Neue Gesundheitsgesetzgebung in Kuba: Der Staat verstärkt seine Kontrolle über Ärzte und Patienten



Medizinische Kontrolle einer Patientin im kubanischen Krankenhaus (Referenzbild)Foto © Redes Sociales

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Das Regime hat an diesem Freitag das neue Gesundheitsgesetz in Kuba veröffentlicht, das seine Kontrolle über Ärzte und Patienten verstärkt. Die Regelung sorgt in den sozialen Netzwerken für Diskussionen.

Die Gesetz über die öffentliche Gesundheit (Gesetz Nr. 165/2023) wurde im Ordentlichen Amtsblatt Nr. 9 vom 23. Januar 2026 veröffentlicht, das das frühere Gesetz 41 von 1983 ersetzt und den rechtlichen Rahmen des Gesundheitssystems im Land neu definiert.

Die Norm zielt darauf ab, sich an die „sozialen und strukturellen Transformationen“ Kubas sowie an die „wissenschaftlichen Fortschritte“ anzupassen, verstärkt jedoch offensichtlich die staatliche Kontrolle über die medizinische Praxis und die Verwaltung der Gesundheitsdienste.

Unter seinen wichtigsten Bestimmungen schafft es ein Nationales Register der Fachkräfte und Techniker im Gesundheitswesen, das obligatorisch ist und es dem Ministerium für öffentliche Gesundheit ermöglicht, Mitarbeiter des Sektors aus "ethischen oder technischen" Gründen zu suspendieren, zu disqualifizieren oder wiederherzustellen.

Dieser Punkt festigt die administrative und politische Unterordnung des medizinischen Personals unter die Behörden des Gesundheitssystems.

Auch das Ministerium für Gesundheit wird ein System für medizinische Aufzeichnungen und Gesundheitsstatistiken kontrollieren, um seine eigenen Informationsbedürfnisse für die Entscheidungsfindung zu erfüllen.

Dieser Eintrag wird Teil des Staatlichen Informationssystems sein, gemäß den Bestimmungen, die von den zuständigen Behörden erlassen werden, und den Festlegungen in der Verordnung zu diesem Gesetz.

Rechte und Pflichten

Die Norm erkennt erstmals individuelle Rechte der Patienten an, wie die informierte Zustimmung, die Ablehnung von Behandlungen, den Zugang zu assistierten Fortpflanzungstechniken und die Möglichkeit, vorgängige Willenserklärungen oder Entscheidungen über das Lebensende zu äußern.

Auch wird der Schutz personenbezogener Daten im Gesundheitswesen eingeführt, der es den Personen ermöglicht, über die Verwendung ihrer medizinischen Informationen in betreuenden, lehrenden oder forschenden Kontexten zu entscheiden.

Dennoch sind die Ausübung dieser Rechte durch die Autorität des Gesundheitssystems eingeschränkt, das über umfassende Befugnisse verfügt, um Protokolle, Behandlungen und Vorschriften festzulegen.

Die Nationale Ethikkommission für Medizin, die durch direkte Ernennung des Ministers geschaffen und besetzt wird, ist verantwortlich für die Überwachung des „beruflichen und ethischen Verhaltens“ von Ärzten und Fachkräften, mit untergeordneten Kommissionen auf allen territorialen Ebenen.

Die Vorschrift legt neue Verfahren zur medizinisch-rechtlichen Bewertung fest, um Fälle von Nachlässigkeit oder Fachunfähigkeit zu bestimmen, und sieht spezifische Strafen für diejenigen vor, die gegen die Regeln der "medizinischen Kunst" verstoßen.

Ebenso verpflichtet es die Gesundheitsinstitutionen, die Beschwerden und Reklamationen der Bevölkerung zu bearbeiten und regelmäßig gegenüber den lokalen Organen der Volksmacht Rechenschaft abzulegen.

Das Gesetz verpflichtet das Ministerium für öffentliche Gesundheit, innerhalb von 90 Tagen die Umsetzungsrichtlinien zu erarbeiten und innerhalb von 120 Tagen einen neuen Ärzteethik-Code zu genehmigen, der den seit 1988 geltenden Rahmen ersetzt.

Der Artikel 158 erkennt das Recht auf einen würdevollen Tod an und erwähnt „gültige Verfahren, die das Leben beenden“, doch die effektive Anwendung von Euthanasie oder assistiertem Sterben steht noch unter der Voraussetzung einer zukünftigen Regelung.

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