Ehemaliger Polizist von 42 Jahren stirbt in Santiago de Cuba nach stundenlangem Warten auf medizinische Hilfe



Yordanis Beltrán Beltrán und das Krankenhaus Saturnino Lora von Santiago de Cuba (Referenzbild)Foto © Facebook/Yosmany Mayeta Labrada

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Santiago de Cuba hat erneut eine Tragödie verzeichnet, die den Zusammenbruch des Gesundheitssystems auf der Insel widerspiegelt:  Yordanis Beltrán Beltrán, 42 Jahre alt, starb aufgrund von medizinischer Nachlässigkeit, einem Mangel an Medikamenten und Materialien sowie wegen einer kritischen Verzögerung in der Notfallversorgung.

Laut dem Zeugnis seiner Angehörigen wurde er zunächst in die Poliklinik des Stadtteils José Martí gebracht, wo der Mangel an Elektrizität selbst die minimalste Versorgung eines schwerkranken Patienten unmöglich machte.

Die Knappheit an grundlegenden Ressourcen und das Fehlen einer schnellen Reaktion markierten den Beginn einer fatalen Fehlerkette, enthüllte ein Beitrag des Kommunikators Yosmany Mayeta Labrada auf Facebook.

Captura von Facebook/Yosmany Mayeta Labrada

Trotz der Schwere des Falls benötigte der angeforderte Krankenwagen über zwei Stunden, um zu erscheinen, eine Verzögerung, die entscheidend war. Die Familienangehörigen versuchten, Hilfe zu bekommen, indem sie die Leitstelle der Regierung anriefen, aber sie versicherten, dass niemand auf ihre Bitten antwortete.

Schließlich wurde Yordanis in die Wache des Provinzkrankenhauses Saturnino Lora verlegt, wo er einen Herzstillstand erlitt und kurz darauf verstarb, was die Unfähigkeit des Krankenhausnetzes zur Behandlung kritischer Notfälle deutlich machte.

Die Angehörigen sind überzeugt, dass es kein "natürlicher" Tod war, sondern dass der Erkrankte durch Vernachlässigung gestorben ist.

Dieser Fall verdeutlicht erneut die tiefgreifende Krise, die die kubanischen Krankenhäuser durchleben: baufällige Gebäude, veraltete medizinische Geräte, Mangel an Medikamenten und grundlegenden Versorgungsgütern sowie ein Gesundheitspersonal, das oft demotiviert oder apathisch angesichts der Schwere der Situationen ist.

Jeden Tag führen Vernachlässigung und Missachtung zu vermeidbaren Todesfällen, während die Bevölkerung einem zusammenbrechenden System ausgeliefert ist, ohne dass die Regierung effektive Lösungen anbietet.

Eine Paradoxie, die einige anmerken, ist, dass Yordanis, der als Streifenpolizist das Regime verteidigte, von eben jener Regierung, die er einst schützte, im Stich gelassen wurde.

„So ist es in Kuba: Wenn man gebraucht wird, wird man danach entsorgt. Wir sind nicht mehr als Schachfiguren in ihrem Spiel aus Diebstahl und aufgezwungener Illusion. Danach wollen sie nicht, dass man sagt, dass diese Regierung nicht gut ist“, sagte ein Nachbar des Opfers.

Diese Reflexion hebt hervor, wie das politische und gesundheitliche System der Insel ehemals "nützliche" Bürger zu Opfern von Ineffizienz und Vernachlässigung gemacht hat.

Die Angehörigen von Yordanis drücken ein weit verbreitetes Gefühl unter den Kubanern aus: „Ich denke, es wird besser sein, im Kapitalismus zu leben, auch wenn man für die Gesundheit bezahlen muss, aber in Dollar verdient… So ist dieses Regime: es nutzt dich aus.“

Mit jedem Tod wird deutlich, dass der Zusammenbruch des Gesundheitswesens und das mangelnde Engagement der Regierung für das Leben ihrer Bürger weiterhin eine Bilanz vermeidbarer Tragödien auf der gesamten Insel hinterlassen.

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