtlichen Anklagen wegen äußerst schwerer Vergehen konfrontiert ist. Zu den ihm zur Last gelegten Anklagen gehören Verschwörung zur Begehung von Narcoterrorismus, internationaler Drogenhandel und die Zusammenarbeit mit transnationalen kriminellen Netzwerken. Dies sind keine symbolischen oder politischen Vorwürfe: Es handelt sich um Anschuldigungen, die mit Verbrechen in Verbindung stehen, die die Sicherheit und Stabilität mehrerer Länder beeinträchtigen.

Es ist kein Führer, der wegen der Verteidigung grundlegender Rechte gegenüber einer Tyrannei inhaftiert ist, sondern ein Herrscher, der wegen schwerwiegender Anschuldigungen nach Jahren von denunciations wegen Korruption, Autoritarismus, politischer Verfolgung und institutionellem Zusammenbruch in Venezuela angeklagt wird. Seine Festnahme stellt nicht den Kampf gegen die Unterdrückung dar, sondern die Folgen seines eigenen Machtmissbrauchs.

Hier bricht der Vergleich zusammen.

Mandela war Gefangener eines rassistischen Systems. Maduro ist Gefangener eines Justizsystems, das auf seine Handlungen reagiert.

Mandela widmete sein Leben dem Aufbau von Freiheiten. Maduro wird dafür kritisiert, sie zu zerstören.

Mandela symbolisiert das Ende der Unterdrückung. Maduro symbolisiert das Bestehen des Autoritarismus.

Mandela regierte, um sein Land zu heilen und zu vereinen. Maduro regierte, um zu spalten, zu unterdrücken und sich selbst an der Macht zu halten.

Zu behaupten, dass beide eine gemeinsame Geschichte teilen, nur weil sie beide im Gefängnis waren, ist eine gefährliche Manipulation. Nicht jede Haft macht einen Mann zum Märtyrer. Der Unterschied liegt in der Sache, die er verteidigt hat, und dem Erbe, das er hinterlassen hat.

Mandela trat die Freiheit an, um einen Weg zur Demokratie zu ebnen. Maduro kommt ins Gefängnis und hinterlässt ein Land, das von Krise und Repression gezeichnet ist.

Maduro als Erben Mandelas darzustellen, ist nicht nur historisch nicht haltbar, sondern auch moralisch inakzeptabel.

Mandela ist ein universelles Symbol für Würde und Gerechtigkeit. Maduro ist das Spiegelbild eines politischen Projekts, das die Geschichte nach seinen Ergebnissen bewerten wird.

Die Geschichte wird nicht mit einfachen Analogien geehrt. Die Geschichte wird respektiert.

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Lázaro Leyva

Kubanischer Arzt, Spezialist für Innere Medizin. Lebt in Spanien und schreibt mit kritischem Blick über die Gesundheits- und Sozialkrise in Kuba.

Lázaro Leyva

Kubanischer Arzt, spezialisiert auf Innere Medizin. Lebt in Spanien und schreibt mit einem kritischen Blick über die Gesundheits- und Sozialkrise in Kuba.